Leserbriefe

"Politikcrash auf der A 100"

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat hoch gepokert - und verloren. Auf der geplanten Berliner Stadtautobahn A 100 ist es zwischen SPD und Grünen zum Crash gekommen. Alles kein Problem für Wowereit, der sich jetzt wohl die CDU als Juniorpartner ins Regierungsboot holt, um sich seine künftige Senatsmehrheit in der Hauptstadt absichern zu lassen. Das ist zwar eiskalte Machtpolitik, aber kein glaubwürdiger Politikstil.

Albert Alten, per E-Mail

Hoffen wir, dass es zwischen SPD und CDU eine Vernunftehe gibt und nicht Ideologien das künftige Handeln bestimmen.

Renate Quente, Lichtenrade

Die Grünen verspielen jegliche Akzeptanz.

Mit ihrer Arroganz haben sie auch bei mir für längere Zeit verspielt. Wowereit wünsche ich mit Frank Henkel und dessen CDU einen zuverlässigen Partner. Gute Ideen haben beide Politiker.

Albrecht Gnadt, per E-Mail

Ich gebe zu, dass ich der SPD-Führungsspitze, insbesondere Klaus Wowereit, äußerst skeptisch gegenüberstehe. Allerdings ist das klare Bekenntnis der SPD zur A 100 äußerst bemerkenswert. Eine große Koalition zwischen SPD und CDU ist für Berlin eine große Chance, vielleicht sogar der Beginn einer neuen, vernünftigen und bürgernahen Politik. Obwohl mit frischen Ideen und Politikmenschen kaum zu rechnen ist, wäre Rot-Schwarz das kleinere Übel.

Michael Klages, Staaken

Endlich haben die Grünen als ökologische Alibipartei der Besserverdiener den längst und dringend erforderlichen Dämpfer in ihrem Höhenflug erhalten und sind nicht weiter an Koalitionsverhandlungen beteiligt. Es war bestimmt nicht Klaus Wowereit, der daran die Schuld trägt. Viel wahrscheinlicher ist wohl, dass die Grünen beim Thema Verkehrswegeplanung mit der Arroganz einer Großpartei in die Verhandlungen gegangen sind. Der Wähler wünscht mit einer absoluten Mehrheit eine große Koalition und keine Koalition mit der grünen Dagegenpartei.

Michael Hirdes, per E-Mail

Ein Glücksfall für diese Stadt. Grüne Politik ist realitäts- und bürgerfern.

Michael Rettenmaier, per E-Mail

Die Grünen haben zu hoch gepokert und den Verzicht auf den Weiterbau der A 100 zum Dogma erhoben. Außerdem schienen sich die Verhandlungsführer nicht grün gewesen zu sein, die Chemie stimmte nicht. Klaus Wowereit wollte ein Schrecken ohne Ende vermeiden. Damit hat er nicht ganz unrecht.

Christian Lukner, per E-Mail

Es ist richtig, nicht mit einer Partei, mit der man nur eine Stimme über der absoluten Mehrheit im Abgeordnetenhaus hat, in einer herbeigebogenen Koalition regieren zu wollen.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Ich freue mich über das Scheitern der rot-grünen Koalitionsverhandlungen, denn die Grünen sind endlich einmal standhaft geblieben und haben aus den faulen Kompromissen, die sie seinerzeit in Hamburg mit der CDU und in Rheinland-Pfalz mit der SPD gemacht haben, gelernt. Nun wird es eine neue große Koalition in Berlin geben, diesmal unter Führung der SPD. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass viele Bürger nicht vergessen haben, dass gerade der Diepgen-Senat im Jahre 2001 Berlin in eine große Krise gestürzt hat. Wir leiden noch immer unter diesen hohen Schulden, die uns einst die CDU mit ihrer Bankenaffäre eingebrockt hat. Noch heute werden die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dafür finanziell in Haftung genommen und erhalten weniger Gehalt als im übrigen Bundesgebiet. Das ist ein Skandal, das vergisst man nicht so leicht.

Thomas Henschke, per E-Mail

Die Philosophie der Grünen zeigt sehr deutlich, dass die Partei selbst und damit auch ein Teil Berlins eine neue politische Kultur benötigt. Und zwar eine, die Ökonomie und Ökologie nicht mehr wie bei der A 100 aus ideologischen Motiven gegeneinander ausspielt, sondern beide Säulen zueinanderführt. Nur dadurch ergibt sich die große Chance, neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen. Eine dogmatische Abwehrhaltung gegenüber nötigen Infrastrukturmaßnahmen schadet nicht nur der Partei selbst, sondern wertet auch bei einer etwaigen Regierungsbeteiligung die jeweilige Region ab.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Die Grünen denken wohl, sie sind die stärkste Partei und können kompromisslos Koalitionsverhandlungen führen. Ihre Infrastrukturpläne würden uns wieder ins Mittelalter führen. Glücklicherweise steht die SPD diesmal zu ihren Wahlversprechen.

Hans-D.Grätz, per E-Mail

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