Leserbriefe

"Ich finde, das ist Mobbing"

Christian Wulff, der nach dem Urteil von sachlich unbestechlicher Seite für das höchste Amt des Staates als für nicht tragbar gehalten wird, bleibt dennoch im Amt. Er räumt beachtliche Irritationen ein und gesteht, dass dies nicht gradlinig war. Als gebrochener und schon mitleidsvoll gedemütigter Mann verlässt er das Rednerpult, und die Union erklärt die Debatte für beendet. Ein merkwürdiges Schauspiel wird der Öffentlichkeit hier geboten. Im Ergebnis fremd für die, die noch an die gradlinige, unbestechliche Werteorientierung des vorbildlichen Dienens glaubten.

Harry Döring, per E-Mail

Dieses ständige unanständige Nachkarten von Leuten, deren wahre Absichten leicht zu durchschauen sind, hängt mir zum Hals raus. Was erwarten sich diese Nachtreter? Dass sich Wulff in Sack und Asche hüllt? Irgendwann muss das alles ein Ende haben, zumal unser Präsident in seiner Amtsführung alles richtig gemacht hat.

Hans-Georg Reiss, per E-Mail

Lange habe ich mir die Meinungen der deutschen Bürger, was den Bundespräsidenten betrifft, angehört. Ich finde, das ist Mobbing. Es sind doch immer die gleichen Politiker, die an den Politikern der Regierungspartei kein gutes Haar lassen. Wir können stolz sein, dass wir ein so attraktives Paar zum Repräsentieren im Ausland haben. Ein Bundespräsident soll ja keine hohe Politik betreiben. Ich habe nur den einen Wunsch, dass Wulff auf keinen Fall zurücktritt.

Christel Rinck, per E-Mail

Bisher hat Frau Merkel uns erklärt, dass systemrelevante Banken zu stützen seien, um größeren Schaden vom Land abzuwenden. Nun meint SPD-Chef Sigmar Gabriel, es würde eine echte Staatskrise drohen, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte. In der Geschichte der Bundesrepublik wäre das ein Novum, wenn nicht nur Banken, sondern nun auch schon Bundespräsidenten systemrelevant wären. Eine Steilvorlage für Wulff. Er könnte durch seine Anwälte jetzt erklären lassen, dass er aus reiner Staatsräson nicht zurücktritt, zur Vermeidung besagter Staatskrise.

Roger Morell, per E-Mail

Schluss mit dem schmutzigen und scheinheiligen Krieg gegen Wulff. Anständige Bürger empfinden inzwischen tiefsten Ekel vor diesem abgekarteten Schmierentheater. Deutschland hat wichtigere Probleme zu lösen, als ideologischem Schwachsinn nachzugehen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Die Art der Berichterstattung in Medien empfinde ich als gnadenlos und unerträglich. Die Talkrunde des Herrn Jauch zu diesem Thema war für mich abwertend, abstoßend und menschenverachtend. Nur mit Häme wird über die Leistungen des Herrn Wulff geurteilt.

Gabriele Kluger, Mariendorf

Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten war nichtssagend und voller Allgemeinplätze. Zum Glück hat er Begriffe wie Glaubwürdigkeit, Bescheidenheit und Vertrauen von seinen Redenschreibern erst gar nicht zu Papier bringen lassen. Zu seinen obskuren Immobilienkrediten und seinen Amigos merkte er kein Wort an. Nach dieser Weihnachtsansprache zeigt sich erneut: Der niedersächsische Ex-Ministerpräsident Christian Wulff hat weiterhin eine Menge vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Albert Alten, per E-Mail

Die Jagd auf unseren Bundespräsidenten von Medien und besonders von den Oppositionspolitikern muss schnellstens eingestellt werden. Es erinnert mich an die Jagd der Grünen auf Bundespräsident Horst Köhler, der nach dem unsäglichen Vergleich mit dem kranken Bundespräsidenten Heinrich Lübke das Handtuch warf.

Gerhard Loeper, per E-Mail

Der Bundespräsident hat als Ministerpräsident Vorteile im Amt entgegengenommen, seien es Urlaubsreisen, sei es ein Kredit mit Zinsen weit unterhalb der marktüblichen Zinsen oder seien es Sponsoren, die sein Buch promotet haben.

Michael Hirdes, per E-Mail

Die ganze Diskussion über Wulff ist sinnlos. Dieses Grüßaugustamt gehört abgeschafft. Wenn Wulff wider Erwarten doch zurücktritt, dann zahlen wir für drei noch relativ junge Präsidenten. Der nächste Politiker für dieses Versorgungsamt ist sicher schon auf dem Sprung.

Klaus Dahms, per E-Mail

Wie schön, dass es keinerlei Probleme in Deutschland, Europa und sonst wo auf der Welt gibt. So bleibt viel Raum, um täglich über Neuigkeiten in der sogenannten Affäre Wulff berichten zu können.

U. Engelke, Dahlem