Leserbriefe

"Aufklärung ist besser als Verbot"

Wer in einer Metropole wie Berlin leben will, muss Armut und auch Bettelei ertragen können, organisierte Bettelbanden indes nicht. Ein Bettelverbot hilft allerdings nicht weiter. Verbote können zu leicht umgangen werden. Außerdem würde ein Verbot auch den "Motz"-Verkäufer, den Obdachlosen und den irischen Straßenmusiker treffen. Das kann niemand wollen. Nein, man muss an die Wurzel des Problems. Wenn die Bettelbanden keinen Erfolg mehr bei Passanten und vor allem Touristen haben, dann verschwinden sie ganz von alleine. Es ist also Aufklärung vonnöten. Die betroffenen Gewerbetreibenden können das selbst in die Hand nehmen. Ein privates Aktionsbündnis an Kurfürstendamm und Alexanderplatz könnte in Abstimmung mit dem Ordnungsamt mehrsprachige Flyer an Passanten und Touristen verteilen, um sie vom Spenden abzuhalten. Das wäre eine kreative Lösung, die wesentlich mehr Erfolg versprechen würde als ein Verbot.

Manfred Aranowski, per E-Mail

Jeder, der in der City unterwegs ist, wird von diesen Bettlern belästigt. Mir ist unverständlich, dass sich unsere Politiker hilflos geben, mit dem Argument, betteln sei nicht verboten. Dann soll man es doch verbieten! In Bayern hat man eine Lösung gefunden und betrachtet das Betteln als Gewerbe. So kann man dagegen vorgehen. Ebenso aggressiv sind die Roma-Musiker in den U- und S-Bahnen unterwegs. Besonders auf der Strecke zwischen Alexanderplatz und Zoologischer Garten wird man mit extrem lauter Musik und ebenso aggressivem Betteln bedrängt.

Martime Delerm, per E-Mail

Ganz offensichtlich sollte sich der neue Senat schnellstens um ein stadtweites Verbot der südosteuropäischen Bettlerbanden kümmern. Inzwischen ist dieses Geschäft in die organisierte Kriminalität abgeglitten und hat nichts mehr mit der romantischen Vorstellung des fahrenden Volkes, das die reichen Pfeffersäcke um ein paar Münzen für den Lebensunterhalt erleichtert, zu tun. Die nicht verwandten Behinderten und Kinder werden oft wie Leibeigene be- und misshandelt. Käme es tatsächlich zu einem Verbot, folgte das Problem der Durchsetzung. Man kann förmlich sehen, wie sich die Banden amüsieren, weil ein Platzverbot ausgesprochen wird von den gleichen Mitarbeitern des Ordnungsamtes, die schon die Diskussion mit Hundebesitzern scheuen. Also müsste die Polizei anrücken. Den Auflauf kann ich mir vorstellen, wenn aufgeregte Gutmenschen sich über die Polizisten ereifern, die die armen Menschen zur Wache bringen wollen. In meiner Jugend hing in jedem Hausflur ein Schild: Betteln und Hausieren verboten! Es ist wohl die günstigste Lösung, große Warnschilder in den Einkaufsstraßen aufzuhängen.

Andreas Maaß, per E-Mail

Nur in Berlin und nirgendwo sonst wird so viel und aggressiv gebettelt, ob auf Bahnhöfen oder in der S-Bahn oder auf der Einkaufsmeile Kurfürstendamm. Das ist für Touristen wie Anwohner gleichermaßen mehr als lästig. Nicht verstehen kann ich allerdings die Tatsache, dass nichts unternommen werden könne. Wo leben wir eigentlich? Es ist Sache der Behörden, diesem üblen Treiben endlich Einhalt zu gebieten.

Hans-Christian Balm, per E-Mail

Eltern stärker für ordentliche Erziehung in die Pflicht nehmen

Zum Artikel: "87-Jährige von drei Kindern überfallen und schwer verletzt" vom 7. November

Schlimm, wie Kinder heutzutage zu Monstern werden. Da kriegt man ja richtig Angst und fragt sich, warum wir die verantwortlichen Eltern eigentlich stets noch mit mehr Erziehungsgeld hätscheln, anstatt sie mal ordentlich in die Pflicht zu nehmen. Früher mussten sie zumindest noch geradestehen für die Untaten ihrer Schützlinge.

In Heimen sollten solche verzogenen Kinder sich körperlich ertüchtigen müssen, vielleicht wären sie dann zu erschöpft, um eine Gefahr für die Gesellschaft zu sein. Ich frage mich jetzt aber umso mehr, warum herrscht in unserer Gesellschaft eigentlich ein derart unkritischer Kinderkult? Ich schockiere neuerdings Leute, wenn ich auf die Frage, ob ich Angst vor Hunden hätte, antworte: "Nein, aber vor Kindern."

Cora Oertel, per E-Mail

Korrektur

Zum Artikel: "Berliner pflegen alte Menschen zu Hause" vom 9. November

Die Zahlen zur Höhe des Pflegegeldes waren nicht korrekt. Es handelte sich um die Pflegegeldstaffelung Österreichs statt der Deutschlands. Das Pflegegeld ist nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Bei der häuslichen Pflege etwa durch einen Angehörigen liegen die Sätze je nach Pflegestufe laut deutschem Bundesgesundheitsministerium zwischen rund 200 und knapp 700 Euro. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.