Leserbriefe

"Wir müssen wachsam bleiben"

Leser zur anhaltenden Beobachtung der Linkspartei durch den Verfassungsschutz

Die Linkspartei ist zum Teil Nachfolgerin der PDS und somit also auch der SED. Was soll also das Lamentieren gegen das Vorgehen des Verfassungsschutzes? Es ist unser gutes Recht zu erfahren, wer von diesen Abgeordneten im Parlament sitzt und was diese während des SED-Regimes für Tätigkeiten ausgeübt haben und was sie heute so treiben. Wer jetzt dagegen lamentiert, würde wohl lieber das damaliges Regime wiederhaben. Und genau das muss unter allen Umständen verhindert werden. Die alten Seilschaften, und das ist allgemein bekannt, existieren noch immer. Viele von uns haben lange genug unter dem SED-Regime gelitten.

Günter Doberschütz, Rudow

Ausgerechnet die Partei Die Linke sollte sich bei Vorwürfen wegen Stasi-Tätigkeiten von Verfassungsschützern in Brandenburg wohl besser zurückhalten. Schließlich sind zahlreiche der von der Linken gestellten Minister in Brandenburg mit der Stasi verquickt gewesen. Und nicht zuletzt die Bundesvorsitzende dieser dubiosen Partei. Die sollte doch zur Abwechslung mal ehrlich über ihre familiären Kontakte zur Stasi berichten. Glücklicherweise merkt man hier in Berlin so langsam, dass mit der Partei um Lötzsch und Gysi, dessen Rolle zu DDR-Zeiten immer noch ungeklärt ist, kein Staat zu machen ist.

Michael Hirdes, per E-Mail

Das kommunistische Gedankengut, gepredigt von Marx und Engels und schmerzlich unter enormem Blutvergießen von Lenin und Stalin umgesetzt, hat weltweit zur Entstehung von gnadenlosen Diktaturen geführt. Hunderttausende, die sich gegen das System erhoben, wurden ermordet. Vergleichbar mit dem radikalen Islamismus, wurde dort keine persönliche Gedankenfreiheit geduldet, Abtrünnige wurden bespitzelt, schikaniert, erpresst und auch liquidiert, wenn sie zu unbequem wurden. Eben diese Ideologie wurde auch in der DDR gehegt und gepflegt. Solange die Linke noch nicht von diesen Ewiggestrigen befreit ist, muss sie gründlich beobachtet werden. Die DDR hatte mit Demokratie nichts gemeinsam. Demokratie ist nicht nur ein Wort, sondern ein teures Gut. Wir müssen wachsam bleiben, dass im Laufe der Zeit der freiheitlichen Demokratie kein Schaden zugefügt wird.

Jai Menon, Lichterfelde

"Wirtschaftliche Effekte durch Vermietungen werden unterschätzt"

Zum Artikel: "Berliner Gericht kippt Verbot von Ferienwohnungen in Mietshäusern" vom 24. Januar

Die Tourismusbranche ist ein wichtiger Teil der Berliner Wirtschaft, Ferienwohnungen tragen ihren Teil dazu bei. Sie decken den Bedarf von Personen ab, die sich teure Hotels nicht leisten können. Als Beispiel nenne ich Studenteneltern und Familien. Ferienwohnungen nehmen den Hotels keine Kunden weg, denn dieser Personenkreis würde ohne Ferienwohnungen gar nicht erst nach Berlin kommen. Aber diese Berlin-Besucher konsumieren ebenso wie alle anderen in den Restaurants, besuchen Kinos, Theater, Museen und die Tierparks, gehen einkaufen und benutzen die Verkehrsmittel. Sie treiben damit die Wirtschaft an und erhöhen damit die Steuern, die das verschuldete Berlin so dringend braucht. Daran denken die Gegner von Ferienwohnungen aber nicht. Ein anderer Aspekt ist der, dass Besitzer von Ferienwohnungen diese mit eigenem Geld erwerben, für das sie bereits Steuern bezahlt haben, beim Erwerb der Immobilie Grunderwerbsteuer entrichtet haben und weiter fortlaufend Grundsteuern und Einkommensteuer zahlen. Mit welchem Recht beansprucht dann der Staat zu bestimmen, was mit diesem Privatbesitz, von dem er bereits reichlich profitiert hat, geschehen darf und was nicht?

Heike Maurer, Charlottenburg

"Setzt die trübe Brille ab und die rote Nase auf"

Zum Artikel: "Berlin verordnet sich einen 'Flüster-Karneval'" vom 31. Januar

Auch für Nichtjecken ist die Lärmbeschränkung durch die Landesregierung für den Karnevalsumzug auf 70 Dezibel nur lächerlich. Welcher miesepetrige Beamte hat da vergessen, dass Berlin eine Großstadt mit vielen Facetten und vielfältigen Veranstaltungen ist. Der Lärmpegel bei Großdemos mit Trillerpfeifen, verschiedenen Umzügen, Sport- und Wahlkampfveranstaltungen mit lauten Reden und Musikbands wird wohl selten unter 70 Dezibel liegen. Der Karnevalsumzug dauert nur wenige Stunden tagsüber, führt durch die Innenstadt und bringt Menschen, die Spaß am Spaß haben, viel Freude, insbesondere auch den Kindern in dieser oft so unfröhlichen Welt. Leider gibt es immer mehr Menschen, die nur noch nörgeln und verbieten wollen. Ich wünsche den Verantwortlichen des Karnevalumzuges einen fröhlichen 12. Februar mit vielen Teilnehmern und Schaulustigen, und dem Senat rufe ich zu: "Setzt die trübe Brille ab und die rote Nase auf!"

Marianne Schwartz, per E-Mail