Leserbriefe

"Komplizen des Diktators"

Leser zu dem Veto von Russland und China gegen die Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrates

Staaten wie Russland und China sind mitverantwortlich für jeden weiteren Toten in Syrien. Und dies ist alles andere als billige und pauschale Propaganda. Seit Wochen blockieren diese beiden Staaten eine scharfe UN-Resolution gegen den herrschenden Massenmörder Baschar al-Assad in Syrien und machen sich somit indirekt zu Komplizen dieses verbrecherischen Diktators. Von den fünf Veto-Staaten im UN-Sicherheitsrat sind mit China und Russland zwei Quasidiktaturen vertreten. Beide lassen ihre Staatsfeinde mittlerweile auf subtilere Art und Weise beseitigen, als dies aktuell in Syrien passiert. Und es geht in Syrien für Russland um einen wichtigen Satellitenstaaten im Nahen Osten. Die syrische Bevölkerung, welche jetzt gegen ihren diktatorischen Massenmörder aufsteht, wird wegen strategischer Überbleibsel aus dem Kalten Krieg ganz einfach geopfert. Wenn ich daran denke, dass ein Staat wie China mit diesem rückständigen Menschenrechtsbild an der Schwelle zur zukünftigen Supermacht steht, dann scheint eine gewichtige Portion Vorsicht durchaus angebracht zu sein.

Pascal Merz, per E-Mail

Nach der gescheiterten UN-Resolution zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien muss über ein militärisches Eingreifen nachgedacht werden. Eine Option wären gezielte Luftschläge von den mobilen und stationären Militärbasen, die sich ja nicht weit vom Operationsgebiet befinden. Ohne ein Zeichen zu setzen - so bis hier und nicht weiter -, wird das Töten in Syrien ungehindert weitergehen. Leider scheinen die Europäer im Moment so sehr mit sich selbst und ihren eigenen Problemen beschäftigt zu sein, dass niemand so recht merkt, was sonst so auf der Welt alles passiert. Es fehlt der westlichen Politik an Glaubwürdigkeit, wenn es sein muss, auch militärisch gegenhalten zu können.

Christoph Luban, per E-Mail

Demokratisierungsprozess publizistisch unterstützen

Zum Artikel: "Demokratie kommt nicht auf leisen Sohlen" vom 4. Februar

In unseren Medien ist ja auch mit viel Freude über den revolutionären Sturm in den arabischen Ländern berichtet worden, und man hatte oft den Eindruck, viele Journalisten würden gerne an vorderster Front mitkämpfen wollen. Eine friedliche und demokratische Erneuerung ist natürlich unspektakulärer als Mord und Totschlag. Abzulesen ist das an den Beispielen Libyen, Tunesien und bis jetzt auch Ägypten. Niemand scheint es zu interessieren, wie viel Leid und Elend der sogenannte arabische Frühling verursacht hat. Wenn wir beziehungsweise die Vertreter der veröffentlichten Meinung meinen, sich einmischen zu müssen, dann sollten sie mit dazu beitragen, dass nur der friedliche Demokratisierungsprozess publizistisch unterstützt wird. Gewalt, von wem auch immer, muss kategorisch abgelehnt werden.

Wolfgang Heller, Westend

Integrationsvereinbarungen und Androhung von Sanktionen

Zum Artikel: "Kinder mit ausländischen Wurzeln seltener in Kitas" vom 3. Februar

Die Politik muss nicht immer nur von den Missständen reden, sondern Verbesserungen auch herbeiführen. Schon 2010 hat Staatsministerin Maria Böhmer im Bundestag festgestellt, dass Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse in die Grundschule kommen und Migranteneltern seltener als deutsche Eltern ihre Kinder in den Kindergarten schicken. Und nun spricht Bundesfamilienministerin Kristina Schröder über die gleiche Problematik im Jahr 2011. Die Politik muss endlich mit dem nötigen Druck dafür sorgen, dass die Kinder in den Kindergarten gehen, sie haben ein Recht darauf, gut für die Schule vorbereitet zu werden. Ansonsten werden die Migrantenkinder nie die gleichen Chancen haben. Eine Integrationsvereinbarung mit den Kinder-Eltern, unter Androhung von Maßnahmen bei Nichteinhaltung, würde aus meiner Sicht zielführender sein.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Abgezockt wurden die Kleinanleger

Zum Artikel: "Das gewagte 5-Milliarden-Projekt" vom 4. Februar

Der Fonds wurde wegen seiner "Garantie" von vielen Menschen zur Altersvorsorge gezeichnet, natürlich auch von Kleinanlegern wie mir. Abgezockt wurden die 94 Prozent Zeichner von der IBV/BIH und Ihren Beratern, indem Sie eine Handbreit mehr als die Hälfte Ihrer Einlage zurückbekommen haben. Ich möchte nur das, was man mir vorher versprochen hat, nicht mehr und nicht weniger. Sonst hätte ich das niemals gemacht.

Maria Schmitz, per E-Mail