Leserbriefe

"Es gibt Schlimmeres"

Der Artikel zeigt, dass man sehr wohl in der Einflugschneise leben kann. Ich bin in Windsor Locks, Connecticut (USA), in einer solchen aufgewachsen, ohne einen Dachschaden von niedrig fliegenden Flugzeugen bekommen zu haben. Wenn ich mich mit Freunden unterhalten habe, und es kam gerade ein Flugzeug angedonnert, dann haben wir mitten im Satz aufgehört zu sprechen, bis wir uns wieder verständigen konnten, um dann mit dem nächsten Wort weiterzureden. Schlimmer als Flugzeuge ist es, neben der Autobahn zu wohnen. Da gibt es ein ewiges Rauschen und Knattern. Im Gegensatz zu Flugzeugen auch mitten in der Nacht.

Alexander von Engelhardt, per E-Mail

Im Artikel fehlen meiner Meinung nach die Stimmen Hunderttausender Berliner, die es nicht abwarten können, dass der Flughafen Tegel endlich geschlossen wird. Der Berliner, denen die Flugzeuge die Ziegel vom Dach reißen und die seit ihrer Kindheit von den Flugzeugen beschallt wurden und jetzt, im Alter von erst 40 Jahren, bereits schwerhörig sind. Berichten Sie doch mal darüber, dass das Nachtflugverbot in zunehmendem Maße nicht mehr eingehalten wird. Da donnern nachts um 0 Uhr noch Flugzeuge über unsere Köpfe. Der Artikel ist eine ziemlich einseitige Berichterstattung gegen die Schließung von Tegel.

Heike Seltmann, per E-Mail

Es ist nicht zu verstehen, warum ein beliebter, gut funktionierender Flughafen geschlossen werden muss. Eine Stadt wie Berlin sollte nicht nur einen Flughafen haben. Was ist, wenn es in Schönefeld mal Probleme gibt? Dann geht flugmäßig nichts mehr in der Metropole. Ich fürchte, mit der Schließung Tegels macht der Senat den gleichen Fehler wie in Tempelhof. Wir wohnen seit 41 Jahren ganz in der Nähe von Tegel.

Anneliese Mohr, per E-Mail

Pilgerreise nach Rom aus Privatschatulle bezahlen

Zum Artikel: "Ministerin fliegt für 150 000 Euro zum Papst" vom 3. Oktober

Was hatte Ministerin Annette Schavan am 30. März so Wichtiges mit Papst Benedikt XVI. bei einer Privataudienz im Vatikan zu besprechen, dass dies den Einsatz der Flugbereitschaft der Bundeswehr in Höhe von 150 000 Euro zulasten des Steuerzahlers rechtfertigt? Hätte Frau Schavan mit diesem Gespräch nicht bis zum Deutschland-Besuch des Papstes am 22. September in Berlin warten können? Fragen, auf welche die Bundesbildungsministerin bisher keine klaren Antworten gegeben hat. Ich bin der Meinung, Frau Schavan müsse daher ihre Pilgerreise nach Rom aus ihrer Privatschatulle bezahlen. Oder noch besser, sie soll als Wiederholungstäterin gleich von ihrem Amt zurücktreten.

Roland Klose, per E-Mail

Das Abfallmonopol gehört auch auf den Müll

Zum Artikel: "Das Laub gehört der BSR" v. 2. Oktober

Es mag sein, dass die Berliner Stadtreinigung (BSR) auch das Laubmonopol hat. Das hat aber bald ein Ende, und das ist gut so. Darüber hinaus ist dieser Laubsack auch zu teuer (oder warum sieht man überall illegal entsorgte Gartenabfälle?). Nicht nur, dass er inzwischen vier Euro kostet, vor einigen Jahren ist er auch deutlich kleiner geworden, was mich seinerzeit dazu veranlasst hatte, Laub und Gartenabfälle zu einer Kompostierfirma nach Großbeeren zu bringen. Hier kann ich für vier Euro fünf Säcke loswerden und werde zudem noch freundlich behandelt. Die BSR zahlt für einen selbst zurückgebrachten Sack einen Euro. Sie gibt also die 33-prozentige Erhöhung komplett an die Kunden weiter. Zurückgebracht werden sie von Leuten, die fleißig volle Laubsäcke sammeln und geradezu darum kämpfen, die Säcke einzusammeln. Hier macht es sich die BSR wohl mal wieder leicht. BSR-Fahrzeuge sieht man kaum noch Säcke einsammeln. Man kann nur hoffen, dass die BSR nicht etwa Personal reduziert hat, weil man auf der Straße ja die fleißigen Sammler hat, die die BSR auch noch weiter finanzieren.

M. Henning, Zehlendorf

Ich dachte immer, wir leben in einer Rechtsordnung, in der Vertragsfreiheit in der Verfassung garantiert ist. Da klingt ein Abfallentsorgungsmonopol doch wie ein schlechter Witz! Immerhin muss doch der Verursacher, also der Eigentümer, des angefallenen Herbstlaubs selbst entscheiden können, wem er seinen Müll zur Entsorgung überlässt. Das Abfallmonopol gehört auch auf den Müll. Der Staat sollte nur kontrollieren, dass Entsorger den Müll tatsächlich fachgerecht entsorgen und nicht irgendwo illegal abkippen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Der Pressesprecher der BSR will uns für dumm verkaufen. Seit 1997 sind die Preise für Laubsäcke nämlich mehrmals erhöht worden, außerdem wurden die Säcke verkleinert, was auch eine erhebliche Verteuerung ist.

Norbert Müller, per E-Mail