Leserbriefe

"Der Gier kaum Grenzen gesetzt"

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Man hätte Herrn Ehlert kein öffentliches Forum bieten sollen. Dass er die Vorwürfe gegen sein asoziales Verhalten als Sozialneid- und Klassenkampfdebatte disqualifiziert, ist eine Unverschämtheit, die sich die Allgemeinheit nicht bieten lassen muss. Klar soll im Sozialbereich gut verdient werden, von den Leistungsträgern, also den Mitarbeitern des Unternehmens. Wenn dann noch eine Villa für den Geschäftsführer und ein Luxusauto dabei herausspringen, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Teil des von den Behörden gezahlten Geldes nicht bei den zu Betreuenden, den Obdachlosen, angekommen ist. Vermutlich waren die vom Senat festgelegten Betreuungssätze zu hoch gegriffen. Ehlert und einige Vorstandskollegen haben sich die Nase vergoldet - auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten von Armen. Das werden die Berliner dem großspurigen Herrn Ehlert hoffentlich nicht vergessen.

Ralf Drescher, per E-Mail

Die Ansichten, die Herr Ehlert zum Ausdruck bringt, sind teilweise nachvollziehbar wie etwa "gleiches Geld für gleiche Leistungen muss auch für die Sozialbranche gelten". Der Staat hat sich aus allen Sozialaufgaben fast völlig zurückgezogen und gibt öffentliche Mittel an sogenannte Träger in der Hoffnung, diese würden sich bei ihrer Aufgabenwahrnehmung zuerst von sozialen und gemeinnützigen Gedanken leiten lassen. Das sind aber keine Non-Profit-Unternehmen, sie sehen sich vielmehr als Unternehmen der Sozialbranche, auch wenn sie ihre Gewinne nicht durch Wertschöpfung, sondern durch staatliche Leistungen erwirtschaften. Das Ergebnis ist: Der hilfsbedürftige Mensch - egal ob pflege- oder betreuungsbedürftig - wurde zum Kostenfaktor.

Diese Entwicklung ist von der Politik zu verantworten, denn private Unternehmen, so will sie es uns seit Jahren weismachen, seien ja stets die wirtschaftlichere Alternative. Wo staatliche Kontrolle sowohl über die Leistungsqualität als auch über die Verwendung des Geldes fehlt, sind der Gewinnmaximierung und Gier der Führungskräfte praktisch kaum Grenzen gesetzt. Nebenbei wurden Dumpinglöhnen, Scheinselbstständigkeit und schlechten Arbeitsbedingungen der Beschäftigten Tür und Tor geöffnet. Die Treberhilfe ist wohl tatsächlich ein Bauernopfer Berliner Parteipolitik. Einen Systemwechsel wird es deswegen aber nicht geben.

Bernd Höfer, per E-Mail

Warnung vor Nebel und Geschwindigkeitsbeschränkungen

Zum Artikel: "Schwere Unfälle auf Autobahnen in NRW" vom 20. November

Massenkarambolagen kommen nicht von ungefähr. Man sollte genauer untersuchen, warum diese passieren, und Maßnahmen ergreifen. Auf der A 31 ist die Karambolage durch eine starke Nebelwand entstanden. Dort herrschte eine Sichtweite von nur zwei bis drei Metern. In der Umgebung des Unfallortes sind mehrere größere künstliche Seen und ein natürlicher, viel Wasser leitender Fluss, die Dinkel. Viele Faktoren also für plötzlich auftretende und extrem dicke Nebelbänke und damit einhergehende Massenkarambolagen. Auf dieser Strecke der Autobahn ist nicht zum ersten Mal ein größerer schwerer Unfall passiert. Möglich und nötig wären eine Geschwindigkeitsbeschränkung und/oder Warntafeln.

Markus Amshoff, per E-Mail

Wer bremst, verliert. Nach diesem Motto rasen viele Autofahrer auch bei schlechter Sicht über die Autobahn. Selbst bei Warnungen vor dichtem Nebel und einer angezeigten Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Kilometer pro Stunde rasen einige mit über 100 Kilometern pro Stunde durch die Nebelbank.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Zu wenige Spieler zeigen Leidenschaft und Einsatzbereitschaft

Zum Artikel: "Sieg verschenkt in der Nachspielzeit" vom 20. November

Zum wiederholten Mal wurden wichtige Punkte im Abstiegskampf verschenkt. Platz 10 täuscht über das wahre Leistungsvermögen der Hertha hinweg. In der 2. Halbzeit in Freiburg hat man sich wie ein Absteiger präsentiert. Unverständlich, dass man sich zum wiederholten Mal nach einer Führung komplett in die eigene Hälfte zurückzieht und auf die Gegentore wartet. Hier sollte auch Trainer Markus Babbel seine Taktik hinterfragen. Statt zweier Defensivkräfte bei einer 2:0-Führung wäre ein frischer Offensivspieler angebracht gewesen, um die Freiburger auch in ihrer eigenen Hälfte zu beschäftigen. Insgesamt zeigen zu wenig Spieler Leidenschaft und Einsatzbereitschaft, wenn ein Spiel nicht läuft und zu kippen droht. Freiburg hat übrigens das gezeigt, was man bei Hertha oft vermisst - zuletzt gegen Mönchengladbach: Aufbäumen gegen eine drohende Niederlage. Der Ausgleichstreffer war jedenfalls hochverdient.

Horst Lähn, per E-Mail