Leserbriefe

"Differenzierte Regelung nötig"

Eine Praxisgebühr von fünf Euro pro Arztbesuch klingt viel und ist gerade für Rentner viel, da kommen schnell 20 bis 30 Euro im Monat zusammen, vor allem wenn es sich etwa um Wiederholungsrezepte oder Überweisungen zum Facharzt handelt. Da könnte man froh sein, chronisch Kranker zu sein, denn die sollen ja von der Neuregelung ausgenommen sein. Folglich sollten auch alle die Arztbesuche ausgenommen werden, die nur zustande kommen, weil hier ein bürokratischer Aufwand, vorgegeben durch die Krankenkassen, notwendig ist. Da man mit höherem Alter meist häufiger zum Arzt muss, sollten auch die Besuche von Menschen ab etwa 70 Jahren von dieser Regelung ausgenommen werden.

Norbert Jurk, per E-Mail

Das Einzige, was den Bundesminister stört, ist der Patient, weil er anscheinend zu viel aus vermeintlicher purer Langeweile seine Ärzte besucht. Der erhoffte regulierende Faktor der Praxisgebühr hat sich nicht eingestellt, erkennt man recht spät, denn die Einnahmen versinken in Sümpfen von Gesundheitsreformen, anstatt die Beiträge der Mitglieder zu senken.

Andreas Großmann, per E-Mail

Bei der Reform der Praxisgebühr zur Verringerung der Anzahl der Arztbesuche muss unterschieden werden zwischen Arztbesuch und dem Besuch an der Rezeption der Praxis, um ein Rezept für Medikamente oder eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen zu lassen.

Siegfried Brunner, per E-Mail

Ex-Minister sollten sich ein wenig mehr in Zurückhaltung üben

Zum Artikel: "Euro-Zwist im Bundestag" vom 16. Dezember

Es gab überwiegend lobende Worte auf der europäischen Bühne für die intensive und integrative Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Stabilisierung der Europäischen Union. Was aber ist das für ein heuchlerisches und scheinheiliges Auftreten der SPD-Spitze? Auf der einen Seite beklatscht sie frenetisch die warnenden Worte des SPD-Urgesteins und Altbundeskanzlers Helmut Schmidt vor deutsch-nationaler Dominanz, um danach die Erfolge und Bemühungen von Frau Merkel als zu gering und unzureichend zu kritisieren. Wer erst kürzlich als Minister an deutscher Regierungspolitik so aktiv beteiligt gewesen ist wie etwa Steinmeier oder Gabriel, sollte mehr Zurückhaltung üben, statt doppelzüngig aufzutreten und der eigenen Glaubwürdigkeit zu schaden.

H. Friedrich, Hoppegarten

Die S-Bahn entschädigt und entschuldigt seit drei Jahren

Zum Artikel: "Totalausfall: S-Bahn zahlt Entschädigung" vom 17. Dezember

So langsam muss man ja davon ausgehen, dass sogenannte "Entschädigungs-" und "Entschuldigungsleistungen" die Berliner S-Bahn weit günstiger kommen, als der redliche Versuch, einen zumindest teilweise fahrplanmäßigen Betrieb anzubieten. Seit mehr als 3 Jahre werden die Kunden der S-Bahn "entschädigt" und "entschuldigt". Aber sind sich die Verantwortlichen der S-Bahn eigentlich auch nur ansatzweise im Klaren darüber, dass sie durch ihre unverzeihliche mangelhafte Führung Existenzen gefährden? Welchen Arbeitgeber interessiert es, dass sein Arbeitnehmer wegen Schlamperei bei der S-Bahn regelmäßig seinen Arbeitsplatz unpünktlich erreicht? Und welchen Arbeitgeber interessiert es, dass sein Arbeitnehmer für die Schlamperei bei der S-Bahn zum unzähligsten Mal mit dem Gegenwert einer Monatskarte als "Entschuldigung" vertröstet wurde? Hier ist wohl dringend die Politik gefordert um entweder mit sofortiger Wirkung und ohne wenn und aber hundertprozentige Leistung von der Berliner S-Bahn einzufordern, oder die Deutsche Bahn als Betreiber der S-Bahn so schnell wie möglich wegen Nichterfüllung bestehender Verträge aus der Stadt zu vertreiben!

Michael Hirdes, per E-Mail

Über soziale Hintergründe der Schüler meist nichts bekannt

Zum Artikel: "Herkunft entscheidet über Schulnoten" vom 15. Dezember

Wieder einmal will eine fragwürdige Studie belegen, wie stark die ach so ungerechten Lehrer die Kinder nach ihrer sozialen Herkunft beurteilen. Fakt ist, dass die Schülerbögen schon lange nicht mehr Auskunft über den sozialen Hintergrund eines Schülers geben, zum Beispiel durch Berufsangaben der Eltern. Bei der Korrektur einer Klassenarbeit oder der Erteilung einer mündlichen Note spielt der soziale Hintergrund überhaupt keine Rolle. Wie sollte man bei der Bewertung jeder Schülerleistung oder der Oberschulempfehlung die soziale Herkunft einbeziehen können, wenn man sie gar nicht kennt?

Lutz-Werner Thorey, Gatow