Leserbriefe

"Satte Mehrheiten sind wichtig"

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Die SPD stellt bereits vor Beginn der Koalitionsverhandlungen mit der CDU Bedingungen: Innere Sicherheit, Schulreform, Privatisierung stehen zur Diskussion und werden aller Voraussicht nach von der CDU als Kröten geschluckt werden müssen. Was wird ihr anderes übrig bleiben. Das Vertrauen, dass man dem Verhandlungspartner entgegenbringen sollte, ist hier nichts weiter als Erpressung.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Die große Mehrheit der Berliner wählte am 18. September eine Politik links von einer großen Koalition - und trotzdem soll sie jetzt kommen! Das wäre der größte Wahlbetrug aller Zeiten. Dann lieber Neuwahlen, um danach klare Verhältnisse zu haben. Die Piraten hätten wohl ausreichend Kandidaten auf allen Listen und so viele Stimmen, dass sie den Regierenden Bürgermeister stellen können.

Rolf Kuhl, per E-Mail

Dank an Klaus Wowereit und seine Mitstreiter, dass die unsäglichen Verhandlungen mit den Grünen beendet wurden. Nicht zum ersten Mal hat sich gezeigt, dass die Berliner Grünen nicht regierungsfähig sind. Es geht aber nicht nur um die Blockadehaltung zum weiteren Ausbau der A 100, sondern auch um weitere Themen der Energie-, Wirtschafts- und Verkehrspolitik. Wer ohne Sachverstand und sich nur ideologisch an Berliner Themen herantastet, die Mehrheit der Berliner Wählerstimmen negiert, darf sich nicht wundern, als Totalverweigerer dazustehen. Hinzu kommt, dass im Abgeordnetenhaus für die Lösung der künftigen, komplizierten Tagesaufgaben satte Mehrheiten benötigt werden.

Norbert Neugebauer, Mitte

Schön, dass man sich wenigstens auf den Starrsinn und die Selbstüberschätzung der Berliner Grünen verlassen kann. Verkehrspolitisch auf Dorfniveau ausgerichtet, wollten die das Possenspiel, das die FDP seit Jahrzehnten immer wieder auf Bundesebene aufführt, in Berlin in rot-grüner Variante auf Landesebene aufführen: als deutlich kleinerer Partner ohne Rücksicht auf Verluste den ganz Großen mit entsprechend großer und vorlauter Klappe mimen. Gut, dass Wowereit und hoffentlich auch die ganz linken seiner Genossen das nun endlich begreifen konnten oder mussten. Schlecht allerdings, dass es erst so weit kommen musste, dass sich die SPD schon bei den nun offensichtlich als Farce zu bewertenden Sondierungsgesprächen von den Grünen offen vorführen ließ und somit so kurz nach der Wahl schon wieder an Ansehen einbüßen musste. Seien wir froh, dass wir nun eine sach- und zweckorientierte Regierung bekommen können und nicht weitere fünf Jahre unter einer realitätsfremden Politik leiden müssen und das Leben in dieser Stadt wieder etwas unbeschwerter wird.

Harry Vierath, per E-Mail

Wer den Fortschritt nicht will, dem muss die Nutzung der Autobahn verboten werden. Was wäre Deutschland ohne Autobahn? Sollte das Teilstück der A 100 gebaut werden, müsste die Nutzung für Grüne verboten werden. So verlieren Grüne Wählerstimmen, indem sie jedem eine Schuld zuweisen. Es wäre doch ein Wunder gewesen, wenn es zu einer Koalition ohne Forderung gekommen wäre. Meine Stimme wird künftig nicht mehr grün sein.

H.J. Ewig, per E-Mail

Die Wähler der Grünen werden das den Grünen nicht vergessen. Wenn man Ziele und Ideale hat, die man durchsetzen will, muss man sich oft von einem Ziel trennen, um andere Ziele, die man den Wählern versprochen hat, durchzusetzen. Die Grünen wussten, was kommen wird, wenn sie bei ihrer starren Haltung bleiben. Jetzt wird die A 100 gebaut, aber die Grünen sind außen vor mit ihren anderen Plänen und Zielen. Die Wähler der Grünen wurden im Stich gelassen.

Marianne Girbig, Tiergarten

Eine glückliche Wendung für Berlin. Die Grünen hätten versucht, in der ganzen Stadt Tempo 30 einzuführen, die Radfahrer hätten Vorfahrt bekommen, man könnte die Liste unendlich verlängern. Dass der linke Flügel der SPD sich beklagt, ist auch klar, denn die CDU wird wohl mehr Pöstchen beanspruchen, als die Grünen bekommen hätten. So mancher in der SPD kann seinen Postentraum beerdigen. Also mal abwarten, was am Ende dabei rauskommt.

Arno Impe, Rudow

Herr Wowereit, zum Wohle der Stadt und nicht zur eigenen Befriedigung sollten Sie handeln. CDU-Chef Frank Henkel rate ich, die geplante Koalition platzen zu lassen. Soll Wowereit doch mit den Piraten kungeln.

Herbert Korte, per E-Mail

Die Grünen haben auf dem hohen Ross gesessen und sind nicht mehr rechtzeitig abgestiegen. Nun kommt Rot-Schwarz, vermutlich ist das auch die nächste Lösung für den Bundestag.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde