Leserbriefe

"Endlich wird gehandelt"

Eine wunderbare Nachricht! Endlich kann man auswärtige Gäste auch in der Nähe vom Schloss Bellevue herumführen, ohne sich für eklige Küchenabfälle und stinkende Rauchschwaden zu schämen. Das für die Müllbeseitigung eingesparte Geld ist nun frei, etwa für die Renovierung von Schulen und für Jugendfreizeiteinrichtungen. Weshalb ein "Zusammenkommen" von Menschen nur beim Kochen im Freien möglich sein soll, erschließt sich mir nicht. Es gibt in Berlin keine Wohnung ohne Küche. Und ein Zusammenkommen beim Spazieren, Ballspielen oder Picknicken ist ohne umgebende Müllkippe auch für kleine Kinder viel gesünder.

Luzie Hillel, per E-Mail

Endlich wird gehandelt und nicht über sonntägliche Grillrückstände diskutiert, das war längst überfällig. Dass aber gerade ein Grüner und noch dazu Stadtrat (Stephan von Dassel) gegen ein sofortiges Grillverbot ist, kann man nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Und dass Hilmi Kaya Turan vom Türkischen Bund in Berlin ,,es traurig findet, dass Politiker sich auf solche Kompromisse einlassen", ist nicht nachvollziehbar. Es ist eher traurig, dass Herr Turan in all den Jahren sich nicht konstruktiv eingebracht hat, die Verschmutzung des Tiergartens durch grillende Landsleute einzudämmen. Carsten Spallek von der CDU hat für mich nicht die Note 2, sondern die Note 1 bei den Kopfnoten (Seite 2) verdient. Auf dem ehemaligen Tempelhofer Flugfeld ist Platz genug für Griller. Aber auch dort muss den Grillern klargemacht werden, dass ein Verbot droht, wenn der Müll nicht ordnungsgemäß in bereitgestellten Behältern entsorgt wird.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Das Grillverbot im Tiergarten ist eine gute Idee und zeigt, was politisch sinnvolle Mehrheiten in einem Bezirk bewirken können. Weitere Grillverbote sollten folgen, etwa im ebenfalls stark von den Grillfreunden gebeutelten Treptower Park. Auch die Anlage am Spreeufer ist ein Gartendenkmal. Der größte Teil der Wochenendspaziergänger fühlt sich durch Rauchschwaden und den Duft nach Grillhammel und Falafel belästigt und keineswegs kulturell bereichert. Und dem Türkischen Bund, der schon das drohende Grillverbot kritisiert hat, sei gesagt, dass öffentliches Grillen in einem Park in der Türkei, etwa in Istanbul oder Ankara, undenkbar wäre.

Ralf Drescher, per E-Mail

Hoffentlich setzt der Bezirk Mitte das geplante Grillverbot auch durch. Die meisten Griller kommen voll bepackt und gehen erleichtert wieder nach Hause. Der ganze Müll bleibt im Tiergarten liegen, entweder am Grillplatz oder neben den übervollen Mülltonnen.

Marion Klein, per E-Mail

Nach zehn Jahren Vandalismus und Verunreinigung des Tiergartens und den damit verbundenen Beseitigungsunkosten in Millionenhöhe haben sich die verantwortlichen Politiker nun endlich zum Umdenken entschlossen und ein absolutes Grillverbot ab 2012 veranlasst. Der Tiergarten war in den vergangenen Jahren keine durchgehende begehbare Grünanlage und schon gar kein Gartendenkmal mehr. Selbst die den Verunreinigungsverursachern entgegenkommende Kompromisslösung eines ausgewiesenen Grillplatzes ist ignoriert worden. Es ist nur zu hoffen, dass die Politik wegen der bereits jetzt geäußerten Kritik insbesondere der Vertreter des Türkischen Bundes nicht wieder wankelmütig wird. Wenn dessen Vorstandssprecher meint, dass "es wirklich traurig sei, dass sich Politiker auf solche Kompromisse einlassen", dann ist es vielmehr traurig und beschämend für ein Kulturvolk, wenn es zulässt, dass eine seiner Kulturstätten durch Vandalismus zerstört wird.

H. Döring, per E-Mail

Die Bürger werden einfach getäuscht

Zum Artikel: "Teure Energiepreise treiben Inflationsrate auf Drei-Jahres-Hoch" Artikel vom 14. Oktober

Eine Erhöhung der Preise von Waren und Dienstleistungen um durchschnittlich 2,6 Prozent sieht "gemacht" aus. Wie kommt das Statistische Bundesamt auf diese Zahl? Keine der genannten Preisgruppen hat Erhöhungen unter dieser Marke erlebt, außer den Lebensmitteln mit 2,5 Prozent. Das kann jeder Verbraucher nachvollziehen, dass das nicht stimmt. Nahezu täglich erleben wir dort Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent. Ich denke an Milchprodukte, Kaffee und Zucker. Die Zahl von 2,6 Prozent ist offensichtlich geschönt, damit Deutschland in der EU nicht aus der Rolle fällt. Deshalb werden die Bürger einfach getäuscht.

Klaus Napierala, per E-Mail

Korrektur

Zum Artikel: "Auf der Zunge zergehen lassen" vom 11. Oktober

Versehentlich wurde die Adresse der Bonbonmacherei falsch angegeben. Das Geschäft befindet sich an der Oranienburger Straße 32 in Mitte. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.