Leserbriefe

"Urteil ist Hohn für das Opfer"

Das (milde) Urteil ist ein Hohn für alle Opfer, der Richter hat dem Ansehen der Justiz keinen Gefallen getan. Bei solchen Taten nicht mal drei Jahre Freiheitsentzug. Sind Gesundheit und Unversehrtheit denn nichts mehr wert? Selbst andere Taten ohne körperliche Gewalt werden höher bestraft. Und dass Alkohol als strafmildernd ausgelegt wird, ist Irrsinn. Jeder weiß, was Alkohol verursacht. Und so müssen Täter jeden Alters die Konsequenzen ihrer Taten verantworten und erfahren - ohne Alkohol und unter Alkoholeinwirkung noch viel härter.

Max Strahlemann, Zehlendorf

Das ist ein Urteil, für das man kaum Verständnis aufbringen kann. Die Überfälle nehmen ständig zu, und kein Gericht hat den Mut, angemessen zu urteilen. Wenn man sich die Bilder aus der Überwachungskamera genau ansieht, kann der Täter bei den gezielten Tritten auf den Kopf des Opfers wohl kaum so betrunken gewesen sein, dass er nicht mehr wusste, was er tat. Sollte die Revision wirklich gelingen, kann man nur noch an unserem Rechtssystem zweifeln.

A. Panske, per Mail

Das Urteil ist gesprochen, doch ein Ende leider nicht abzusehen. Wenn die Medien hier nicht eingegriffen hätten, wäre aller Wahrscheinlichkeit nach eine Bewährungsstrafe herausgekommen. Justitia versuchte den jungen Mann zu überzeugen, dass mit diesem Urteil seine Zukunft noch nicht ganz verloren ist. Zur Abschreckung dient dieses Urteil garantiert nicht, in Bayern wäre solch ein Kuschelurteil unmöglich gewesen.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Ich glaube, dass sich ein Mensch ändern kann. Dies geschieht aber nicht innerhalb von ein paar Wochen, sondern ist ein langer, mühevoller Weg. Die aus durchsichtigen Gründen und vom Anwalt empfohlene Reue ist das übliche Ritual bei einem Strafprozess. Eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht ist schon die größte Strafmilderung, die man sich denken kann. Weitere Milderungsgründe sind völlig unangebracht. Dieser Fall zeigt, dass das Jugendstrafrecht reformbedürftig ist. Als seinerzeit das Großjährigkeitsalter von 21 Jahren auf 18 Jahre gesenkt wurde, hätte man auch das Jugendstrafrecht entsprechend anpassen müssen. Es kann nicht sein, dass jemand mit 16 Jahren wählen darf, aber als 22-Jähriger - wie ich neulich las - noch als Jugendlicher verurteilt wird. Wer volljährig ist, soll auch voll für seine Taten verantwortlich sein.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Senat sieht tatenlos der sich ausbreitenden Gewalt zu

Zum Artikel: "Er war zur falschen Zeit am falschen Ort" vom 20. September

Ich möchte der Autorin Güner Balci danken. Sie hat so sachlich und gut über das Thema Integration geschrieben und trifft dabei genau den Punkt. Soziale Probleme sind es nicht allein, um diese schreckliche Gewalt zu erklären. Ich glaube, es fehlt einfach der Wille, sich in einem fremden Land angemessen anzupassen.

Susanne Schuster, per E-Mail

Wer schützt unsere Kinder vor brutalen Gewalttätern? Hunderte erschütterte Menschen betrauern den unfassbaren Tod von Giuseppe M. Es hätte ebenso mein Kind treffen können. Giuseppe M. war ein friedliebender junger Mann. Dann traf er auf polizeibekannte Gewalttäter, wollte sich dem Konflikt entziehen und floh in Panik. Nun muss ihn seine Familie zu Grabe tragen. Der Bericht von Güner Balci spricht mir aus der Seele. Gut, dass sie es war, die diese klaren, wahren Zeilen schrieb. Einem Herrn Sarrazin hätte man womöglich wieder Fremdenhass unterstellt. Es steht schlecht um Berlin, wenn ich als Mutter Angst um das Leben meiner erwachsenen Kinder haben muss, weil der Senat in den vergangenen Jahren tatenlos der sich ausbreitenden Gewalt zusah. Herr Wowereit, kommen Sie Ihrer Pflicht nach, und beschützen Sie die friedliebenden Berliner, deren Bürgermeister Sie doch so gerne sind! Stellen Sie Polizisten ein, denn Kameras können keine Gewalt verhindern, höchstens die Aufklärungsquote verbessern.

T. Meyer-Müller, Charlottenburg

Endlich hat mal jemand den Mut und spricht die Probleme offen an. Ganz im Gegensatz zu unseren Politikern, die die Bevölkerung seit Langem für dumm verkaufen, indem sie die Augen verschließen, die Probleme schönreden und die Tatsachen sogar verleugnen. Da die Autorin selbst einen Migrationshintergrund hat, wird sie hoffentlich nicht des Rassismus verdächtigt oder in die rechte Ecke gestellt, wie das sonst so gern mit Leuten getan wird, die sich kritisch zur Integration, besonders der muslimischen Bevölkerung, äußern. Es muss endlich etwas geschehen, um dieser Problematik zu begegnen, damit unsere Stadt sicherer wird. Leider habe ich wenig Hoffnung, dass der künftige Senat dahin gehend endlich klar Position bezieht und handelt.

Michael Koch, per Mail