"Ansehen stark angekratzt"

Man mag über die Eignung von Christian Wulff als Bundespräsident durchaus unterschiedlicher Meinung sein, aber jeder Politiker hat ein Recht auf die Gestaltung seines Privatlebens, solange, wie im vorliegenden Fall, eindeutig geklärt ist, dass keine öffentlichen Belange verletzt werden. Kleinkarierte Spießbürger sollten nicht auf eine Moral pochen, die sie meist selbst nicht besitzen. Die jetzt gegen den Bundespräsidenten laufende Schmutzkampagne lässt bei anständigen Bürgern nur Abscheu vor deren Initiatoren aufkommen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wenn Wulff vor seiner Wahl als niedersächsischer Ministerpräsident oder Bundespräsident schon mit den genannten oder anderen Persönlichkeiten befreundet war, kann man ihm doch keinen Vorwurf machen, diese Freundschaften weiter zu pflegen oder sich auch finanziell helfen zu lassen.

Marianne Girbig, per E-Mail

Der CDU-Politiker und Bundespräsident Christian Wulff sollte noch vor Weihnachten an seinen Rücktritt denken, um weiteren Schaden vom Amt und der Würde eines Bundespräsidenten abzuwenden. Den Rückhalt als glaubwürdiger und unabhängiger Politiker hat er längst verloren.

Albert Alten, per E-Mail

Als vor Jahren der französische Außenminister Roland Dumas wegen Korruption vor Gericht stand, ging es um Schmuck und eine Luxuswohnung in Paris - für die Geliebte. Christian Wulff war weniger anspruchsvoll. Er wollte sich mit ein paar Prozent Zinsersparnis beim Bau des neuen Einfamilienhauses begnügen. Natürlich ist der 500 000-Euro-Privatkredit keine Korruption. Schmierig wirkt es trotzdem, denn als Ministerpräsident verfügte er über beste Bonität und hätte den Kredit von jeder Bank bekommen. Solche Fehlgriffe passieren, wenn Politik vor allem als Möglichkeit zum sozialen Aufstieg begriffen wird.

Erich Lienhart, per E-Mail

Noch vor einigen Jahren ging ein Artikel durch die Weltpresse mit der Überschrift "Das Glück der Deutschen mit ihren Präsidenten". Leider scheint diese Serie gerissen zu sein. Um weiteren Schaden vom Amt des Bundespräsidenten abzuwenden, sollte Wulff zurücktreten.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Ich finde es erschreckend, auf welchem geistigen Niveau sich unsere Politiker befinden. Was hat man davon, Jahre später jemanden beschädigen zu wollen. Als Bundespräsident hat er sich nichts zuschulden kommen lassen. Wo ist das Problem?

B. Kammer, per E-Mail

Eines steht fest: Stürzt der Bundespräsident über diese Affäre, wackelt auch der Stuhl der Bundeskanzlerin, und das Ansehen des höchsten Amtes im Staate dürfte mehr als angekratzt sein.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Auch wenn das Ehepaar Geerkens mit Wulff befreundet ist, so verstößt der gewährte Kredit über 500 000 Euro mit einem Zinssatz von vier Prozent gegen das Verbot der Vorteilsnahme im öffentlichen Dienst, da bei einer Bank mindestens 5,43 Prozent Zinsen fällig gewesen wären.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Nach Köhler, der buchstäblich weichgeklopft wurde, ist jetzt auch Wulff zum Abschuss freigegeben. Spielt es denn keine Rolle, dass Wulff unseren Staat mit viel Verstand und niveauvollem Auftreten erheblich besser repräsentiert, als man es anfangs erwartet hat? Es ist an der Zeit, dass wieder so etwas wie politische Kultur in unserem Land eintritt.

Fritz Matern, Birkenwerder

Kalkulation der Zuschüsse sollte dringend überprüft werden

Zum Artikel: "Treberhilfe: Ex-Chef fordert politische und juristische Aufklärung" vom 17. Dezember

Die Schuld an der Insolvenz trifft vor allem Ehlert selbst. Als Maserati-Harry hat der den neuen Typ Sozialschmarotzer gegeben, der aus Zahlungen für soziale Projekte ein fürstliches Leben finanziert. Untersucht werden sollte, wie es dazu kommen konnte, dass Zahlungen der Kommune an Obdachlose so kalkuliert waren, dass Luxusautos, eine Villa und ein deutlich überhöhtes Geschäftsführergehalt herausgesprungen sind.

Ralf Drescher, per E-Mail