Leserbriefe

"Polizei personell verstärken"

Deutschland mit seinen geringen Strafen lädt förmlich zum Diebstahl auf Bestellung ein. Hier ist die Justiz aufgerufen, härter durchzugreifen. In den USA hat dies für mehr Sicherheit der Bevölkerung gesorgt. Ein Senat, der auf Teufel komm raus Millionen in Opernhäuser steckt und sich die Sanierung des ICC ein paar Hundert Millionen Euro kosten lässt, aber im Gegenzug sozialen Jugendeinrichtungen finanzielle Mittel streicht, braucht sich über zunehmende Kriminalität nicht zu wundern. Hoffentlich verstärkt der neue Senat jetzt endlich spürbar das Personal bei der Polizei.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Es ist sicher richtig, dass der unverantwortliche Personalabbau der vergangenen Jahre bei der Polizei von der CDU kritisiert wurde. Unverständlich ist nur, dass der neue CDU-Innensenator Frank Henkel meint, "wir werden uns vor allem darauf konzentrieren, die Polizei personell zu stärken und die Präsenz in der Fläche zu verbessern", aber der Koalitionsvertrag nur von einer Personalverstärkung von 250 Beamten in fünf Jahren ausgeht.

Harry Döring, per E-Mail

Mich wundert diese Entwicklung nicht. Wenig Präsenz der Polizei, allerorten darf man oft ohne Konsequenzen Gesetze übertreten: im Straßenverkehr, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, auf den Straßen, Parks und Plätzen. Wir selbst sind Anfang Oktober 2010 Opfer eines brutalen Einbruchs geworden, am helllichten Tage gegen 11.30 Uhr. Eine moderne, eigentlich gut gesicherte Wohnungstür in einem modernen Mehrfamilienhaus in der Nähe des Arkonaplatzes in Mitte hielt Tageseinbrecher nicht davon ab, mit brutaler Gewalt die Tür mit den Verriegelungen durch die Stahlzarge zu rammen und in der Wohnung blitzschnell überwiegend Wertsachen, Schmuck und Uhren zusammenzuraffen und ebenso schnell wieder zu verschwinden. Die am Tatort erschienene Kriminalpolizei agierte reichlich uninteressiert. Bei einem Bekannten wurde in der Schwedter Straße ebenfalls am Tage trotz Alarmanlage, die bei der Polizei aufgeschaltet war, eingebrochen. Der Geschädigte war eher am Tatort als die Polizei. Während die fünf Beamten allesamt in die Wohnung stürzten und den Tatort beäugten, verschwanden die Täter aus dem Treppenhaus, wo sie sich bis zum Eintreffen der Polizei verborgen hatten. Aber irgendwie kann ich die Polizeibeamten auch verstehen: So, wie die Polizei in den vergangenen Jahren vom damaligen Senat, speziell von Innensenator Körting und dem damaligen Polizeipräsidenten behandelt wurde, wäre ich auch schlecht motiviert.

Bernd Hupasch, per E-Mail

Die Entwicklung ist selbst verschuldet, die Einsparungen etwa beim Personal zeigen ihre Auswirkungen. Der neue Senat muss hier gegensteuern. Die Bürger wollen in Sicherheit leben und in Urlaub fahren können, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass zu Hause etwas passiert.

Christian Lukner, per E-Mail

Das soziale Engagement der Kirche nicht vergessen

Zum Artikel: "Eine Million Deutsche wollen aus Kirche austreten" vom 22. Dezember

Es ist selbstverständlich die eigene und unbeeinflusste Entscheidung, in der Kirche zahlendes Mitglied zu sein - oder auch nicht. Mit Glauben hat das generell nichts zu tun. Nur sollte das soziale Engagement des "Unternehmens Kirche" nie vergessen werden: Kindergärten, Altenheime, diverse In- und Auslandshilfseinsätze und vieles mehr. Zusätzlich sollten auch nicht die religiös bedingten Feiertage vergessen werden. All dies wird gern und selbstverständlich mitgenommen. Doch dafür ist auch ein gewisser Einsatz nötig. Oder haben die Austritte etwas mit der Zwangsabgabe Kirchensteuer zu tun? Auch hier sind Reformen erforderlich.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Nur konsequentes Absperren könnte Unglücke verhindern

Zum Artikel: "Unter Kreidefelsen begraben" vom 28. Dezember

Offensichtlich spielen bei der Frage, ob eine komplette Sperrung des Küstenstreifens von der Seeseite und auf der Landseite erfolgen soll, auch touristische und damit finanzielle Interessen eine Rolle. Letztlich helfen ohnehin nur absolute Sperrungen und keine Warnhinweise.

Frank Künzel, Kladow

Erdrutsche an Rügens Steilküste sind auch künftig nicht zu verhindern. Wer das Risiko für Menschen durch zufällige Naturgewalten rigoros ausschließen will, wird scheitern. Unsere Politiker werden jetzt zwar über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen debattieren, verhindern können sie weitere Unglücke dieser Art wohl aber nicht.

Albert Alten, per E-Mail