Leserbriefe

"Hilfeleistungen sofort einstellen"

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Die griechische Tragödie geht in ihren entscheidenden Akt, weil Ministerpräsident Papandreou die Vertrauensfrage stellt und das Volk Anfang nächsten Jahres über sein drastisches Sparpaket und den EFSF-Rettungsschirm abstimmen lassen will. Dabei könnten die Griechen als Erfinder der attischen Demokratie durch ihr Nein Papandreou und die EU-Währungsunion in größte Bedrängnis bringen. Papandreou sucht und will die alles klärende Volksabstimmung über das von der EU aufoktroyierte Sparpaket und die davon abhängigen Zahlungen in Milliardenhöhe an Griechenland. Das ist das demokratische und legitime Recht des griechischen Volkes, obwohl sich die Bundesregierung verwundert und überrascht darüber zeigt. Das von der EU-Währungsunion verordnete Sparpaket für Griechenland mit drastischen Lohn- und Rentenkürzungen, Steuererhöhungen und Massenentlassungen im öffentlichen Dienst erinnert stark an einen Knebelvertrag. Mit dem Sparpaket raubt die EU Griechenland die Luft zum Atmen und beschwört so einen griechischen Bürgerkrieg herauf. Diese nationale Katastrophe kann und wird zum Untergang des Euro und der Vision eines friedlichen und vereinten Europas führen. Was Griechenland braucht, ist eine Art Marshallplan, damit Griechenlands Wirtschaft in Schwung kommt.

Roland Klose, per E-Mail

Es wäre schön, wenn es auch in Deutschland einen Volksentscheid über die Euro-Rettung geben würde. Allerdings ist die griechische Regierungshaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Papandreou hätte vor dem EU-Gipfel diese Abstimmung ankündigen müssen. Jetzt, wo sich Europa bemüht, die griechische Schuldenkrise zulasten aller EU-Staaten wenigstens halbwegs zu lösen, ist es notwendig, diese Maßnahmen auch schnell umzusetzen. Wenn die Griechen dies nun nicht mehr wollen, sondern erst abwarten und sich einen Volksentscheid vorbehalten, dann sollen sie doch gleich die Konsequenzen ziehen und die EU und die Euro-Zone verlassen. Es ist ein Unding von den Griechen, die ausgestreckte europäische Hand abzulehnen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Warum freuen sich die Griechen nicht, dass andere Länder ihnen finanziell helfen? Da stimmt doch etwas nicht. Viele jüngere Leute verlassen das Land. Jedem Politiker muss doch spätestens jetzt klar sein, dass die Rechnung nicht aufgeht. Griechenland kann aufgrund seiner Wirtschaftskraft weder die Schulden zurückzahlen, noch erkenne ich ernsthafte Anstrengungen zu einem ernst gemeinten Sparkurs.

Chris Lauber, per E-Mail

Vielleicht sollte man bei uns die Bürger auch mal abstimmen lassen, etwa darüber, ob wir die grenzen- und bodenlose Griechenland-Alimentierung weiter mitmachen wollen. Alles, was bisher zum Thema Griechenland und Euro gelaufen ist, ist gekennzeichnet von völliger Irrationalität und eine Farce. Griechenland hat sich seinerzeit mit Bilanzfälschung, Trickserei und Täuschung die Aufnahme in die EU erschlichen. Trotz der Milliarden, die seitdem in das marode Griechenland versenkt wurden, merken die Politiker nicht, dass sie und damit wir alle weiter getäuscht werden. In Griechenland wird sich nichts ändern, sagten uns übrigens auch neun von zehn Griechen in unserem Urlaub dort. Finnland hat recht: Griechenland muss raus aus dem Euro und aus der EU.

Luis Eiger, per E-Mail

Es wäre die beste Lösung für alle Beteiligten, wenn das griechische Volk gegen die Hilfe stimmen würde, damit hätte die EU viel Geld gespart, und die Griechen können sich in Ruhe selbst wieder neu erfinden. Wenn dann Hilfe zur Selbsthilfe seitens der EU in anderen, kleineren Größenordnungen gewährt würde, wäre allen geholfen. Mit Billionenbürgschaften werden doch die Spekulanten erst wachgerüttelt.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Bevor wir Griechenland selbst über seinen Selbstmord abstimmen lassen, sollte die EU das machen und sofort alle Hilfeleistungen einstellen. Die Griechen tanzen ganz Europa auf der Nase herum, und wir machen das Spiel auch noch mit.

Klaus Wagner, per E-Mail

Die ehrlichen und aufrechten Griechen werden auf der Strecke bleiben. Wer wird denn gegen Reformen und Rettungsschirm stimmen? Die Unwissenden, die Steuerhinterzieher, die Schmarotzer. Kein Cent darf mehr nach Griechenland fließen, bis Papandreous angekündigte Harakiri-Aktion gestoppt ist. Die bereitgestellten Milliarden zur Entschädigung der Gläubiger Griechenlands sollten zum Schutz der Sparer und Steuerzahler in Deutschland eingesetzt werden. Griechenland gehört zurück in die Warteschleife als Anwärter zur EU-Aufnahme - Rote Karte für erneutes Foul im europäischen Zusammenspiel.

H. Friedrich, Hoppegarten