Leserbriefe

"Hysterie möglichst vermeiden"

Mit Bomben- oder Brandanschlägen kann man keine politische Auseinandersetzung führen. Das ist völlig inakzeptabel, egal, ob der Terror von links oder rechts kommt. Wenn laut Bekennerschreiben die Forderungen nach Beendigung des Afghanistan-Krieges auch in der Mehrheit der Bevölkerung geteilt werden, so gibt es einzelnen Extremisten nicht das Recht, die Bevölkerung hierfür in Haftung zu nehmen, indem man die öffentlichen Strukturen zu zerstören versucht. Im Gegenteil. Mit einem solchen Verhalten spielt man nur den Konservativen in die Hände, denn nunmehr fordert die CDU bei den Koalitionsverhandlungen schon wieder triumphierend, ein besonderes Augenmerk auf die innere Sicherheit zu legen, als ob wir nicht viel dringendere Probleme in der Stadt zu lösen hätten. Die SPD wird an der neuen Koalition noch viel Freude haben, denn auch sie hat sich mit ihrem Rechtsruck einen Bärendienst erwiesen. Deshalb fordere ich mehr Gelassenheit im Umgang mit Terroranschlägen. Jegliche Hysterie ist zu vermeiden, denn sie fördert nicht die Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Wie man mit einem Brandanschlag auf den Bahnverkehr gegen einen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan protestieren kann, ist sicher nicht nur mir schleierhaft. Die Brandstifter sollten sich schnellstmöglich auf ihren Geisteszustand hin untersuchen lassen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Diese selbst ernannten linksautonomen Pazifisten wollen mit den Anschlägen ein Ende des Krieges in Afghanistan erreichen. Gleichzeitig haben sie aber dem deutschen Staat, der Deutschen Bahn und uns Pendlern den Krieg erklärt. Insbesondere uns Pendlern, die wöchentlich nach Hamburg fahren, dort arbeiten, Steuern und Sozialabgaben zahlen, damit diese Herrschaften vom verhassten Staat Transferleistungen erhalten, um es sich zu Hause gemütlich zu machen und über neue Attacken nachzudenken. Und wieso die Deutsche Bahn? Ist sie neuerdings für den materiellen Nachschub der Truppen verantwortlich? Die Kosten für den entstandenen Schaden dürften dann wieder die Fahrgäste durch erhöhte Ticketpreise begleichen. Diese Linksautonomen sind keine Terroristen, sondern hirnlose Vollidioten.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Früher hatten wir Streckenläufer, die regelmäßig die Strecken abgelaufen sind. Da wären derartige Anschlagsversuche nicht nur zufällig aufgefallen. Aus Kostengründen wurden diese Stellen gestrichen. Nun ist es leicht, Brandsätze zu legen oder Schwellen zu entwenden. Schade, dass der Faktor Mensch so störend ist, dass sich alles nur um Rendite dreht und nicht mehr um Sicherheit.

B. Kammer, per E-Mail

Diese Anschläge können nicht von linken Gruppierungen durchgeführt worden sein. Derart viele weit voneinander und an effektverheißenden Stellen versuchte und durchgeführte Anschläge können nur das Werk einer großen Organisation und von ihr gelenkten Gruppierungen so konzertiert durchgeführt werden. Man sollte sich mit dem Gedanken vertraut machen, ein potenzielles Ziel des internationalen Terrorismus zu sein.

Harald Janke, per E-Mail

Anonymität im Internet ist längst ein Widerspruch in sich

Zum Artikel: "Der Trojaner als Verkaufsschlager" vom 10. Oktober

Staatliche Schnüffelsoftware im digitalen Einsatz gegen seine Bürger, die jederzeit den großen Lausch- und Spähangriff am privaten Computer rund um die Uhr möglich macht, sollte niemand überraschen. Schon heute sind die Profile der Millionen der Google- und Facebook-Nutzer irgendwo auf dieser Welt sofort abrufbar. Im Internetzeitalter ist von Privatsphäre keine Spur mehr. Auch der totale Überwachungsstaat sollte keinen mehr überraschen. Bereits 1948 hat George Orwell in seinem Roman "1984" die Methoden eines allgegenwärtigen Überwachungsstaates exakt dargestellt. Anonymität im Internet ist längst ein Widerspruch in sich.

Albert Alten, E-Mail

Es ist traurig, dass erst ein Verein wie der Chaos Computer Club auf die Missstände aufmerksam machen muss. Statt sich auf die Verbrechensbekämpfung zu konzentrieren, werden unschuldige Bürger belauscht. Jetzt hat die neue Piratenpartei endlich ein Thema, an dem sie sich abarbeiten kann.

Christiano Zauder, per E-Mail

Ausgerechnet Brandenburg, das Bundesland, in dem zahlreiche Abgeordnete oder Minister der Linkspartei Kontakte zur Stasi hatten, erdreistet sich, die PCs der Bevölkerung auszuspionieren. Obwohl, hat man in Stasi-Brandenburg eigentlich wirklich etwas anderes erwartet?

Michael Hirdes, per E-Mail