Leserbriefe

"Warum keine Mangelfachzulage?"

Wen wundert es, dass die Lehrer scharenweise Berlin verlassen. Solange die Politiker Steuergelder verschwenden, anstatt sie sinnvoll einzusetzen, wird sich daran nichts ändern. Die Leidtragenden sind immer wieder die Kinder, aber das scheint die Herren im Rathaus nicht zu stören. Es wird zwar viel über die Bildung geredet, aber getan wird nichts.

Johannes Andersch, per E-Mail

Verbeamtet wird sicherlich auch weiterhin nicht.

Mein Vorschlag wäre, eine Mangelfachzulage beziehungsweise eine Ausgleichszulage für Lehrer, Erzieher und alle Bediensteten der Lehrerpersonalstelle zu zahlen, die so bemessen ist, dass die Vergütung/Bezüge dem erzielbaren Einkommen der Hansestadt Hamburg entspricht.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten. Wer den Lehrerberuf nicht liebt und nur seinen eigenen Vorteil sucht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Beruf sowieso fehl am Platz. So gewaltig ist der Unterschied bei den Verdiensten von Angestellten und Beamten nun wieder auch nicht. Es ist ziemlich fatal, wenn junge Menschen ihr Glück nur noch in einem ruhigen "Beamtensessel" suchen.

Christian Lukan, per E-Mail

Kürzlich hörte ich davon, dass auch der fast 40-jährige Kampf der Fachkräfte im sozialen Bereich - dazu gehören Krankenschwestern, Pfleger, Erzieher, Sozialarbeiter, Altenpfleger - für eine Verbeamtung oder wenigstens gleiche Bezahlung ergebnislos zu Ende gegangen ist. Angeblich sollen nun über 15 000 dieser Fachkräfte ins europäische und außereuropäische Ausland abwandern, damit sie mal über ihr Anfangsgehalt hinauskommen und später eine auskömmliche Rente erhalten. Das ist nicht undenkbar, wenn es um gleiches Geld für gleiche Arbeit geht. Ich habe 40 Jahre als Sozialarbeiter in sehr verschiedenen Brennpunkten gearbeitet und nie den Wechsel gescheut. Meine Rente? 1290 Euro netto. Der Beamte, der Beamtenmikado gespielt hat, geht mit 2000 netto in Rente. Das nenne ich gerecht. Grundsätzlich bin ich gegen eine Verbeamtung auf den unteren und mittleren Rängen - auch aus diesem Grund. Hier wird nicht nach Leistung gezahlt. Da stellt sich niemand dem Wettbewerb untereinander! Warum auch? Ist doch Beamter auf Lebenszeit.

Willy Wacker, per E-Mail

Koalitionsvertrag war eine spannende Lektüre

Zur Veröffentlichung des Koalitionsvertrages in der BIZ am 20. November

Ich habe den etwas grauen Sonntag mit der Lektüre des Koalitionsvertrages verbracht und feststellen müssen, dass er außer vielen vagen Absichtserklärungen wenig Konkretes enthält. Leider wird kaum einmal deutlich gemacht, was man umsetzen will. Dieser Vertrag trägt definitiv die Handschrift der SPD. Wahlkampfversprechen der CDU sind kaum - außer vielleicht in der Abschaffung des Straßenbaugesetzes - zu finden. Andere Utopien sind zum Beispiel, einen auch aus ökologischer Sicht unsinnigen ICE-Halt im Bahnhof Zoo wieder einzuführen. Allein das Anfahren des Zuges verbraucht viel Energie. Man könnte die Liste endlos fortführen. Unter dem Strich bleibt nur die Frage, worüber man eigentlich so lange verhandelt hat.

Horst Germer, per E-Mail

Seit 48 Jahren sind wir Abonnenten der Berliner Morgenpost. Einige Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus haben wir daher auch mitgemacht. Dass sie nun in der Berliner Illustrirten Zeitung am Sonntag den Koalitionsvertrag abdrucken, finden wir ja sensationell. Das gab es bisher noch nicht. Dafür sagen wir herzlichen Dank, bestimmt auch im Namen vieler Leser. Diese Dokumentation heben wir uns natürlich auf, vielleicht muss man die Politiker hier und da erinnern.

Jürgen P. Wuttig, Marienfelde

Weiteres Tempolimit bereichert nur den Schilderwald

Zum Artikel: "Mit Tempo 70 über die Allee" vom 19. November

Tempobeschränkung auf den Alleen in Brandenburg finde ich sehr gut. Jeder Benutzer kennt die Tücken bei Sonnenschein, Wind und Regen. Von vielen wird es einfach ignoriert, und daher sind gefährliche Situationen häufig die Folge. Aber warum gerade Tempo 70? Mir muss erklärt werden, warum wirklich eingehaltenes Tempo 80 nicht ausreichen würde. Diese Tempobegrenzung steht bereits an den meisten Alleen und muss dann nicht durch zusätzliche teure Schilder ersetzt werden. Oder gibt es hier den Wunsch der Hersteller von Schildern, den Schilderwald weiterhin zu bereichern? Die Kontrolle zur Einhaltung der jetzigen Tempolimits ist empfehlenswert und nicht ein zusätzliches Tempolimit, das dann genauso wenig kontrolliert wird.

Lothar Otterstätter, Mariendorf