Leserbriefe

"Der Wolf steht unter Naturschutz"

Es ist immer das Gleiche. Obwohl der Wolf unter Naturschutz steht, finden Jäger und Verantwortliche immer eine Möglichkeit, Wölfe abzuschießen. Schon immer haben Menschen und Wildtiere nebeneinander leben können, warum soll das im 21.Jahrhundert nicht funktionieren? Deutschland zeigt sich unglaubwürdig, wenn es in einigen Bundesländern den Abschuss dieser endlich wieder heimisch bei uns werdenden Wildtiere erlaubt.

Johanna Schwarzer, per E-Mail

Voller Empörung habe ich die Forderung der Brandenburger CDU gelesen, das Feuer auf die eingewanderten Wölfe zu eröffnen. Es klingt nahezu makaber, dass sie den Tierbestand regulieren wollen. Was unter dieser Regulierung zu verstehen ist, haben sie uns beim "Problembären Bruno" demonstriert, der in Bayrischzell im Landkreis Miesbach zur Strecke gebracht wurde und an seinen Verletzungen im rechten Lungenflügel und Leberlappen qualvoll gestorben ist. Worin besteht denn das Verbrechen dieser Tiere, das sie zum Problemfall werden lässt? Sie suchen im menschlichen Abfall nach Futter, weil ihnen der Mensch den Lebensraum geraubt hat. Ich kenne keinen Jäger, der den Tierbestand reguliert. Wäre es so, dann gäbe es sicher weniger Wildschweine in und um Berlin. Diese sind doch wohl viel gefährlicher als ein scheuer Wolf. Die CDU sollte sich um Probleme einer politischen Partei kümmern.

Dr. Jürgen Meppiél, per E-Mail

Der Artikel gibt die Äußerungen der Beteiligten sicherlich korrekt wieder, aber diese Äußerungen und Forderungen selbst gehen leider von völlig falschen Annahmen aus. Der Wunsch, den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen, wird damit begründet, dass Problemwölfe aktuell angeblich nicht geschossen werden dürfen, nach Übernahme ins Jagdrecht aber schon. Beides ist falsch. Der Paragraf 45 des Bundesnaturschutzgesetzes regelt, dass streng geschützte Tierarten unter bestimmten Rahmenbedingungen getötet werden dürfen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen darf das Bundesland entscheiden - so geschehen im Fall des Bären Bruno. Problemwölfe dürfen also geschossen werden. Allerdings darf nicht der einzelne Jäger entscheiden, wann. Eine Übernahme des Wolfs in das Jagdrecht würde hieran überhaupt nichts ändern. Das internationale Artenschutzrecht, das in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz umgesetzt wird, würde die Jagd trotzdem verbieten. Ein Beispiel ist die Wildkatze, die nach dem Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht unterliegt, gleichzeitig aber nach dem Bundesnaturschutzgesetz und internationalen Verpflichtungen "streng geschützt" ist. Sie darf nicht gejagt werden, obwohl sie rechtlich zu den jagdbaren Arten gehört. Die vorgebrachten Argumente für eine Übernahme des Wolfs in das Jagdrecht beruhen also auf völlig falschen Annahmen.

Karsten Dörfer (Biologe), per E-Mail

Über wahre Helden sollte mehr geschrieben werden

Zum Artikel: "Aufatmen in Koblenz" vom 5. Dezember

Viel mehr Nachrichten solcher Art sollten gebracht werden - von den wahren Helden im Land. Super, dass die Entschärfung geglückt ist. Bei solchen Mega-Aufgaben wie bei der Evakuierung einer halben Stadt, bei der Entschärfung solcher Andenken aus dem Krieg, dort spielt das wirkliche Leben, das, was zählt, und es ist sehr bedauernswert, dass in unserer Gesellschaft solche Dinge oft nur am Rande erwähnt werden. Menschen, die für unser aller Wohl oft ihr Leben aufs Spiel setzen, Menschen, die alles geben, dass andere Menschen weiterleben können, das sind Helden, das sind Stars. Die sollten erwähnt werden auf den Titelseiten der Zeitungen. Und nicht Schauspieler oder Sänger, um die sich so oft alles dreht und die oft genug absolut schlechte Vorbilder sind, was das Leben betrifft, was Menschlichkeit und Rücksichtnahme betrifft - mögen sie noch so talentiert in ihrem Beruf an sich sein.

Angelika Stein, per E-Mail

Piraten sollten lieber weiter Schiffe kapern

Zum Artikel: "Die Piraten auf großer Fahrt" vom 4. Dezember

Die Piraten fordern in ihrem Grundsatzprogramm unter anderem ein generelles Grundeinkommen für jeden Bürger. Wie hoch soll das denn sein? 1000 Euro oder gar 1500 Euro? Damit es sich noch mehr Menschen zu Hause gemütlich machen, ohne zu arbeiten, Marihuana rauchen und im Sinne dieser Partei frei im Internet surfen können? Und vor allem: Wer soll das bezahlen? Eine höhere Staatsverschuldung lehnen die Piraten ab. Also müssen die Steuern erhöht werden. Die Piraten sollten lieber weiter Schiffe kapern, denn das können sie bestimmt besser, als eine Politik der sozialen Gerechtigkeit machen zu wollen.

Bernhard Adomeit, per E-Mail