Leserbriefe

"Restloser Schuldenabbau"

Nachhaltige Verschuldung der Staaten ist in den vergangenen Jahrzehnten derart selbstverständlich geworden, dass sich europäische Staatslenker ohne Scham offen gegen Schuldenbremsen mit Sanktionsmöglichkeiten aussprechen. Stattdessen sollten sie sich verantwortungsvoll selbst so disziplinieren, wie jeder Insolvenzberater es fordern würde, um zunächst einen restlosen Schuldenabbau zu bewirken und dann verantwortlich sowohl für Notfälle als auch für geplante Investitionen und stets abzusehende Amortisationen überhaupt erst sparen zu können. Statt solchem Sparen gerecht zu werden, bezeichnen selbst Befürworter einer verbindlichen Schuldenbremse weniger Schulden machen schon als Sparen und als Heil für den Euro, ohne dabei deutlich zu machen, dass in gleichem Maße stets Macht an die Darlehen gebende Finanzwirtschaft übertragen wird. Die Sanktionierung von nachhaltigen Staatsschulden ist zum Wohle der Bürger zu beenden, für notwendige Schulden müssen Zins und Tilgungen nachweislich allein aus Einnahmen, nie durch Neuverschuldung bedient werden können.

Rolf H. Diederich, Alt-Tegel

Wann endlich sehen unsere Politiker aller Parteien ein, dass bankrotte Staaten wie Griechenland im Euro-Raum nie mehr gesunden können, aber dazu beitragen, dass auch die übrigen Staaten im Chaos enden werden? Und wenn einzelne Staaten den Euro-Verbund verlassen, gehen weder der Euro noch Europa kaputt.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Zahlungen erfolgen für Prävention und Schädigungen

Zum Artikel "Brandenburgs Jäger sollen Problem wölfe erschießen" vom 3. Dezember

In dem Artikel wird behauptet, dass bisher unklar sei, wie Wolfsschäden in Brandenburg entschädigt werden. Dem ist nicht so. So sind 2011 sämtliche Nutztierhalter mittels einer umfangreichen Broschüre "Mit Wölfen leben" über die Tierseuchenkasse informiert worden, wie sie ihre Tiere schützen können, wo sie für Präventionen wie den Zaunbau Unterstützung erhalten und bei wem und wo Schäden ausgeglichen werden. Die Beantragung der Entschädigung findet direkt bei der Begutachtung des Schadens statt. Die Berechnung der Höhe des Schadens erfolgt durch das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF). Soweit ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, wird entschädigt. Dabei ist neu, dass die Regel nicht mehr als 7500 Euro in drei Jahren pro Fall auszuzahlen, nicht mehr gilt. Die EU hat zugesagt, dass in begründeten Fällen auch darüber hinaus entschädigt werden kann. Ersetzt wird der betriebswirtschaftliche Schaden neben dem Ersatz von Präventionsmaßnahmen. Insgesamt ist von 2008 bis 2011 die Erstellung wolfssicherer Zäune mit etwa 250 000 Euro gefördert worden, etwa 40 000 Euro für Schäden mit Wolfshintergrund ausgezahlt.

Katharina Weinberg, Nabu Brandenburg

Gemeinwohl über die eigenen Bedürfnisse stellen

Zur täglichen Vorweihnachtsserie über das Ehrenamt "Lichter der Großstadt"

"Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus", sagte einst Marie von Ebner-Eschenbach. Das Jahr liegt in seinen letzten Zügen. So auch das europäische Jahr des Ehrenamtes. Für so manchen war es ehrenvoll, andere durften sich über Erfolge freuen. Viele verspürten Zuspruch für ihren privaten Einsatz. Fast in jeder Gemeinde gibt es Idealisten, die ihre Freizeit für das soziale Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Alle Politiker, egal welcher Gesinnung, werden weiterhin mit wohldurchdachten Rahmenbedingungen und Absicherungen unsere Bereitwilligkeit ein Ehrenamt zu übernehmen, abzusichern versuchen. Vielleicht gelingt es im neuen Jahr, den einen oder anderen ebenfalls für ein Ehrenamt zu gewinnen, der ebenfalls gewillt ist, Tag für Tag das Gemeinwohl über die eigenen Bedürfnisse zu stellen.

Peter Fuchs, per E-Mail

Abriss hätte verhindert werden können

Zum Artikel: "Vom Winde verweht" vom 4. Dezember

Das Dach der Deutschlandhalle wurde gesprengt, die Berliner müssen von der Deutschlandhalle Abschied nehmen. Schade! Warum war da niemand, der sich dagegengestellt hat? Schon seitdem sie das erste Mal geschlossen wurde oder dann auch erst recht bei der zweiten Schließung hätte sich eine Bürgerinitiative gegen den Abriss einsetzen können. Hat irgendjemand überhaupt die Bürger gefragt, ob die Deutschlandhalle geschlossen, gesprengt und dann abgerissen werden soll? Nein, weil der Senat und die Messe Berlin dann nicht so einfach ihr Vorhaben zum Bau einer neuen Messehalle hätten verwirklichen können.

Christina Schnurpel, per E-Mail