Leserbriefe

"Problematische Sprachdefizite"

Leser zum Integrationsgipfel und der Forderung nach mehr Migranten im öffentlichen Dienst

Diese jährlichen Gipfel sind gut, aber es darf nicht nur immer darüber gesprochen werden, was Regierung und Länder noch leisten müssen. Es gibt auch eine Bringschuld der Migranten, die muss eingefordert werden. Jedes Kind, das hier lebt, unterliegt der Schulpflicht und hat somit die gleichen Chancen. Aber, wenn Eltern ihre Kinder aus der Grundschule abholen und kein Deutsch mit ihnen reden, wird es noch lange dauern, bis sich etwas verändert.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Der Gipfel der Integration ist wieder einmal, dass wir an den Symptomen laborieren, anstatt die Ursachen zu kurieren. So stellen wir Forderungen an uns selbst, an Gesellschaft, Staat und Kommunen. Sind denn nur wir die Verpflichteten? Haben die Zuwanderer und Migranten keine Verpflichtung? Hauptursache für viele Probleme sind deren Sprachdefizite. Eltern, die für diese Defizite verantwortlich sind, versündigen sich an ihren Kindern, wenn sie ihnen so ein selbstbestimmtes Leben unmöglich machen. Wenn wir das Grundübel des Sprachdefizits im Griff haben, dann können wir auch über mehr Migranten im öffentlichen Dienst nachdenken.

Christoph Schmidt, Westend

Grundsätzlich ist der Ansatz ja richtig, dass die zu uns Gekommenen, auch prozentual in der Verwaltung vertreten sein sollten. Voraussetzung dürften aber nur eigene, spürbare Integrationsleistungen sein und keine Quote. Nur daran mangelt es, insbesondere bei der größten Einwanderergruppe, den türkischen und arabischen. Wenn man dann deren Vertreter hört, bekommt man den Eindruck, eine friedliche und integrationsbereite Gruppe wird daran gehindert, Teil dieser Gesellschaft zu werden. Was für eine ungeheure Verdrehung der Tatsachen. Die Nachteile in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt sind eigenes Verschulden. Niemand wird daran gehindert, sich friedlich zu integrieren. Aber geringes Interesse an Sprache und Bildung dazu Abschottung und hohe Kriminalitätsraten führen zwangsläufig an den Rand der Gesellschaft.

Peter Reimann, Prenzlauer Berg

Themenhaus macht Sinn und erhöht die Attraktivität des Tierparks

Zum Artikel: "Der lange Weg nach Galapagos" vom 2. Februar

Zoologische Gärten sind nicht dafür geschaffen, als Wirtschaftsunternehmen tätig zu werden. Sie gehören wie Theater und Museen zu den Kultureinrichtungen einer Stadt. Ganz ohne Zuschüsse geht es nun einmal nicht, das sollten sich die Verantwortlichen in Senat und Abgeordnetenhaus bewusst machen. Das betrifft sowohl die jährlichen Betriebskostenzuschüsse wie auch die Finanzierung von Projekten, die Bestandteil des Masterplanes 2020 sind. Dabei sollte das Südostasien-Haus an erster Stelle stehen. So ein Haus in der Nähe der Tierparkeingänge wäre ein neuer Anziehungspunkt, den die Besucher schon nach wenigen Gehminuten erreichen können. Daran mangelt es im Tierpark Berlin derzeit, lediglich das Schloss Friedrichsfelde befindet sich in Eingangsnähe, die Tierhäuser liegen fast alle weit verstreut im riesigen Parkgelände. Auch das Evolutionshaus hat positive Elemente. Kinder spielerisch an die Evolution und andere Naturthemen heranzuführen, macht Sinn. Dennoch sollte dieses kostenintensive Projekt eher hinten anstehen. Viel wichtiger ist die Umsetzung des Südostasien-Hauses, das auch eine verbesserte Tierhaltung zur Folge haben wird. Wer die Attraktivität des Tierparks erhöhen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass es nicht nur alleine mit privaten Sponsoren und Investoren umzusetzen ist, sondern dass hier auch das Land Berlin nicht um seine finanziellen Verpflichtungen herum kommt.

Christian Heidt, Charlottenburg

Neues Zuschauerverhalten spielt bei Quotenermittlung keine Rolle

Zum Artikel: "Thomas Gottschalk wird in der ARD zum Zuschauerschreck" vom 2. Februar

Gottschalk kann natürlich mehr und nichts dafür, dass die Show mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Man muss jetzt die Ursachen analysieren. Die Werbung macht der Moderator nicht selbst, die ist eine Vorgabe des Senders. Und für die inhaltliche Ausgestaltung gibt es eine Redaktion. Die Startschwierigkeiten liegen vielleicht am Format der Sendung, die insoweit ein Experiment darstellt, weil hier erstmals versucht wird, die Medien Fernsehen und Internet sinnvoll zu verbinden, was durchaus gelungen ist. Viele schauen sich die Sendung unterwegs, also mobil an, es gibt eine Rückkopplung in die Show, die moderne Technik macht alles möglich. Die Leute werden kritischer und machen von diesen neuen Möglichkeiten munter Gebrauch. Die zusehends größer werdende Gruppe dieser mobilen Zuschauer wird aber von der Quote nicht erfasst. Somit ist Gesamtzuschauerquote höher als offiziell bekanntgegeben. Auch hier müsste nachgebessert werden

Christian Lukner, per E-Mail