Leserbriefe

"Politisch motivierte Kampagne"

| Lesedauer: 4 Minuten

Auch ein Staatsoberhaupt ist ein Mensch und kann sich selbstverständlich Geld von einer Bank, von Familienmitgliedern oder Bekannten leihen. Die Kampagne gegen den sehr menschlichen und sympathischen Bundespräsidenten ist rein politisch motiviert. Wir sollten endlich damit aufhören, unser gesamtes Führungspersonal so zu demontieren. Wenn Herr Oppermann meint, dass für einen Bundespräsidenten andere Maßstäbe gelten würden, dann muss ich dem entgegenhalten, dass auch die höchsten Repräsentanten Menschen wie du und ich sind. Die SPD sollte mit ihrer billigen Kampagne aufhören, aus Politikern plötzlich Götter machen zu wollen, und ebenfalls aufhören, nach jedem Haar in der Suppe zu suchen. Eine bewusst falsche Information des niedersächsischen Landtags liegt hier meiner Ansicht nach nicht vor.

Christoph Luban, per E-Mail

Reicht es immer noch nicht mit der Politikverdrossenheit? Nun ist auch noch das Amt des Bundespräsidenten gründlich beschädigt. Kann man trotz wiederholter erheblicher Vorteilsnahme im Amt (Maschmeyer, Hunold, Geerkens) noch unabhängiges Vorbild sein für Hartz-IV-Empfänger, Rentner, Geringverdiener? Erst jetzt wird wohl jedem klar, welcher Verlust der Rücktritt von Wulffs Vorgänger war. Schon den Kandidaten Wulff hätte niemand akzeptieren dürfen.

Anke und Dr. Cord Schwartau, per E-Mail

Ich bin politisch gesehen kein Fan von Christian Wulff. Ich finde es aber unmöglich, wie seine Person und das Amt des Bundespräsidenten beschädigt werden. Vor allem ist diese Außenwirkung schadhaft für unser Land.

Eric Duve, per E-Mail

Es ist egal, ob der CDU-Politiker und heutige Bundespräsident Christian Wulff im Landtag von Hannover die Unwahrheit gesagt und als niedersächsischer Ministerpräsident einen verschwiegenen Privatkredit in Höhe von einer halben Million Euro von der Gattin eines befreundeten Unternehmers bekommen hat oder nicht. Es ist ebenso egal, ob Wulff sich und seine Frau vor Jahren von Air Berlin kostenlos für einen Flug von der Economy- in die Business-Class hat hochstufen lassen. Alles kein Problem für den CDU-Politiker aus Niedersachsen. Er sitzt eine Affäre nach der anderen aus und bleibt wohl Bundespräsident, bis sich die politischen Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern und er keine Stimmenmehrheit mehr in der Bundesversammlung bekommt.

Albert Alten, per E-Mail

Anhand der Berichte hat Christian Wulff nichts gemacht, was ihn diskreditieren könnte. So langsam bekomme ich aber das Gefühl, dass wer auch immer systematisch versucht, sämtliche beliebten Politiker der CDU/CSU und FDP in Misskredit zu bringen. Das empfinde ich als Hetze gegen unsere Regierung, die schließlich mehrheitlich gewählt wurde.

Esther Donau, per E-Mail

An Peinlichkeit kaum noch zu überbieten

Zum Artikel: "Noch ein Comeback des talentierten Mister Guttenberg" vom 13. Dezember

Guttenberg geht es nicht um Geld - das hat er im Überfluss. Der Mann braucht eine Bühne. Ein Blender ohne Bühne? Das geht nicht. Aber muss es ausgerechnet die Politik sein? Ich denke, wir haben so viele ungelöste Probleme, da brauchen wir Fachleute. Aber eine Politik, die aus Blendern besteht? Reichen denn nicht schon ein Oettinger oder eine Koch-Mehrin aus? Muss denn nun noch ein krankhafter Blender dazukommen? Vielleicht will er ja mit seiner Frau gemeinsam im Schützengraben des Internets ein paar Fotos machen lassen? Nun ja, Frau Palin hatte auch außenpolitische Kenntnisse, weil sie von ihrem Fenster aus nach Russland sehen kann. Guttenberg hat ebenfalls Internetkenntnisse, weil er durch das Internet aufgeflogen ist. Es ist nur noch peinlich, was dieser Mann ausstrahlt.

Harald Morun, per E-Mail

Die EU-Kommissarin Neeli Kroes hat mit ihrer Aussage "ich suche nach Talent, nicht nach Heiligen" und indem sie Karl-Theodor zu Guttenberg als "fähig und unkonventionell" charakterisierte, hohes politisches Format gezeigt. Leider sucht man Talent bei den übrigen Politikern meist vergebens.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Wenn man denn unbedingt den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will, ist Plagiator Guttenberg schon die richtige Wahl. Immerhin kann er ja dabei helfen, Zitate für Doktorarbeiten zu finden. Traurig ist nur, dass es offenbar keine geeigneten Kandidaten mehr für politische Ämter gibt, sodass man immer wieder auf abgehalfterte Gescheiterte zurückgreifen muss.

Oliver Laudahn, per E-Mail