Leserbriefe

"Einen Weg zurückgelegt"

Es gibt mit Sicherheit interessantere Menschen in Berlin als diesen Bushido. Ich habe mir das Interview bis zur Mitte durchgelesen, dann konnte und wollte ich mir diesen Schwachsinn nicht länger antun. Lasst Bushido da, wo er hingehört, und bietet ihm keine weiteren Plattformen für seine "Weltanschauung". Ein solches Interview in der Berliner Morgenpost reicht, bitte nicht mehr.

Thomas Kramer, per E-Mail

Vielen Dank für dieses Interview. Journalistisch auf einem Niveau, wie ich es mir viel häufiger wünsche. Nachfragen, auch kritische, ohne zu sehr zu bohren, um doch wieder nur die Stereotype abzufragen. Rücksichtsvoll, um den Interviewten nicht zu überfordern, wo doch keine noch tiefere Reflexion zu erwarten ist. Man muss sicher nicht Bushidos Ansichten in Gänze teilen, um trotzdem nachfühlen zu können, welchen Weg er zurückgelegt hat. Das Interview ist offen, ohne anbiedernd zu sein, und versucht nicht, das Gegenüber bloßzustellen.

Dominic Walter, per E-Mail

Ich finde es absolut unnötig und unmöglich, einem Typen wie Bushido eine Plattform zu bieten. Und das auch noch von einer Zeitung, die ich bisher für etwas kritischer gehalten hätte. Bushido ist und bleibt ein menschenverachtender Flachdenker, der seinen Imagewandel nur vollzogen hat, weil er damit mehr Geld machen kann.

Brigitta Derlien, per E-Mail

Für ein Hupkonzert ist immer gesorgt

Zum Artikel: "Chaos in drei Reihen - Wildes Parken in Charlottenburg" vom 9. Dezember

Als Anwohner der Wilmersdorfer Straße Nord kann ich den Bericht nur unterstreichen: Am Wochenende herrscht das absolute Chaos. Wo man noch ein wenig Park-Platz herausquetschen könnte, wäre dort, wo man auf dem Bürgersteig legal (zwischen Bismarckstraße und Zillestraße) und längs parken kann. Warum man dort in einer Tempo-30-Zone nicht quer parken kann, erschließt sich mir nicht. Es ist im Grunde egal, ob ein Doppelparker den legal parkenden Längs- oder Querparker blockiert, für ein Hupkonzert ist immer gesorgt. Hinzu kommen die am Bürgersteig fahrenden Radfahrer, die einen Zusammenstoß mit Fußgängern billigend in Kauf nehmen.

Hans-Georg Reiss, Charlottenburg

Merkel und Sarkozy unter dem Diktat der Finanzelite

Zum Artikel: "Sorge um die Einheit Europas" vom 11. Dezember

In meinen Augen haben sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zu sehr vom Diktat der Finanzelite unterwerfen lassen. Eine Fiskalunion und eine Schuldenbremse für den Sparzwang, der als Allheilmittel angesehen wird, sind Gift für unsere konjunkturelle Erholung. Dabei hatten wir bereits einen Euro-Stabilitätspakt, der schon einmal nicht eingehalten werden konnte, schon damals nämlich aus Rücksicht auf die Konjunktur in Europa. Wir werden womöglich für dumm verkauft, denn wie konnte aus einer weltweiten Finanzkrise nun nur noch eine Euro-Krise übrig bleiben?

Daniel di Primio, 14469 Potsdam

Deutlicher Risikofaktor bei älteren Vätern

Zum Artikel: "Vom Glück und Leid der späten Väter" vom 11. Dezember

Der Eindruck, es gäbe nur wenige aussagekräftige Untersuchungen zur Gesundheit der Kinder älterer Väter entsteht, wenn lediglich deutschsprachige Literatur recherchiert wird. Unter den Stichwörtern "paternal age" sowie "paternal age effect" findet sich im Internet dagegen eine große Anzahl englischsprachiger Originalartikel über entsprechende wissenschaftliche Studien, die sich damit beschäftigen. In ihrer Gesamtheit belegen sie, dass das fortgeschrittene Alter des Vaters sogar einen deutlichen Risikofaktor für die Gesundheit der Kinder darstellt und dass sich das Risiko keineswegs auf seltene Erbkrankheiten beschränkt.

Dr. med. Tina-Katrin Zenker, Buckow

Die hässliche Seite der Privatisierung öffentlicher Güter

Zum Artikel: "Wasserpreise in Berlin müssen gesenkt werden" vom 10. Dezember

Bei diesem Thema kann man nur immer wieder aus allen Wolken fallen. 330 Millionen werden jährlich an Anteilseigner ausgeschüttet. Für die vom Kartellamt geforderte Einsparung von 70 Millionen werden jedoch 1200 Mitarbeiterstellen gegengerechnet. Die viel beschworene Privatisierung öffentlicher Güter zeigt sich mal wieder von ihrer hässlichsten Seite: Gewinnstreben siegt über Menschlichkeit.

Robert Neuhaus, per E-Mail