Leserbriefe

"Lautstark dagegen wehren"

Ich bin betroffen, dass solche fremdenfeindlichen Pöbeleien immer wieder geschehen. Ich bin aber auch froh, dass die Redaktion diesen Artikel auf die erste Seite des Berlin-Teils der Morgenpost gesetzt hat. Sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu wehren und Flagge zu zeigen ehrt jeden demokratisch denkenden Menschen und ehrt auch die Morgenpost und ihre Redaktion. Macht bitte weiter so.

Hermann Henke, per E-Mail

Ich habe mit großer Anteilnahme und Betroffenheit den Artikel von Botschafter Murphy über das Thema Rassismus gelesen. Endlich traut sich jemand, diese Realität laut anzusprechen. Ich habe vier Kinder, zwei sind dunkelhäutig. Ich selbst bin Halbtürkin, mein Mann gebürtiger Pole. Der Artikel hat mir aus der Seele gesprochen. Was können wir tun? 2007, kurz nach der Geburt unserer Tochter, sind wir nach Dallgow gezogen. Dort hatten wir ein Haus gebaut. Schnell, sehr schnell haben meine Kinder die ersten rassistischen Bemerkungen zu hören bekommen. Das ging so weit, dass eines Tages mein Sohn (11) tätlich angegriffen wurde. 2010 haben wir uns entschlossen, unser Haus zu verkaufen, und sind nach Berlin zurückgezogen. Ich habe mich oft gefragt, was wir gegen solches Gedankengut tun können. Diese "Blödmänner" gibt es überall, aber in Deutschland ist es besonders extrem. Ich denke, wir alle müssen uns lautstark gegen diese Menschen wehren. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich es tun. Ich hoffe, es wird bald mehr mutige Leute wie Philip D. Murphy geben.

Corinna N., per E-Mail

Wichtige Bedeutung für das Berliner Kulturleben

Zum Artikel: "Christo plant Dauerausstellung im Berliner Reichstag" vom 8. September

Ich bin meist für sehr sparsames und zielgerichtetes Ausgeben von Steuermitteln. In diesem Fall aber stimme ich den Aufwendungen für die Anschaffung der Exponate voll zu. Nach der deutschen Wiedervereinigung war die Verhüllung des Berliner Reichstags einer der größten Höhepunkte unseres Berliner Kulturlebens und sollte aus verschiedenen Gründen nie vergessen werden. Zu diesem Zeitpunkt trafen sich Menschen vor dem Reichstag, bewunderten die Inszenierung bei schöner Beleuchtung und diskutierten in nie dagewesener friedlicher Art über unterschiedliche Themen, die den ganzen Erdball betreffen. Niemand der Teilnehmer wird diese interessierte Menschenmenge jemals vergessen können.

Lothar Otterstätter, Marienfelde

Seinerzeit eingeleitete Schulreform war vollkommener Blödsinn

Zum Artikel: "Jede vierte Grundschule will Reform rückgängig machen" vom 6. September

Außer Spesen nichts gewesen! Der CDU-Bildungsexperte Sascha Steuer hat es auf den Punkt gebracht: Die Schulpolitik der vergangenen Jahre zeichnet sich durch eine Ansammlung von Fehlentscheidungen aus. Kinder, Lehrer und Erzieher wurden zu Opfern profilierungssüchtiger, aber ahnungsloser Politiker. Ich hoffe, dem Zurückrudern - neuerdings wieder mögliche Zurückstellungen, Abschaffung der Jahrgangsmischung an diversen Schulen - folgen weitere Schritte in die richtige Richtung. Für meine Enkel wünsche ich mir die gute alte Zeit zurück, in der den Kindern ein Jahr Vorschulzeit an ihrer Grundschule angeboten wurde. Das war wirklich effektiv, nur leider nicht Pflicht.

Heide Binner, Rudow

Es wurde reichlich diskutiert, gesprochen, gestritten und demonstriert. Letztlich haben uns die vergangenen Monate und Jahre gezeigt, dass die seinerzeit eingeleitete Schulreform vollkommener Blödsinn war und ist. Ich frage mich, welcher Entscheidungsträger in der Politik nun umsetzt, was dringend notwendig ist. Bildungssenator Jürgen Zöllner als verantwortlicher Politiker lässt die Kinder, Eltern, Lehrer im Stich. Verantwortliches Handeln und schnelle Entscheidungen sind jetzt gefragt. Wahlen hin oder her, wer zieht die Karre aus dem Dreck und bringt den lahmen und inzwischen vollkommen realitätsfremden Amtsschimmel auf Trab?

Michael Klages, Staaken

Heimtückische Anschläge sind auf das Schärfste zu verurteilen

Zum Artikel: "Brandanschläge: Jeder vierte Berliner fürchtet um sein Auto" vom 3. September

Abgesehen vom Verlust des Autos geht von Brandanschlägen ein vielfach höheres Risiko aus als von Autodiebstählen. Dass bislang noch keine Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen sind, ist reiner Zufall. Auch ein Übergreifen der Flammen auf Gebäude konnte noch verhindert werden. Von daher sind diese heimtückischen Anschläge auf das Schärfste zu verurteilen und nicht durch den Vergleich mit anderen Straftaten wie Diebstählen oder Sachbeschädigungen zu verharmlosen.

Christian Brand, per E-Mail