Leserbriefe

"Arrogantes Sieger-Denken"

Bundesbauminister Peter Ramsauer offenbart mit diesem Vorschlag nicht nur sein verkrampftes Verhältnis zur deutschen Geschichte - auch im Bezug auf Karl Marx und Friedrich Engels, auf deren Leben und Wirken übrigens im (westlichen) Europa durch Denkmäler und Gedenktafeln vielerorts hingewiesen wird. Nein, er hat auch nicht begriffen, dass genau durch dieses arrogante "Siegerdenken" westdeutscher Entscheidungsträger, seit 1989 viele Chancen vertan wurden, die "Mauer in den Köpfen" gar nicht erst entstehen zu lassen! Im Jahr 23 nach dem Mauerfall erwartet man auch von einem aus dem beschaulichen oberbayerischen Traunreut stammenden Politiker ein kritisches Nachdenken über eigene Positionen aus der Zeit der ideologischen und realen Spaltung unseres Landes. Insbesondere in Zeiten der Krise des Kapitalismus, in denen Banker und Broker unserer Gesellschaft zeigen, wer die reale Macht hat.

Bernd Höfer, per E-Mail

Das ist mal eine gute Idee unseres Bundesbauministers. Weg mit diesem unsäglichen Monument, und zwar nicht nach Friedrichsfelde, sondern gleich in den Schmelzofen. Der Materialwert übersteigt den ideellen Wert bei Weitem.

Rainer Gottlieb, per E-Mail

Dieser Vorschlag ist ein echter Ramsauer. Indem der CSU-Politiker vorgibt, "die historische Achse" des alten Berliner Zentrums wieder herstellen zu wollen (was ihm als bayerisches Urgestein ziemlich Wurscht sein dürfte), verfolgt er in Wahrheit ein anderes Ziel. Der Mann will sei Ruh! Und die ist gestört, solange die Geschichte nicht endlich so funktioniert wie ein Hofbräuhaus. Ab mit den beiden Störenfrieden Marx und Engels auf den Friedhof. Nach Ramsauers Vorstellung saßen die beiden großen deutschen Philosophen offenbar neben Honecker im Politbüro der SED. Dabei waren die Geistesriesen nur sehr oberflächlich ins Gedankengut der alten DDR-Führungsgarde vorgedrungen. Mehr noch, auf gar schrecklich profane und leider auch praktische Weise haben Honecker und Co. bewiesen, dass sie die Schriften und schon gar nicht das dialektische und auf den permanenten Widerspruch gebaute Denken der beiden verstanden haben. Vielleicht sollte wenigstens Herr Ramsauer mal das "Kapital" studieren. Könnte sein, dass er danach zu den Andersdenkenden gehört und das Denkmal dort stehen lässt, wo es uns nachdenken lässt: gleich gegenüber vom alten neuen Schloss!

Jonas Jänicke, Mitte

Ramsauer soll mal die Kirche im Dorf - also Marx und Engels dort lassen, wo sie sind. Geschichte lässt sich nicht rückgängig machen - und wenn wir eine Gerümpelkammer für abgehalfterte Ideologen und Helden brauchen, dann fragen wir Herrn Ramsauer noch einmal.

Heide Binner, per E-Mail

Herr Ramsauer als Verkehrsminister sollte sich lieber um die praxisorientierte Umsetzung der bei unseren Nachbarn seit Jahrzehnten funktionierenden Wechselkennzeichen für Kfz kümmern und Marx/Engels den Berlinern überlassen. Wenn es sein aufreibendes Amt noch zulässt, dann kann er sich ja um Skulpturen in seiner bayerischen Heimat kümmern, Karl Valentin würde mir da einfallen.

Torsten Hübler, Berlin-Schöneberg

Was ist an der Forderung von Ramsauer provokant? Dass Marx und Engels ins Zentrum der Hauptstadt eines demokratischen Staates gehören, finden doch höchstens noch die Ewiggestrigen gut. Andere demokratische Staaten, wie zum Beispiel Litauen, verzichten auch auf steinerne oder bronzene Zeugen der kommunistischen Diktatur. Marx und Engels sind Urheber einer menschenfeindlichen Ideologie, von den DDR-Oberen "wissenschaftliche Weltanschauung" genannt. Deshalb gehören die Figuren ins Panoptikum der Geschichte, aber nicht auf eine öffentliche Grünanlage.

Ralf Drescher, per E-Mail

Gute Alternative zum Hähnchen aus dem Discounter

Zum Artikel: "Veganer erfreuen sich bester Gesundheit" vom 16. Januar

Ich selber lebe vegan und erfreue mich ebenfalls bester Gesundheit. Schön, dass an dieser Stelle ein großes Vorurteil unter die Lupe genommen wurde, mit dem wir Veganer immer zu kämpfen haben, selbst dann, wenn wir dem Bild gar nicht entsprechen.

Michaela Latzel, per E-Mail

Es gibt unzählige Familien in Deutschland, die seit Generationen vegan leben (siehe Vegetarierbund von 1892) - und das gesund. Das sind alles gute Beispiele, dass es auch gute Alternativen gibt zum Hähnchen aus dem Discounter.

Martin Sagel, per E-Mail