Leserbriefe

"Keine Hilfeschreie"

Bei dem Auto-Anzünden handelt es sich um Vandalismus, um Zerstörungswut. Die Menschen sind nur in den seltensten Fällen Heilige. Es geht hier nicht um "Hilfeschreie", es geht nicht um einen Ausdruck von "Hoffnungslosigkeit".

Bertold Falk, Mariendorf

Es werden jedes Jahr etwa 40 000 Autos in Deutschland gestohlen. Haben Sie da mal ein einziges Mal nachgefragt, wie viel davon auf Berlin entfallen? Ich weiß es nicht genau, schätze aber, dass die Zahl ziemlich hoch sein wird. Weit mehr, als Autos bisher in Brand gesteckt wurden. Wieso hat eigentlich kein Berliner Angst, dass sein Auto gestohlen werden könnte? Über die Brandanschläge kann ich hinsichtlich der Angst um mein Auto nur lachen. Unser Auto wurde 2007 das erste Mal gestohlen. Im Februar 2011 der nächste Versuch, der zum Glück scheiterte. Jeden Morgen rechne ich damit, dass mein Auto nicht mehr vor der Tür steht. Die Polizei ist und war hier auch noch niemals in der Lage, Diebstähle zu verhindern. Außerdem scheint es mir, dass der Gedanke: "Was soll's, die sind ja versichert und die Autowirtschaft profitiert davon", vorherrschend zu sein scheint, aber das gilt für brennende Autos ja genauso ...

Ute Pigeon, Lichtenrade

Ignoranz gegenüber den künftigen Generationen kaum zu überbieten

Zum Artikel: "Sparen und Europa retten" vom 7. September

Schon lange geben fast alle Länder sehr viel mehr Geld aus, als sie einnehmen. Jeder normale Geschäftsmann oder auch jede Privatperson wäre längst an die Grenzen seiner Kreditwürdigkeit gestoßen. Nur die Politiker aller Regierungen scheint es überhaupt nicht zu interessieren, geht es hierbei doch einzig um den Stimmenfang bei Wahlen und nicht um die gesunde und finanzierbare Verwaltung und Regierung eines Landes. Die Ignoranz gegenüber den künftigen Generationen lässt sich kaum überbieten. Alles wird fachgerecht und sehr gekonnt schöngeredet, nur wird vergessen, dass es viele denkende Menschen gibt - und die glauben bei Weitem nicht mehr alles. Leider verändert sich nichts. Jeder Teil einer Regierung versucht immer mehr Geld auszugeben - häufig für gut gemeinte Unternehmungen - und vergisst, dass das Geld nicht da ist und neue Schulden gemacht werden. Ich bedaure diejenigen, die einmal für dieses Desaster aufkommen müssen und verstehe schon jetzt deren Wut.

Lothar Otterstätter, per E-Mail

Parallelgesellschaften und Hetzreden unterbinden

Zum Artikel: "Türkei missbraucht arabischen Frühling" vom 6. September

Die Türkei unter dem National-Islamisten Erdogan strebt die Führung in der islamischen Welt an. Dazu zählt auch die offene Förderung türkisch-islamischer Parallelgesellschaften. Dafür ist jedes Mittel recht, seien es Hetzaktivitäten gegen Israel oder Hetzreden auf deutschem Boden gegen Deutschland.

Uwe Marquardt, Mitte

Training für Schaueinlagen zu besonderen Anlässen

Zum Artikel: "Mit den Waffen einer Frau" vom 5. September

Dem Vernehmen nach ist die Bundeswehr eine Armee im Einsatz, kann aber trotz veritabler Stärke nur etwa 8000 Männer/Frauen gleichzeitig zum Einsatz bringen. Nun lese ich erstaunt, dass man sich für protokollarische Zwecke ein Bataillon mit rund 1200 Soldaten leistet. Dieses rekrutiert offensichtlich nicht nur die strammsten Bewerber, sondern hat auch noch Zeit, für Schaueinlagen bei offiziellen Anlässen zu trainieren. Dass sich für diese Beweise besonderer Wehrhaftigkeit nun auch Frauen interessieren, ist eine Sache, dass hierfür Steuergelder aufgebracht werden, eine andere.

Bernd Walter, per E-Mail

Missstände ausschalten, um Volkskrankheit zu beherrschen

Zum Artikel: "Bundesverdienstkreuz für Rosenstolz" vom 1. September

Endlich wird Burnout nicht mehr als "Idiotenkrankheit" abgetan. Kein Wunder, denn die Zahl der davon betroffenen Menschen ist stark gestiegen. Der eine macht die Gesellschaft, ein anderer die Menschheit dafür verantwortlich. Zahlreiche Spezialisten untersuchen seit geraumer Zeit, welche psychischen Auswirkungen der Alltag hat. Daraus gewonnene Erkenntnisse sollten in Lehrbücher übernommen werden, um bessere Methoden zur Vorbeugung und Heilung entwickeln zu können. Leider bleibt alles nur Theorie, solange der Mensch nicht bereit ist, etwas ändern zu wollen. Jeder wäre aufgefordert darüber nachzudenken, wie er mit seinen Mitmenschen umgeht.

Peter Fuchs, per E-Mail