Leserbriefe

"Entscheidung der klaren Mehrheit"

Die Bevölkerung in Baden-Württemberg hat sich auf demokratischem Wege für den Weiterbau des neuen Bahnhofs und damit für den verkehrstechnischen Fortschritt entschieden. Auch die regierenden Grünen müssen den Willen des Volkes akzeptieren. Schließlich haben sie das Referendum auch gewollt. Leider gibt es immer noch einige Unverbesserliche, die die Entscheidung einer klaren Mehrheit nicht hinnehmen wollen.

Bernd Adomeit, per E-Mail

Das Votum zum milliardenschweren und umweltbelastenden Ausbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs hat uns wieder einmal gezeigt, wer die wahre Volksmacht im Lande ist. Auf jeden Fall nicht die Studenten und politisch Aktiven, die sich für eine bessere Bildung und eine sozial gerechtere Politik und eine bessere Welt und gegen Finanzspekulanten und Bausünden einsetzen. Nein. Es ist der stinknormale, bequeme, obrigkeitshörige und denkfaule Bürger, der Abend für Abend kopfschüttelnd die "Tagesschau"-Berichte über Demonstrationen anschaut, ohne selbst einmal einen Fuß auf die Straße gesetzt zu haben, um für oder gegen etwas zu protestieren. Jene Allesabnicker, die mit ihrer Nichtwahl oder Pro-Stimme dafür gesorgt haben, dass Staatsgeld für Bauumweltverschmutzung alternativlos ausgegeben und damit letztlich erst ermöglicht wird.

Martin Saumer, per E-Mail

Die Demokratie ist eine schwierige Staatsform, das wird sich wahrscheinlich auch der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach der Niederlage bei der Volksabstimmung gesagt haben. Als Stuttgart-21-Gegner hatte er ein anderes Ergebnis erwartet, doch er hat wohl seine Bürger überschätzt, denn die meisten sehnten sich nach einem Schlussakkord und waren des langen Diskutierens überdrüssig. Für mich ist das Ergebnis der Abstimmung keine Überraschung, denn es zeigt sich immer wieder, dass die Mehrheit der Bevölkerung bei schwierigen und inhaltlichen Auseinandersetzungen überfordert ist und sich guten Argumenten der Gegenseite oft verschließt, weil sie sie nicht versteht oder verstehen will. Das erleben wir so auch bei der Diskussion über die Flugrouten des Großflughafens in Schönefeld. Vielen Bürgern sind die langwierigen Entscheidungsfindungen und ewigen Diskussionen einfach lästig; sie verurteilen vorschnell alle Demonstranten, denn diese stören nur die idyllische Bürgerruhe. Doch so kann eine gute Demokratie nicht funktionieren, denn sie lebt von Für und Wider und der kritischen Diskussion.

Thomas Henschke, per E-Mail

Vonseiten der Grünen wird nun kommentiert, es sei ein knapper Ausgang gewesen. Die Bürger, die gegen Stuttgart 21 waren, sind sicher zur Abstimmung gegangen, das heißt, letztlich war die Zustimmung zu Stuttgart 21 vermutlich wesentlich höher als die genannten 58 Prozent. In der ihnen eigenen politischen Ausgewogenheit projizierten die öffentlich-rechtlichen Medien dagegen über Monate Berichte und Reportagen, die den Anschein erweckten, ganz Baden-Württemberg befinde sich im Aufstand gegen Stuttgart 21.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Neugestaltung des Platzes hat keine Priorität

Zum Artikel: "Ein Berliner Denkmal mit Platzproblemen" vom 27. November

Ist der Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg tatsächlich das Stadtentwicklungsthema dieser Stadt? Außer ein paar renditehungrigen Investoren, einigen Architekturstudenten und einem profilierungsorientierten Stadtrat forciert doch niemand dieses Thema. Zudem möchte Baustadtrat Marc Schulte uns auch noch glauben machen, dass Denkmalschutz Radwegebau verhindere. Er müsste es eigentlich besser wissen, denn gerade in diesem Monat wurde ein Teilstück des Europa-Radweges R1/Spree-Radweg durch den denkmalgeschützten Schlosspark Charlottenburg fertiggestellt. Verwundert stellt man bei allem auch noch fest, dass Edzard Reuter sich hier vor den Karren spannen lässt. Ich glaube, die Berliner wollen von der Politik - also auch einem Stadtentwicklungsstadtrat- eher Antwort auf die Frage, wo sie in Zukunft in dieser Stadt noch bezahlbaren Wohnraum finden. In leer stehenden Bürohäusern mit seelenloser Beliebig-Architektur sicher nicht. Auch nicht am Ernst-Reuter-Platz.

Bernd Höfer, per E-Mail

Nur Organspender bekommen im Notfall auch selbst Spenderorgan

Zum Artikel: "Bürger sollen gezielt zu Organspende befragt werden" vom 25. November

Es wäre sehr einfach, die Zahl der Organspender kurzfristig um 40 bis 50 Millionen zu erhöhen: Wer keinen Organspender-Ausweis hat, bekommt auch selbst keine Organspende. Klingt vielleicht hart, dürfte aber überaus wirksam sein.

Tom Kaniess, Steglitz