Leserbriefe

"Es ging nur um den Krawall"

Das kann doch nicht wahr sein! Der Ausstieg aus der Kernenergie, die saubere Energiegewinnung, ist doch ohnehin beschlossen. Warum demonstrieren die Atomkraftgegner denn immer noch? Jetzt muss doch wohl jeder gemerkt haben, dass es dabei nur ums Demonstrieren und um Krawallmacherei geht.

Felix Held, per E-Mail

Das waren Proteste, die mit Straftaten wie schwerem Eingriff in den Bahnverkehr und schwerer Körperverletzung durchgesetzt werden sollten. Deshalb sind Zusatzkosten von etwa 33 Millionen Euro entstanden, die nun der Steuerzahler zu begleichen hat. Solange diese Taten als "kritische Diskussion" toleriert werden und die Gerichte lächerlich milde Urteile fällen, kann der Normalbürger die "guten Argumente" der Gegenseite nicht verstehen. Gewalt und Straftaten sind keine Instrumente der Demokratie.

Jürgen Stotzka, Velten

Und wieder einmal ist Atommüll von der Polizei unter Missachtung von Grund- und Menschenrechten nach Gorleben gebracht worden. So gern ich den langen Weg nach Gorleben als Erfolg verzeichnen würde, war er nur ein Pyrrhussieg, denn es wird weiterhin Atommüll produziert, den man dann immer wieder nach Gorleben bringen wird. Der Protest muss zwingend eine neue Form bekommen, die dort ansetzt, wo der Müll entsteht, bei den Kernkraftwerken. Wenn es uns gelingt, die Produktion zu stoppen, dann wird auch Gorleben frei werden.

Herbert Flügel, per E-Mail

Die Hilflosigkeit bei der Festlegung eines Endlagerstandortes ist kaum noch zu überbieten. Es fehlt an einem Konzept und der demokratischen Legitimierung durch das Parlament. Bis heute gibt es kein offizielles Genehmigungsverfahren. Man versucht sich heute so und morgen so irgendwie durchzuwursteln. Das wird und kann nicht funktionieren. Beständigkeit und Beharrlichkeit sind das A und O der Endlagerpolitik. Ohne ein Endlager bricht die ganze Ausstiegspolitik wie ein Kartenhaus in sich zusammen, weil man dann nicht weiß, wo der Müll und die Großkomponenten aus dem Abriss der Kernkraftwerke hin sollen.

Christoph Luban, per E-Mail

Außergewöhnliche Häufung unangenehmer Eigenschaften

Zum Artikel: "Ströbele und das Fischfutter" vom 28. November

Bisher habe ich nichts von Hans-Christian Ströbele gehalten, aber da war ich viel zu optimistisch. Nicht dass ich ansonsten viel von Politikern halte, aber so eine Häufung von unangenehmen Eigenschaften wie bei ihm ist außergewöhnlich. Das sage ich als Wähler, Großvater und Angler.

Adriano Maiazza, per E-Mail

"Ströbele, immer wieder Ströbele", schrieb schon Joschka Fischer in seinen Memoiren. Man kann das nachvollziehen, wenn man sich Ströbeles Verhalten über die Jahre ansieht. Es ist der Ströbele, der immer das Recht auf Transparenz und Meinungsfreiheit predigt, aber schnell bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach einem Untersuchungsausschuss ruft. Der Ströbele, der im Wahlkampf populistisch die Freigabe von Marihuana fordert und so den letzten der entsprechenden Klientel hinter dem Ofen hervorlockt, um ihn zu wählen. Der Ströbele, der das Eigentumsrecht der Bürger mit Füßen tritt, wenn ein von asozialen Chaoten besetztes Haus nach Jahren geräumt wird und er dies dann als "pervers" bezeichnet. Der Ströbele, der es als einen "Schönheitsfehler" bezeichnet, wenn Polizisten mit Pflastersteinen beworfen und mit brennbarer Flüssigkeit übergossen werden, also wenn vorsätzliche schwere Körperverletzung vorliegt. Und dieser Ströbele - oder dessen Frau - zeigt einen 13-jährigen Angler wegen schwerer Körperverletzung mit einer Waffe an. Ein Internetblog wird mit einer Unterlassungsklage belegt. So viel zu Ströbeles Einstellung zu den Themen Meinungsfreiheit und Toleranz. Ströbele hat sich im höchsten Maße lächerlich gemacht und sich als Heuchler geoutet.

Ingo Schulz, Zehlendorf

Weniger Fahrspuren wären verhängnisvoll für den Verkehr

Zum Artikel: "Ein Ort für Kreative" vom 28. November

Die Bauten am Ernst-Reuter-Platz aus den 50er-Jahren erscheinen vielleicht nicht mehr zeitgemäß, sind aber weitaus menschlicher als die heutige Berliner Glas-Architektur. Fachleute haben doch garantiert Verkehrszählungen durchgeführt, die die vier Verkehrspuren als erforderlich bestätigen. Eine Verringerung auf zwei Spuren erscheint unrealistisch und führt zu einem Verkehrskollaps. Denkmalschutz für die sehr wichtigen Pflanzkübel scheint interessant, für die Deutschlandhalle hatte der Denkmalschutz aber nichts übrig.

Thomas Hansen, per E-Mail