Leserbriefe

"Weniger verwalten ist mehr"

Die Überschrift lässt aufhorchen: "Jobwunder für Hartz-IV-Empfänger". Für 28 000 ist das Wunder eingetreten, sie haben einen Job bekommen. Für die restlichen der 175 000 Betroffenen gilt weiter: warten, anstehen, schreiben, warten. Wohl niemand, der die Prozedur auf dem Arbeitsamt kennt, würde die im Artikel beschriebene Hilfe von persönlichen Beratern ausschlagen. Einer für hundert, das ist doch schon was. Bei aller Freude für jeden, der durch die "Berliner Joboffensive" eine Arbeit bekommen hat, frage ich mich dennoch, ob dieser Aufwand wirklich zu relevanten Ergebnissen führt. Zum einen sollten die Unternehmen selbst mehr für den Arbeitsmarkt unternehmen, selbst präzise und direkter über freie Stellen informieren. Zum anderen wäre es ratsam, wenn die Mitarbeiter der Jobcenter auch ohne extra finanzierte Offensive offensiv in die Betriebe gehen würden. So nach der Devise: Weniger verwalten ist mehr.

Werner Dallicho, Köpenick

Als ehemaliger Teilnehmer jener Berliner Joboffensive liest man diesen Artikel natürlich mit anderen Augen. Bei der hohen Zahl an Fällen pro Vermittler konnte man nicht mit einem sofortigen Wunder rechnen und schon gar nicht mit dem passenden Angebot aus der Schublade. Die Trendwende dürfte mehrere Gründe haben. Da gab es, bedingt durch die Konjunktur, eine tatsächlich höhere Nachfrage an Arbeitskräften und dadurch eine abnehmende Anzahl an Bewerbern. In dem Fall konnte der Arbeitssuchende tatsächlich mal zum Erfolg kommen. Die Jobcenter haben natürlich die Arbeitsaufnahmen statistisch erfasst und waren zufrieden, dass der Arbeitssuchende selbst eine passende Stelle fand.

Thom Sabien, per E-Mail

Ich habe Hartz IV und warte auf ein Jobwunder. Bei mir ist es noch nicht angekommen.

Thi Kim-Huong Nguyên, per E-Mail

In einer Großstadt ist mit Lärm zu rechnen

Zum Artikel. "Gericht will Einsatz von Rettungshubschrauber sehen" vom 21. Januar

Wer in einer Großstadt lebt, muss mit Lärm rechnen. Nach Protesten von Anwohnern dürfen Kinder nur noch zu bestimmten Uhrzeiten und leise draußen spielen, Autofahrer müssen zu bestimmten Uhrzeiten oder den ganzen Tag nur Tempo 30 fahren; Flugzeuge sollten erst gar nicht fliegen! Aber wie kommen die Protestler an ihren sonnigen Urlaubsort? Ich wohne schon seit 41 Jahren unter der Flugschneise von Tegel. Und nun klagen schon Anwohner vom Krankenhaus wegen Hubschrauberlärm. Dürfen in Zukunft der Rettungswagen und die Polizei ihre Martinshörner noch benutzen?

Stefan Fellgiebel, per E-Mail

Die Fans sollten zu ihrer Mannschaft stehen

Zum Artikel: "Willkommen in der Realität" vom 23. Januar 2012

Das war zu erwarten, wenn Hertha unter Neutrainer Skibbe gleich das erste Spiel verliert, geht es wieder los, das große Rätselraten und wilde Fluchen. Warum können sich in dieser Stadt so wenige an die Tatsachen gewöhnen und zur Mannschaft stehen, egal, ob sie gewinnt oder verliert? Diese Truppe ist gerade mal aufgestiegen und wird froh sein dürfen, wenn sie nicht wieder absteigen muss. Doch auch wenn die Qualität der Mannschaft nicht an Dortmund heranreicht, so ist sie doch immerhin gut genug, um bestehen zu können. Und wirkliche Fans verlassen eben nicht das Stadion vor dem Abpfiff, auch wenn es da bereits 0:5 stehen sollte wie jüngst beim Spiel Hamburg gegen Dortmund. Wie sagte Olli Kahn doch richtig: Immer weiter, immer weiter.

Jörg Musewald, Treptow

Technik bietet eine Chance zur Ermittlung der Täter

Zum Artikel: "Wieder Autobrände - Polizei muss Erfassung von Handydaten erklären" vom 23. Januar

Die Menge der in den Funkzellen erfassten Daten wird nicht von der Polizei bestimmt, sondern von der Anzahl der in den überwachten Bereichen eingeschalteten Mobiltelefone. Angesichts der Zunahme der Brandstiftungen sind diese Maßnahmen verhältnismäßig, die Reaktionen darauf hysterisch. Die Technik bietet nun einmal Chancen zur Ermittlung der Täter, warum sollte die Polizei sie nicht nutzen?

Hans-Joachim Junge, per E-Mail