Leserbriefe

"Klubs gehen, Klubs kommen"

Das "Non Tox" wich der "O2 World". Der "Lime Club" wurde vom "Alexa" verdrängt. Das "Access" ist ebenso geschlossen wie das "Stilbruch", und die "Unheilbar" und das "Halford" wandern von Standort zu Standort. Das "Sound" hat in den letzten Jahren zugemacht, ebenso das "Kato" unter dem Schlesischen Tor, und in der "Insel" war auch lange Zeit tote Hose. Die Klubszene in Berlin entwickelt sich stets weiter. Klubs gehen und Klubs kommen. Das ist für die, deren Klubs gehen, stets schmerzhaft. In der Regel verbringt man ja sehr prägende und lange Jahre in bestimmten Klubs. Aber es ist absolut nichts Unnormales. So bedauerlich ich auch die Schließung z. B. vom "Knaack" oder "Icon" finde: Hier wird nur lauter geschrien als bei anderen Klubs.

Oliver Kurlvink, per E-Mail

Lärmempfindliche Anwohner? Wie bitte? Bei gemessenen 65 bis 85 Dezibel und mehr hat das mit überhöhter Lärmempfindlichkeit nichts mehr zu tun. Dass Anwohner auf Nachtruhe bestehen, ist doch wohl selbstredend. Wohnen gegen Leben? Oder andersrum: Wer wohnt, lebt also nicht, oder heißt Leben Lärm zu jeder Tages- und Nachtzeit? Vielleicht sollte man das Problem doch mal dort anfassen, wo es liegt. Der Lärmpegel wird ja anscheinend nicht von den Bars erzeugt, sondern von ihren grölenden, kreischenden Besuchern anschließend auf der Straße. Ein dringender Hinweis in den Touristenblättchen und auch in den Bars/Klubs wäre mal gut.

Marion Manthey, per E-Mail

Beim "Icon" sah man die beleuchtete Tür offen, vielleicht ein paar Leute davor. Hören konnte man nur ein zartes Wummern, wenn man direkt an den Kellerfenstern vorbeiging. Oder vielleicht ein paar Leute davor. Gegenüber dem "Icon" wohnt übrigens niemand, da ist ein Sportplatz, und der wird höchstens von schwer atmenden Joggern genutzt oder am Sonnabend mal von Fußballern bespielt. Ob der "Klub der Republik" ("KdR") offen hat, sieht man nur an den sich drehenden Discokugeln, hören kann man auch nur ein leises Wummern, wenn man direkt unten drunter steht oder die Fenster offen sind. Sowohl das "Icon" als auch das "Knaack" oder den "KdR" könnte es noch lange geben, wenn nicht immer der Kommerz über die Kultur siegen würde. Laute Bumm-Bumm-Musik und sich amüsierende Menschen sind keine Kultur, mögen jetzt die Kapitalbesitzer sagen. Deren "Wir haben hier viel Geld investiert und wollen jetzt unsere Ruhe haben"-Mentalität hat aber auch nix mit Kultur zu tun. Das ist reines Spießertum.

Android Neumann, per E-Mail

Deutschland wird auch noch seine Bonität verlieren

Zum Artikel: "Linde-Chef: Euro nicht um jeden Preis retten" vom 16. Januar

Linde-Chef Wolfgang Reitzle gebührt der Dank aller Deutschen, da er offen aufgezeigt hat, dass eine immer höhere Verschuldung des Euro, wie sie durch die sogenannten Euro-Rettungsschirme eingeleitet und durch die geplante Fiskalunion, ein fast krimineller Verstoß gegen EU-Recht, ins Uferlose erweitert wird, zur endgültigen Vernichtung des Euro führt. Und Deutschland, das bereits heute schon aus ungedeckten Schulden für die Beamtenversorgung in Höhe von 1,4 Billionen Euro zusammen mit bestehenden Staatsschulden in Höhe von 2 Billionen und den Rettungsschirmen in Höhe von 2 Billionen einen Schuldenberg von etwa 5,4 Billionen Euro vor sich herschiebt, wird demnächst auch seine Bonität verlieren. Da fast alle europäischen Länder vor dem Bankrott stehen, muss letztlich Deutschland wegen der Bürgschaften für alle Schulden einstehen. Nicht die Ratingagenturen sind am kommenden wirtschaftlichen Zusammenbruch der europäischen Staaten schuld, sondern deren total unfähige Politiker, die ihre Länder durch Fehlentscheidungen abgewirtschaftet haben und sie nunmehr noch weiter in den gemeinsamen Sumpf ziehen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Verbraucher in Deutschland wird besser informiert

Zum Artikel: "Made in Germany in Gefahr" vom 16. Januar

Die geplante Regelung bedeutet noch lange nicht den Untergang der heimischen Industrie. Sie besagt doch nichts anderes, als dass der Wert des in Deutschland erschaffenen Produktes mindestens zu 45 Prozent hier erwirtschaftet werden muss. Bedeutet aber gleichzeitig, dass bis zu 55 Prozent des Produktwertes im Ausland erwirtschaftet werden können und dieses Produkt trotzdem als rein deutsches Produkt bezeichnet werden darf. Der Verbraucher in Deutschland würde mit dieser Neuregelung besser über die Produktionsherkunft informiert und könnte besser durch seine Kaufentscheidung ein Zeichen zum Beispiel gegen Kinderarbeit in anderen Ländern setzen.

Markus Nonninger, per E-Mail