Leserbriefe

"Chance auch für Berlin"

Endlich eine gute Nachricht aus Schönefeld, denn die Lufthansa hat Berlin seit Kriegsende links liegen gelassen und auch erst kürzlich verkündet, dass es für sie kein Drehkreuz auf dem BER Schönefeld geben wird. Gleichzeitig verhindert sie durch intensive Lobbyarbeit die Expansion von Emirates nach Berlin. Die Fluggäste aus Berlin und Brandenburg sind es leid, auf Langstrecken zeit- und kräfteraubend über Frankfurt fliegen zu müssen. Nun bekommen Air Berlin und der BER eine Chance, international wettbewerbsfähiger und auch für Fluggäste aus Osteuropa und Skandinavien attraktiv zu werden.

Hans-Joachim Junge, per E-Mail

Da sind wir Berliner Herrn Mehdorn aber außerordentlich dankbar, dass er mit den Arabern und der Fluglinie Etihad Airways einen Deal gemacht hat. Nachdem er die Bahn heruntergewirtschaftet hat, dürfte es mit dieser Airline auch nicht schwierig werden.

Ilse Zippel, per E-Mail

Wer von Berlin nach Shanghai oder Tokio will, fliegt eine Stunde nach Frankfurt oder München, kalkuliert zwei Stunden Umsteigezeit ein und kann nach einer weiteren Stunde Flugzeit nach Osten erneut den Wannsee aus der Luft sehen, während der Direktflug von Tegel nach Peking sich schon kurz vor dem Ural befindet. Im Frühjahr 2010 verkündete die Lufthansa, dass sie keine Asienflüge von Schönefeld auflegen wolle. Wenn ich mit Air Berlin/Etihad nach Tokio will, spare ich mir die zwei Stunden West-Ost-Pendelei, habe aber mit der weitaus geringeren Flugdichte nach Abu Dhabi wahrscheinlich eine längere Verweilzeit in Abu Dhabi. Schönefeld-Kandidaten wie Quantas wird ein solches Angebot nicht sonderlich motivieren. Nicht ohne Grund hat man bisher den Anflug von Emirates nach Schönefeld zu verhindern gewusst. Für Air Berlin war Etihad die Rettung, für Schönefeld ist es eine Minderung der Attraktivität, denn dort werden 30 Prozent Businesspassagiere eingecheckt und die wollen schnell von A nach B. Für den BER heißt es, noch attraktiver für Nonstop-Verbindungen zu werden, etwa mit einem Flugbetrieb rund um die Uhr.

Manfred Neumann, Lichterfelde

Es fehlt eine moralische Instanz, die so dringend gebraucht wird

Zum Artikel: "Kann Wulff Bundespräsident bleiben?" vom 21. Dezember

Die Euro-Krise, Konjunkturschwäche, soziale Spaltung der Gesellschaft - es gibt jede Menge Probleme, die die Politik nicht oder kaum in den Griff bekommt. Die Finanzmärkte bestimmen letzten Endes, wo es langgeht. In solchen Zeiten brauchen wir eine Rückbesinnung auf Werte, unser Leben kann und darf nicht nur vom Konsum bestimmt werden. Leider sind auch die Turbulenzen um unseren Bundespräsidenten nicht geeignet, Versöhnung, Vertrauen und Glaubwürdigkeit in unserer Gesellschaft zu mobilisieren. Es fehlt eine moralische Instanz, die so dringend in dieser Zeit gebraucht wird.

Christian Lukner, per E-Mail

Immenser menschlicher und finanzieller Tribut

Zum Artikel: ",Hey Leute, ihr habt es geschafft'" vom 19. Dezember

Was waren das noch für Zeiten, als ein ehemaliger amerikanischer Präsident medienwirksam auf einem Flugzeugträger den Sieg über Saddam Hussein im Irak verkündete. Der Irak sollte zu einer leuchtenden demokratischen Oase im Nahen Osten werden und als Basis für eine fortschreitende Demokratisierung dienen. Ein Optimist würde das Land höchstens als stabil bezeichnen, ein Pessimist würde von einem gescheiterten Staat reden. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Der Abzug der Amerikaner ist dementsprechend emotionslos verlaufen. Obwohl dieser Akt eher symbolischer Art ist. Die Supermacht ist nach wie vor mit Tausenden Amerikanern im Irak vertreten. Letztlich geht es immer noch um ein paar Tropfen Erdöl. Der bezahlte Tribut jedoch ist menschlich und finanziell für die USA immens, und die verursachten Probleme dieser auf Lügen aufgebauten Intervention sind noch immer nicht gelöst. Die USA haben im Irak wieder ein Stückchen Glaubwürdigkeit verspielt.

Pascal Merz, per E-Mail

Eine Massenveranstaltung ohne Glamour

Zum Artikel: "Dieter Kosslick bleibt der Berlinale erhalten" vom 21. Dezember

Unter Kosslicks Ägide verkam die Berlinale mehr und mehr zu einem Provinzfestival. Internationale Stars lassen sich kaum noch sehen. Die wenigen, die noch kommen, werden wie Helden gefeiert. Heute ist es ein Publikumsfestival, eine Massenveranstaltung ohne Glamour. Nur die stets gleichen deutschen Promis sind omnipräsent.

Fritz Thaler, per E-Mail