Leserbriefe

"Es geht auch ohne Frauenquote"

Von Simone de Beauvoir stammt der Ausspruch: "Man ist nicht als Frau geboren, man wird es." Und in der Tat wird die Frau erst von den Männern zum anderen Geschlecht gemacht. Dabei ist die systematische Unterdrückung der Frau trotz gegenteiliger Bekundung im Grundgesetz gesellschaftlich bedingt und gewollt. Während der Mann für das Absolute, das Essenzielle, das Subjekt steht, wird der Frau vielfach leider immer noch die Rolle des Objektes der Begierde zugewiesen, weil sie lediglich in Abhängigkeit vom Mann definiert wird. Unterstützt wird dieser Mythos auch heute noch von der katholischen Kirche, welche die Frau weiterhin als "Paradies-Eva" - aus der Rippe des Mannes gemacht - charakterisiert: Untertanin, Hausfrau, Mutter und sündige Verführerin zugleich. Deshalb kann und wird die freiwillige Selbstverpflichtung der Dax-Unternehmen in der Praxis nicht funktionieren. In einer männerdominierten Welt werden sich zuletzt die Männer für die Gleichberechtigung und die Befreiung der Frauen einsetzen. Hier hilft nur eine gesetzlich festgelegte Frauenquote. Bei den Grünen klappt dies bereits seit Jahren sehr gut, insbesondere mit der Doppelspitze. Warum soll das bei Dax-Unternehmen nicht so sein?

Roland Klose, per E-Mail

Frau Schröder und Frau von der Leyen haben es offensichtlich ohne Frauenquote an die Spitze geschafft. Wofür haben wir jetzt eine Frauenquote nötig? Hat Deutschland keine anderen Sorgen?

Marion Höhl, per E-Mail

Dass Frauen in gut bezahlten Führungspositionen in Deutschland unterrepräsentiert sind, ist ein gesellschaftspolitisches Problem, das vor allem durch familienfreundlichere Arbeitsverhältnisse, bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder jeden Alters und nicht zuletzt auch durch neues Denken angegangen werden muss. Das kostet viel Kraft, viel Zeit, aber vor allem auch viel Geld. Die Politik in Deutschland will nun den vermeintlich billigeren - aber aus ihrer Sicht dennoch politisch korrekten - Weg des gesetzlichen Zwangs beschreiten. Ist damit diesen Zielen gedient? Ich befürchte, nein. Vielmehr droht ein riesiges Juristenbeschäftigungsprogramm, da künftig vor Gerichten immer wieder verhandelt werden muss, weshalb Herr X Frau Y bei der Einstellung vorgezogen wurde oder warum die Firma/Behörde Z noch immer nicht die Frauenquote erfüllt habe. Und schließlich wage ich zu behaupten: Ein Prädikat Quotenfrau ist genau kontraproduktiv und dürfte vielen hoch qualifizierten und motivierten Frauen, die bereitstehen, um Führungsaufgaben zu übernehmen, nicht gerecht werden. Vielmehr wäre es als Missachtung ihrer Leistungen und Würde zu verstehen. Das kann kaum erstrebenswert sein.

Bernd Höfer, per E-Mail

Wieder ein Thema, das von wichtigeren Problemen ablenken soll. Von der Leyen und Schröder versuchen sich als Amazonen zu profilieren. Wie kann man versuchen, über Quoten in Führungspositionen aufzusteigen? Es sollte einzig und allein die Qualifikation entscheiden.

A.Impe, Rudow

Eine Frauenquote ist realitätsfern. Der Streit der Ministerinnen ist überflüssig wie ein Kropf. Man kann ja Frauen schlecht zwingen, ein bestimmtes technisches Fach zu studieren, damit sie später in die Vorstandsetage eines Technikkonzerns aufrücken können.

Christian Lukner, per E-Mail

Die Forderung der Bundesministerinnen nach einer Frauenquote ist absurd. Durch die in der Politik herrschende Frauenquote kommen mitunter auch unfähige Frauen bis in Ministerämter. Die Politik kann sich das leisten, denn Fehler in den Führungsämtern der Politik hat die Bevölkerung auszubaden. Die Wirtschaft kann sich das nicht leisten. Fehler in den Vorständen gehen an die Substanz des Unternehmens. Also: Finger weg von der Frauenquote! Wer aufsteigen will, muss sich bewähren. Das gilt auch für Frauen!

Dr. Wolfgang Goebel, per E-Mail

Rücksichtnahme und Kopfschutz sind wichtig

Zum Artikel: "Ramsauer droht Radfahrern mit Helmpflicht" vom 19. Oktober

Das ständige Herumhacken auf den Radfahrern geht einem so langsam auf die Nerven. Wenn die Unfallzahlen steigen, liegt das mitnichten an dem Verhalten der Radler, sondern an den rücksichtslosen Autofahrern, die ein immer aggressiver werdendes Verhalten an den Tag legen. Fehlende Kontrollen und Überwachung des Verkehrs ermutigen solche Verkehrsrowdys. Der Radfahrer ist neben dem Fußgänger der schwächste Verkehrsteilnehmer und bedarf des Schutzes und der Rücksichtnahme durch die anderen Verkehrsteilnehmer. Das hat alles nichts damit zu tun, dass es sinnvoll und richtig ist, einen Helm aufzusetzen, wenn man sich in den Verkehr begibt.

Bernd Hübler, per E-Mail