Leserbriefe

"Hohes Risiko für Deutschland"

Der sogenannte Euro-Rettungsschirm in Höhe von 780 Milliarden Euro wird die Währungsunion langfristig nicht retten. Die volkswirtschaftlichen Schwächen einiger EU-Mitgliedsstaaten sind dermaßen groß, dass sie die Euro-Zone insgesamt weiterhin gefährden, den Euro als Gemeinschaftswährung destabilisieren und seinen Kurs an den Geldmärkten weiter nach unten drücken. Dumm nur, dass die Milliarden Euro für den Euro-Rettungsschirm bald in unseren Kommunen und Gemeinden beim Bau von neuen Kindergärten oder Schulen sowie in der aktiven Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik fehlen werden.

Albert Alten, per E-Mail

Es sollte den Bundestagsabgeordneten klar sein, dass sie über eine Summe von 780 Milliarden Euro abgestimmt haben. Im Crash-Fall werden die Gläubiger den Weg zum kompetentesten Bürgen gehen, der ohne Zweifel Deutschland ist. Alles andere ist Augenwischerei, das Risiko für Deutschland ist immer das ganze Volumen, deswegen sind die Euro-Bonds auch so gefährlich.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Die taktische Unvernunft hat über die Vernunft gesiegt. Ein Armutszeugnis für die Mehrheit der derzeitigen unfähigen Politiker aller Parteien und ein böses Omen für die Zukunft Deutschlands. Ein noch erbärmlicheres Zeugnis aber für die Qualität dieser Leute ist die Tatsache, dass 94 Prozent der Bevölkerung glauben, dass diese Abgeordneten überhaupt nicht wussten, über was sie abgestimmt haben. Die Erweiterung dieses Euro-Vernichtungsschirms, mit dem Steuergeld sinnlos veruntreut wird, während unsere Bevölkerung zusehends verarmt, wurde übrigens gegen den gesunden Willen von 90 Prozent der Bevölkerung durchgesetzt. Die Abgeordneten jedenfalls, die der Erweiterung dieses unsinnigen Schirms zugestimmt haben, dürfen nicht mehr wiedergewählt werden. Der baldige wirtschaftliche Ruin ist jetzt auch bei uns vorprogrammiert. Deutschland versinkt im Morast der Transferunion. Die Jugend wird eines Tages ihre Väter und Großväter wegen dieser irrsinnigen Rettungsschirme verfluchen, weil sie tatenlos zugesehen haben, wie ihre Zukunft zerstört wurde. Dieses größte Wirtschaftsverbrechen der Nachkriegszeit muss geahndet werden. Und wenn dann auch in Deutschland deswegen der öffentliche Dienst um 20 Prozent reduziert werden muss und die Bonität unseres Landes herabgestuft wird, ist es mit dem sozialen Frieden schnell vorbei. Frau Merkel und ihr Anhang werden als Vernichter des deutschen Wohlstands in die Geschichte eingehen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Bei der Gefahr der Ansteckung der übrigen Euro-Länder mit dem Griechenland-Virus hilft auch kein noch so großer EFSF-Rettungsschirm. Bei Ansteckung hilft nur eine Tollwut-Impfung der Finanzmärkte durch eine allmächtige logistische Planung, Steuerung und Kontrolle aller Haushalte der Länder der Euro-Zone. Das ist bisher kaum geschehen. Außerdem ist die Abhängigkeit der Staaten von den Banken viel zu groß, da der Staat sich schließlich Geld von den Banken leiht und sie deshalb immer als systemrelevant mit dem Geld der Steuerzahler retten wird. Damit muss endlich Schluss sein. Ein Staat, der sich nicht allein aus seinen Einnahmen finanzieren kann, ist in Wirklichkeit keine Demokratie mehr, sondern eine Bankenherrschaft.

Roland Klose, per E-Mail

Die schon jetzt vorhandenen Probleme dürften sich noch verschärfen, sollte es in der Krise einmal wirklich krachen. Ein Staat, der pleitegeht, ist zunächst einmal selbst schuld. Ob in Brüssel oder Berlin, natürlich auch in Athen, laufend und bewusst wird gegen die Gesetze der Ökonomie verstoßen. Das kann nicht gut gehen. Der Zeitpunkt, wo hätte gehandelt werden müssen, ist längst vorbei. Jetzt kann es nur darum gehen, Griechenland in einer Art finanzieller Notoperation zu helfen. Den Weg in den Staatsbankrott wird man aber nicht verhindern können, wenn nicht doch noch ein Wunder passiert.

Christian Lukner, per E-Mail

Betrug an einer Hochschule wird nur als Kavaliersdelikt gesehen

Zum Artikel: "Neuer Job: Guttenberg arbeitet für politisches Institut in den USA" vom 30. September

Das freut uns aber für den Herrn Guttenberg. Musste er dort in den USA keine Doktorarbeit vorlegen? Aber vielleicht gewinnt der Herr dort hinter dem Atlantik ja neue Freunde, die kein Problem mit seinem rotzigen Auftreten haben und in einem Betrug an einer Hochschule nur ein Kavaliersdelikt sehen. Schade, dass der Betrug des Ex-Ministers nicht vor Gericht bewertet wurde. Wilhelm Voigt alias Hauptmann von Köpenick hat vor rund 100 Jahren für viel weniger viel mehr bekommen. Er hatte aus einer Postanweisung über eine Mark eine solche über zwölf Mark gemacht und dafür zwei Jahre Zuchthaus kassiert. So ändern sich die Zeiten.

Ralf Drescher, per E-Mail