Leserbriefe

"Erschreckende Hilflosigkeit"

Wann werden die Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs sicher für die Fahrgäste? Warum gehen die Geschädigten nicht an die Betreiber von BVG, S-Bahn und U-Bahn heran und klagen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld? Sind die Verkehrsbetriebe nicht mehr verantwortlich für die Sicherheit und den geschlossenen Transport-Beförderungsvertrag? Werde ich mit einem ungültigen Fahrschein aufgegriffen, dann muss ich zahlen. Bekomme ich eins auf die Rübe, dann sind helfende Ordnungskräfte Fehlanzeige.

Andreas Großmann, per E-Mail

Diese Gewalt macht einfach nur noch fassungslos, zumal die Täter fast immer ein ähnliches Profil haben. Sie haben meist einen Migrationsintergrund und sind fast immer polizeibekannt. Solange dieses Thema nicht ernsthaft diskutiert wird und wir nicht endlich mit dieser Kuscheljustiz aufhören, wird sich nichts daran ändern. Letztendlich feixen diese Täter sich einen und geben mit ihrer Tat sogar noch an.

T. Hallmackenreuter, per E-Mail

Die Hilflosigkeit von Polizei und Politik in diesen Fällen brutalster, menschenverachtender Gewalt ist erschreckend. Ich kann mittlerweile auch keine Argumente mehr hören, warum und weshalb den Tätern nicht beizukommen ist. Wozu brauchen wir eine Polizei, die uns ständig erklärt, dass sie machtlos ist. Das gilt nicht nur für schlimmste Gewaltkriminalität. Auch nach Wohnungseinbrüchen kann man Aussagen wie "die kriegen wir nie" hören. Seit der Wende wurde die Berliner Polizei deutlich reduziert, obwohl durch die geöffneten Grenzen nicht nur harmlose Touristen ins Land kamen. Wer aus härtesten Verhältnissen kommt, der hat gelernt, dass man sich mit Gewalt gut durchsetzen kann. Eine Einsicht, die wir nicht mehr wahrhaben wollen. Wir wollen Gewalt nicht akzeptieren, haben aber keine Mittel, dies durchzusetzen. Auch die sozialen Missstände in unseren eigenen Reihen nehmen ständig zu, Hilfseinrichtungen wurden geschlossen, um die rasant steigenden Kosten der Bezirkshaushalte zu tragen. Dabei sind Transferleistungen der weitaus größte Posten. Die Verhältnisse in der Stadt verschlechtern sich von Jahr zu Jahr. Täter mit festem Wohnsitz werden nach einer Tat freigelassen, weil es nicht genug Personal und Plätze in den Untersuchungsgefängnissen gibt. Deshalb sind die Krokodilstränen der Politiker nur schwer zu ertragen. Diese Verhältnisse im öffentlichen Raum sind nicht nur vorübergehender Natur. Dies ist der Beginn eines Weges, der abwärts führt. Sicherheit kostet Geld. Und weil wir das nicht mehr haben, kann es keine Sicherheit geben. Ich habe beschlossen, Berlin den Rücken zu kehren. Meine Kinder sollen in anständige Schulen gehen. Und ich will nicht nachts zittern, ob mein Sohn heil nach Hause kommt.

Lara Berger, per E-Mail

Ergebnis ist von Kritikern vorausgesagt worden

Zum Artikel: "Experten kritisieren, dass sich die Lage für die afghanische Bevölkerung nach zehn Jahren Krieg nicht verbessert hat" vom 7. Oktober

Dass der Afghanistan-Einsatz jetzt auch von fachmilitärischer Seite als gescheitert beurteilt wird, überrascht nicht. Dieses Ergebnis ist von Kritikern dieser Politik schon zu Kriegsbeginn vor zehn Jahren vorausgesagt worden. Wir haben uns aus Gehorsam der US-amerikanischen Politik angepasst und uns dabei jeder besseren Einsicht verschlossen. Ebenso schlimm - wenn nicht für Menschen dort noch entsetzlicher - die eingestandene düstere Prognose, dass nach Abzug der Truppen die Taliban die Macht wieder übernehmen werden, deren Ausmaße dann wohl schlimmer als vorher sein könnten. Selbst Präsident Karsai räumt ein, dass es nicht gelungen sei, den Menschen durch ausländische Truppen Sicherheit zu bringen. Die derzeitige Bilanz für Deutschland: 52 Gefallene sowie zahlreiche verwundete und traumatisierte Soldaten, 17 Milliarden Euro für den militärischen Einsatz; 400 Milliarden Euro Kosten für den Einsatz aller Beteiligten und mehrere Tausend Gefallene, das Elend der Verwundeten und Traumatisierten nicht aufzurechnen. Kann diese bisherige Bilanz den Versuch einer " Demokratisierung" eines bis dahin in einer anderen Kultur lebenden Volkes rechtfertigen?

H. Döring, per E-Mail

Unvernunft der Eltern animiert Kinder zum Füttern der Tiere

Zum Artikel: "Bärin Mira nach Beißerei gestorben" vom 9. Oktober

Ich halte Füttern durch Besucher als Ursache für den späteren Tod der Bärin durchaus für möglich. Jüngst musste ich im Zoo beobachten, wie Kinder unter dem Beifall ihrer Eltern Nager mit Chips fütterten und uns beim Intervenieren als Spaßbremsen beschimpften. Die Suche nach Aufsichtspersonal war so erfolglos wie im öffentlichen Nahverkehr. Hoffentlich lag es nur am Feiertag.

Ricco Fritz, Rudow