Leserbriefe

"Zu viele Autos in der City"

Ich finde, Berlin hat schon zu viele Tempo-30-Zonen. Wenn Ausfallstraßen generell und nicht nur vor Schulen beschränkt werden, führt das automatisch dazu, dass viele Autofahrer gar nicht erst zur Ausfallstraße fahren, sondern parallel dazu durch die Wohngebiete, in denen zu Recht Tempobeschränkungen angeordnet sind. Da diese meist ohne Ampel sind, ist dadurch die Durchschnittsgeschwindigkeit höher. Dann gibt es auch Straßen, die den Tag über von 7 bis 19 Uhr auf Tempo 30 beschränkt sind und wieder ab 22 Uhr bis 6 Uhr wegen der Nachtruhe. Da könnte man dann gleich eine Tempobegrenzung ohne Einschränkungen erlassen.

Ottmar Sliwka, per E-Mail

Wenn es nach den Grünen ginge, dann hätten wir auch auf dem Autobahnstadtring längst Tempo 30. Dadurch würde sich der Schadstoffausstoß zwar auch nicht verifizierbar verringern, aber wir könnten wieder Pferdefuhrwerke zur Beförderung von Waren aller Art auf die Reise schicken. Es gibt nun wahrlich genug verkehrsberuhigte Zonen in der Stadt. Das Problem besteht doch eher darin, dass es zu viele Autos in der City gibt. Es mangelt an Ideen und überhaupt an der Bereitschaft, neue Ideen entwickeln zu wollen. Die Politik bleibt in ihren pragmatischen Schadensbegrenzungsversuchen stecken. Das beste Beispiel dafür war die Einführung der völlig sinnlosen Feinstaubplakette. Wofür wird eigentlich das dafür eingesammelte Geld verwendet? In welches Haushaltsloch wurde das versenkt?

Friedhelm Genthner, Friedrichshain

Berufsbedingt habe ich mich unter anderem auch mit Lärm beschäftigt. Unser tägliches Leben bewegt sich bei 80 Dezibel. Das bedeutet, dass im Arbeitsleben bereits Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden müsste. Das bedeutet, dass wir eigentlich, wenn wir vor die Tür gehen, Hörschutz in die Ohren stecken müssten. Vielleicht sollte die Autoindustrie die lauten Auspuffrohre abschaffen! Man kann es fast täglich erleben, dass es Herrschaften gibt, die mit massivem Radau ihre Autos auf 100 Metern von null auf Tempo 100 bringen. Dieses auch nachts, sodass man senkrecht im Bett sitzt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge erhöhen jährlich ihre Martinshörner um zehn Dezibel, damit sie noch durch unseren täglichen Lärm durchkommen. Dieser gesamte Lärm macht nur krank.

Stephan Knolle, per E-Mail

Als Anwohner der Schildhornstraße in Steglitz sollte ich froh darüber sein, dass auf diesem stark befahrenen Autobahnzubringer Tempo 30 gilt. Allein wegen der Lärmbelästigung. Aber seit hier die 30er-Zone eingeführt wurde, ist keine Verbesserung der Situation eingetreten. Ich habe eher den Eindruck, dass der Lärmpegel durch die entstehenden Ampelstaus und das damit verbundene neue Anfahren der Autos stärker geworden ist. Die Schadstoffbelastung der Luft - so entnahm ich der Presse - soll sich auch nicht vermindert haben. Da wird wohl nur ein Tunnel helfen, der die Schildhornstraße als Autobahnzubringer entlasten könnte.

Wolfgang Rost, Steglitz

Armer Präsident, aber nicht in finanzieller Hinsicht

Zum Artikel: "Merkel spricht Wulff erneut Wertschätzung aus" vom 16. Januar

Trotz Merkel-Rettungsschirm: jeden Tag eine neue Nachricht von der "Wulff-Front". Aber egal, was noch scheibchenweise ans Licht der Öffentlichkeit kommt - Christian Wulff wird als armer Präsident Gierhals oder Präsident Raffzahn in die Bundespräsidialamtsgeschichte eingehen, egal, ob er sein Amt aussitzt oder vorzeitig geht. Und arm ist nicht in finanzieller Hinsicht gemeint.

Siegfried Kuhn, per E-Mail

Rentner und Arbeitslose müssen draußen bleiben

Zum Artikel: "Zwei Euro Eintritt für den Park" vom 14. Januar

Der wieder einmal neu vorgetragenen Forderung der Schlösserstiftung, Eintrittsgebühren für die Parkanlagen in Sanssouci zu erheben, muss ganz entschieden entgegengetreten werden. Es widerspräche zutiefst wesentlichen demokratischen Grundsätzen (wie Gleichheit!), wenn man von den Bürgern Gebühren erheben wollte für den regelmäßigen, gewohnten oder auch nur mal spontanen Spaziergang im Park, den sich dann Kleinrentner, Arbeitslose oder Hartz-IV-Empfänger dreimal überlegen oder verkneifen würden. Die Bessergestellten blieben wieder einmal unter sich. Natürlich gilt es, das Erbe zu erhalten. Doch bringen die Besucher sowohl der Gastronomie als auch anderen Geschäften jedes Jahr ansehnliche Umsätze und damit auch dem Fiskus entsprechende Steuern, die dann auch für die Gartenanlagen zu verwenden sind. Die Stiftung wird sich dabei aber auch die Frage nach vernünftigem und sparsamem Wirtschaften gefallen lassen müssen.

Dieter Fiedler, per E-Mail