Leserbriefe

"Kein Wille, neue Wege zu finden"

Die Bürger werden für dumm verkauft, und die Deutsche Flugsicherung (DFS) spielt sich dabei sogar noch als Wohltäter auf. Ein Beispiel: "Auch bei Ostabflügen von der Südbahn habe die DFS durch Korrekturen der sogenannten Hoffmann-Kurve vor Zeuthen Verbesserungen erreicht." Zur Richtigstellung: Die DFS hat in der Fluglärmkommission versucht, die von mir vorgeschlagene Süd-Abkurvung weiter nach Osten über die Autobahn A 113 hinweg Richtung Zeuthen auszudehnen, und ist erst nach heftigem Protest wieder zurückgerudert. Alle getroffenen sieben Aussagen sind in dieser Weise klar widerlegbar. Durch die der Fluglärmkommission vorgelegten fünf Anträge für eine Alternativroute über die Gosener Wiesen ist jedenfalls eine Lösungsoption aufgezeigt worden, die auch durch unzutreffende Aussagen seitens der DFS nicht an Qualität verliert. Als einfachem Bürger fällt mir zu dem Verhalten der verantwortlichen Behörden leider nur ein: Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg!

Marcel A. Hoffmann, Eichwalde

Was für ein Szenario: Um die Menschen im Südosten vor dem Fluglärm zu schützen, beginnen wir sofort mit dem Rückbau von BER Schönefeld zu einem überzeugenden Freizeitparkkonzept wie in Tempelhof. Selbstverständlich wird auch Tegel termingerecht geschlossen, denn die Nordberliner haben ja schließlich lange genug gelitten und sind doch wohl gleichberechtigt. Vom zentralen Omnibusbahnhof fahren wir dann künftig mit Bussen nach Dresden oder Leipzig, um Verbindungsflüge nach Frankfurt/Main, Übersee gerne auch nach London oder Paris zu bekommen. Mallorca ist dann statt in zwei in zehn Stunden erreichbar. Das ist auch für die Umwelt besser, und den Ausbau der Stadtautobahn A 100 sparen wir uns auch gleich. Geht's noch? Berlin will Weltstadt sein, aber jeder hätte gern den Geräuschpegel von Omas Garten; egal ob in Prenzlauer Berg oder in Köpenick, in Zehlendorf oder in Diedersdorf. Es ist mal wieder an der Zeit festzustellen, dass Egoismen sich dem Gemeinnutzen unterzuordnen haben.

Andreas Maaß, per E-Mail

Großversuch auf Kosten der Anwohner ethisch nicht vertretbar

Zum Artikel: "Bundesrat stoppt Kohlendioxid-Lager" vom 24. September

Eine gegenüber Mensch und Natur verantwortliche Politik, wie sie auch vom Papst im Bundestag gefordert wurde, muss Kohlendioxid-Endlager ablehnen. Wer kann vorhersagen, dass diese Lager unendlich halten, dass kein Kohlendioxid entweichen und das Grundwasser in Berlin-Brandenburg versalzen wird? Niemand. Ein Großversuch auf Kosten eines ganzen Landstrichs und seiner Bewohner ist unethisch und respektlos.

Sebastian Krahnert, Hoppegarten

Überwachung dient ausschließlich der Sicherheit der Mieter

Zum Artikel: "Streit um heimliche Kameras" vom 24. September

Die überaus negative und ablehnende Darstellung zum Kameraeinsatz in Hauseingängen (Hausmeister weiß, ob man einer geregelten Arbeit nachgeht) kann so nicht stehen bleiben. Mit seinen Äußerungen stellt der zitierte Jurist ein sehr falsches Bild dar und verängstigt ohne Grund Hausbewohner, obwohl er wissen sollte, dass ein Kameraeinsatz oft Sinn macht, wenn dieser ausschließlich der Abwehr und Verfolgung strafrechtlichter Handlungen dient. Die genaue Vorgehensweise sollte mit den Mietern schriftlich abgestimmt werden. Der unbefugte Zugriff auf die Daten darf nicht möglich sein, also muss die Technik in einem Raum stehen, wo auch der Hausmeister keinen Zutritt hat. Sollte es erforderlich sein, Aufnahmen zu sichten, hat dies nur von der Polizei oder schriftlich festgelegten Personen zu geschehen. Ansonsten sind die Aufnahmen alle drei bis vier Tage unwiederbringlich zu löschen. Wenn Hausverwaltungen mit ihren Mietern offen und ehrlich alles besprechen, ist die Angst vor einem Einsatz von Kameras an Hauseingängen nicht mehr vorhanden.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Übersicht über die Wahlunterlagen offensichtlich total verloren

Zum Artikel: "Stimmzettel im Müll gefunden" vom 22. September

Die Wahl in Steglitz-Zehlendorf ist unkorrekt verlaufen. Fest steht, dass die Zahl der abgegebenen Stimmen, die am Wahlabend im Bezirk gezählt und der Landeswahlleitung mitgeteilt worden sind, nicht stimmte, denn es fehlten zumindest die 379 Briefwahlunterlagen, die zwei Tage später im Müll gefunden worden sind. Offenbar hatte es das Wahlamt nicht für nötig befunden, die Kisten mit den Wahlunterlagen für den Transport nummernmäßig zu sichern, sodass niemand weiß, ob außer der im Müll gefundenen Kiste nicht noch weitere irgendwo im Teltowkanal gelandet sind.

Werner Kleist, per E-Mail