Leserbriefe

"Hilfeleistung ist wichtig"

Der ruinöse finanzielle Dauerregen auf Griechenland hat bisher jeden Euro-Rettungsschirm durchlässig gemacht. Immerhin haben Europas Politiker jetzt signalisiert, dass ohne Schuldenschnitt ein Gesunden Griechenlands nicht mehr möglich ist. Dass durch diesen Schuldenschnitt einige Banken - vor allem wohl französische - ebenfalls wieder mit staatlichen Mitteln gestützt werden müssen, ist ein weiterer Teil des Problems. Griechenland hat zwar über seine Verhältnisse gelebt, doch andere europäische Staaten haben überhaupt erst den Stoff dafür geliefert. Die griechischen Politiker geben in dieser Tragödie ein jämmerliches Bild ab. Sind sie doch erst dafür verantwortlich, dass Griechenland in vielerlei Hinsicht einem Drittweltstaat gleicht, der mehr und mehr seine Handlungsfähigkeit verliert. Doch auch die französischen und deutschen Maßregelungen sind heuchlerisch. Genau diese beiden Staaten haben als erste den Euro-Stabilitätspakt verletzt und damit die Büchse der Pandora geöffnet. Und während Europa um die Stabilität des Euro kämpft, wetten große Investmentbanken auf sein Scheitern.

Pascal Merz, per E-Mail

Die Griechen länger vor uns kriechen zu lassen wäre falsch. Es ist besser, Unterstützung zu gewähren. Gerade in schweren Zeiten muss das gemeinsame Europa ein Anker für schwankende Schiffe sein. Wer weiß, was ohne ein Gemeinschaftsdenken sonst noch passiert. Wir leben nun einmal mit der Union und dem Euro. Die Verantwortlichen in Griechenland haben sich verpflichtet, ein wirksames Sparpaket zu entwickeln. Hilfestellung zu leisten ist sinnvoll, damit der EU-Kahn weiter Richtung Zukunft fahren kann.

Peter Fuchs, per E-Mail

An der Euro-Krise wird nun schon zu lange und von zu vielen herumgedoktert. Herausgekommen ist bislang nur Stückwerk mit ungewissem Ausgang. Ein großer Wurf ist nicht in Sicht. Dabei könnte alles so einfach sein. Seit ewigen Zeiten dringt die Türkei darauf, in der EU aufgenommen zu werden. Zwar spricht einiges dagegen wie etwa die dürftige Achtung der Menschenrechte und vor allen Dingen der Religionsfreiheit. Unterschwellig natürlich auch die Angst vor dem Zuzug unzähliger Arbeitskräfte und der Ausbreitung des Islam. Aber es bietet sich ein gewaltiger Deal an: Die wirtschaftlich prosperierende Türkei übernimmt sämtliche Staatsschulden Griechenlands und wird mit einer Übergangszeit von zwei Jahren EU-Mitglied. Dabei sind alle bestehenden Gesetze der EU unverändert zu übernehmen. Nach einem Jahr wird dort der Euro eingeführt. Für die gesamte EU wäre das eine riesige finanzielle Entlastung, für Deutschland würde sich ein gewaltiger Exportbereich ohne Zollbeschränkungen eröffnen Vielleicht läge gerade in so einem Deal die große Chance, ein großes Stück in Richtung Europa voranzukommen.

Anne Gebert, per E-Mail

Große Wut über verschwenderischen Umgang mit Steuergeld

Zum Artikel: "Schlechte Luft beim Bundesnachrichtendienst" vom 7. November

Beim Lesen des Artikels blieb mir die Luft weg. Es ist für uns Normalbürger nicht nachvollziehbar, warum wir so einen mächtigen Sicherheitstrakt überhaupt bauen müssen. Wenn man ihn dann noch aus der Vogelperspektive sieht, dann fehlen einem die Worte. Und wenn man die Zeilen liest, versteht man es kaum noch: so einen Bau für nur 3000 Beschäftigte! Wir Steuerzahler werden dafür wieder zur Kasse gebeten.

Gabriele Kämpf, per E-Mail

Mir wäre lieber, wenn solche Berichte nicht mehr in die Zeitung kommen, weil die Wut steigt. Jeder Bürger, insbesondere die mit kleinen und mittleren Einkommen, werden immer mehr belastet, und der Lebensstandard sinkt permanent. Wohingegen Steuergeld sinn- und kontrolllos verschwendet wird.

Michael Rettemaier, per E-Mail

Weder eine kreative Gestaltung noch ein Kunstobjekt

Zum Artikel: "Die klebrigen Spuren der Berlin-Besucher" vom 5. November

Dieses ist weder eine kreative Gestaltung noch ein Kunstobjekt, sondern eine eklige Art, Berlin noch mehr zu verschmutzen. Was aber besonders beschämend ist, dass geschichtsträchtige Mauerteile so verschandelt werden. Dazu Telefonverteiler, Masten, Ampeln und vieles mehr mit sogenannten Miniatur-Kunstwerken. Und der Senat schaut weg oder duldet dieses schon über viele Jahre. Andererseits aber müssen etwa 50 Vorhängeschlösser an der Weidendammer Brücke in Mitte dringend ,,aus Sorge um die Statik" entfernt werden. Vorhängeschlösser sind nicht ekelig und können schnell entfernt werden, was bei Kaugummi und Miniaturklebern nicht der Fall ist.

Klaus Okrafka, per E-Mail