Leserbriefe

"Unverständliches Strafmaß"

Ein Pärchen erhält wegen Brandstiftung an einem Fahrzeug jeweils 22 Monate auf Bewährung, muss zusätzlich noch jeweils 300 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und wird sich sicherlich noch mit den zivilrechtlichen Ansprüchen in Höhe von etwa 20 000 Euro beschäftigen müssen. Auf der anderen Seite erhält einer, der Kinder sexuell missbraucht hat und dem mindestens 47 Fälle nachgewiesen werden konnten, zwei Jahre auf Bewährung und darf als freier Mann nach Hause gehen. Die jahrelange physische und psychische Gewalt gegen Kinder dieses Serientäters ist also gleichzusetzen mit der Brandstiftung an einem Fahrzeug? Was ist mit finanzieller Wiedergutmachung an den Opfern, soweit das überhaupt möglich wäre? Kein Thema! Bewährung ist keine Strafe, sondern der erhobene Zeigefinger des Gesetzes. Dies erscheint mir, nicht nur unter emotionalen Gesichtspunkten, in diesem Fall als lächerliches und unpassendes Urteil. Ohne Therapie und sofort anzutretenden Strafantritt im Gefängnis wird dieser Täter sein Verhalten nicht ändern.

Michael Klages, Staaken

Der künftige Berliner Justizsenator muss sich bei seinem Amtsantritt ernsthaft Gedanken über die amtierende Berliner Richterschaft machen, die Schwerkriminelle mit einem Kuschelurteil bestraft. Erst gab es ein solches Urteil für U-Bahn-Schläger Torben P., der den Tod eines anderen Menschen billigend in Kauf genommen hat und jetzt sein Abitur an einem katholischen Gymnasium ablegen kann. Und nun ein wild gewordenes Pärchen, das Autos einfach mal so abfackelt, damit vielleicht auch Existenzen und Leben gefährdet, und eine Strafe auf Bewährung erhält. Wundert es da überhaupt noch, wenn die Bürger so langsam den Glauben an Gerechtigkeit und an das Funktionieren der deutschen Gerichtsbarkeit verlieren?

Michael Hirdes, per E-Mail

Überflüssige Reglementierung einer Privatangelegenheit

Zum Artikel: "Berlin prüft Bierverbot für Teenager" vom 3. November

Die künftige Berliner Koalition scheint keine echten Sorgen zu haben. Alkohol gehört zu unserem Leben, auch wenn das einigen Soziologen nicht passt. Und es gab schon immer Menschen, die mit Alkohol gut umgehen können, und welche, die das nicht können. Daran wird unsere Welt sicher nicht untergehen. Das deutsche Jugendschutzgesetz hat sich seit Jahrzehnten bewährt, der Staat muss nicht bis in kleinste Privatangelegenheiten hinein reglementieren. Die Berliner Landesregierung soll nicht in Dinge eingreifen, die dem Bund vorbehalten sind.

Ralf Drescher, per E-Mail

Mindestlöhne vernichten nicht zwangsläufig Arbeitsplätze

Zum Artikel: "Berlin ist Hauptstadt der prekären Beschäftigung" vom 1. November

Der Bericht unterstreicht einmal mehr, dass sich Deutschland auf dem Weg zu einer postsozialen Marktwirtschaft befindet. Es ist ein verhältnismäßig junger Trend, dass viele Verkäufer im Einzelhandel nicht mehr von ihrem Gehalt leben können. Andere europäische Staaten wie etwa die Schweiz oder Dänemark zeigen, dass man über eine bessere Regulierung sowie ein kritischeres Bewusstsein der Konsumenten den Dienstleistungssektor ohne den Verlust von Arbeitsplätzen wesentlich humaner gestalten kann. Deswegen hat Angela Merkel absolut recht, wenn sie die Debatte unter dem Gesichtspunkt der Würde der Arbeit führt. Umso mehr, als sich die herkömmlichen ökonomischen Denkmodelle, wonach Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten würden, in vielen Fällen als falsch erwiesen haben.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Ruhestörung bis in die späten Abendstunden

Zum Artikel: "Die Nacht der kleinen Monster" vom 1. November

Mit diesem Halloween-Wahnsinn ist es nicht mehr auszuhalten! Da wird mehrfach noch bis nach 22 Uhr an Haus- und Wohnungstüren geklingelt, oftmals auch noch heftig geklopft. Und das nicht nur von Kindern, sondern auch von Jugendlichen. Diesem Tag und dem Unsinn sollte keine große Beachtung mehr geschenkt werden.

Hans-Dieter Biernat, per E-Mail

Merkwürdiges Verständnis von Kunst

Zum Artikel: "Ist das Kunst, oder kann das weg?" vom 4. November

Wo bitte ist da Kunst? Ein dreckiger Maurerkübel, ein paar alte Dachlatten, eine Handvoll Nägel sowie Säge und Hammer - und nach 30 Minuten ist die Konstruktion fertig.

Herbert Korte, per E-Mail

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