Leserbriefe

"Hanebüchener Unsinn"

| Lesedauer: 4 Minuten

So langsam kann ich dieses unerträgliche Gestöhne nicht mehr hören. Diese Leute fordern wirklich einen anderen Standort des Hauptstadtflughafens ein halbes Jahr vor der Eröffnung. Es interessiert sie nicht, dass mehr als 2,5 Milliarden Euro verbaut wurden. Auch nachdem alle deutschen Gerichte, bis hin zum Bundesverwaltungsgericht, die Rechtmäßigkeit des Flughafens bestätigt haben, lassen sie ihrer Gartenzwergmentalität freien Lauf. Es sind genau die, die sich am meisten aufregen, wenn ihr Ferienflieger ab München oder Leipzig geht. Aber einen Flughafen in ihrer Nähe, nein, das wollen sie nicht. Es sind Egoisten, die die Neuschaffung von dringend benötigten Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Aufschwung nicht interessieren. Aber das Gute ist, dass diese Meinung nicht die Meinung der Mehrheit ist, wie Gespräche mit Kollegen, Verwandten und auch auf der Straße belegen. Abschließend möchte ich noch bemerken, dass ich als Bewohner von Ragow auch Betroffener bin, ohne dass mich das betroffen macht. Ich freue mich jedenfalls auf den neuen Flughafen.

Hartmut Krause, Ragow

Der neu gebildete Zusammenschluss ABB (Aktionsbündnis Berlin-Brandenburg) will nun mit einer sogenannten neuen Strategie das Rad neu erfinden. Seit 1996 wird an einem neuen Flughafen geplant und darüber gestritten. Das Ergebnis dieser Diskussionen mit unzähligen Anhörungen und gerichtlichen Verfahren hat mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 13. August 2004 auf 1171 Seiten seinen Niederschlag gefunden.

Es stimmt nicht, wenn die ABB behauptet, der Flughafen BER sei für den regionalen Flugbedarf genehmigt worden. Vielmehr ist unter Ziffer 2.1 (Grundlagen) gesagt, dass der Single-Airport - das soll der BER nämlich sein - "alleiniger internationaler Verkehrsflughafen der Region Berlin-Brandenburg" ist. Der Begriff Drehkreuz ist keine luftrechtliche Kategorie. Er sagt nur etwas darüber aus, wie die den BER anfliegenden Airlines diesen nutzen wollen.

Dr. Heinz Schulz, Potsdam

Was will ein Bündnis für ein "Lebenswertes Berlin-Brandenburg" denn? Einen neuen Standort für den Hauptstadtflughafen! Das ist hanebüchener Unsinn, denn genau ein solcher Flughafen steht wenige Monate vor der Betriebsaufnahme. Weil ein paar Tausend Menschen egoistisch keinen Flugverkehr in ihrer Region wollen, werden die restlichen mehr als drei Millionen Berliner mit sogenannten Großdemonstrationen belästigt. Selbst in Friedrichshagen gibt es inzwischen Menschen, die das Theater satthaben. Die Diskussion über den Flughafen Berlin-Brandenburg sollte beendet und endlich zur Tagesordnung übergegangen werden. Mit dem Ignorieren von höchsten Gerichtsentscheidungen haben die Flughafengegner ohnehin schon gezeigt, was sie von der Demokratie halten. Wenn die Schönefeld-Gegner für Lügen, falsche Unterstellungen und Behinderungen der Allgemeinheit finanziell eintreten müssten, wären sie längst ruiniert.

Ralf Drescher, per E-Mail

Gema-Gebühren sind ein nahezu lächerlich kleiner Betrag

Zum Artikel: "Schausteller fürchten hohe Musikgebühr auf Weihnachtsmärkten" vom 16. November

Wir reden hier von primär gewinnorientierten Kommerzveranstaltungen. Ich habe bereits 2010 zu diesem Thema recherchiert, als die Veranstalter des Aachener Weihnachtsmarktes laut lamentierten. Es ist dreist von einem Veranstalter, der knapp 5000 Euro pro Stand kassiert, die Gema für die von ihr verlangten 91,60 Euro pro Stand anzuprangern. Man muss sich bei diesen Zahlen die Frage stellen, ob sich hier nicht ein Veranstalter auf Kosten der Musikurheber die Taschen füllen will. Auch die Aufregung bei den Markthändlern ist nicht logisch nachvollziehbar. In Anbetracht der Umsätze, die so ein Stand wohl generieren muss, wenn man bereit ist, etwa 5000 Euro für die Standmiete hinzublättern, sind 2,62 Euro pro Tag für die Musikurheber in Form der Gema-Gebühren ein nahezu lächerlich kleiner Betrag.

Thomas Hohnen, per E-Mail

Auffassung der Frauen-Union widerspricht der Lebenswirklichkeit

Zum Artikel: "Kleinkinder - Kritik am Beschluss für ein Betreuungsgeld" vom 10. November

Die Frauen-Union begibt sich in einen unlösbaren Widerspruch, da sie auf Distanz zum von der Koalition geplanten Betreuungsgeld geht. "Wir legen Wert auf eine frühkindliche Bildung und Erziehung", sagte die Vorsitzende Maria Böhmer. Schon in der Schule sind Mädchen besser als Jungen, junge Frauen erstürmen die Universitäten, die Wirtschaft will auf das Potenzial der Frauen in der Arbeitswelt nicht verzichten. Aber für die Erziehung und Bildung der Kleinkinder sollen dagegen auf einmal die Mütter nicht taugen?

Norbert Gewies, Konradshöhe