Leserbriefe

"Euro muss Dollar Paroli bieten"

Unsere Staatsschulden betragen 2,039 Billionen Euro, die Ausfallbürgschaften für die EU-Schuldenländer maximal 211 Milliarden Euro. Dagegen verfügen alle Deutschen über ein Bankvermögen von 4,8 Billionen Euro. Die Reichen wollen sogar mehr Steuern zahlen. Und was macht die Bundesregierung in dieser prekären, aber nicht hoffnungslosen Situation? Sie will 2013 eine Einkommensteuersenkung von 10 Milliarden Euro umsetzen, 2012 die Sozialabgaben senken und ist strikt gegen die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Nicht genug. Der sogenannte Finanzreformator Paul Kirchhof will sogar einen einheitlichen Einkommensteuersatz von 25 Prozent für Arme und Reiche in die Tat umsetzen. Ist das nicht finanzpolitisches Harakiri par excellence? So fahren Merkel und Rösler Deutschland gegen die Wand. Wann werden wir von dieser Koalition der Dilettanten erlöst?

Roland Klose, per E-Mail

Die Euro-Krise ist ganz einfach zu lösen: Wenn Griechenland etwa 80 Milliarden Euro braucht, so bekommen alle anderen Euro-Staaten auch 80 Milliarden Euro. Selbst wenn Deutschland dieses Geld nicht braucht, so hat die Bundesregierung viel Spielraum für Steuersenkungen und kann trotzdem einen höheren Zins an die europäische Zentralbank zahlen. Im Prinzip ist dieser Vorschlag den Euro-Bonds sehr ähnlich. Wichtig ist hierbei allerdings, dass die Gesamtschuldenbelastung nicht höher wird als die der USA. Dennoch steht Europa besser da als die USA. Wirtschaftlich betrachtet leben in den Euro-Staaten mehr Menschen als in allen US-Staaten, was letztlich zu mehr Arbeitsplätzen und Handel führt.

Jürgen Hempel, per E-Mail

Bei aller notwendigen Vision für ein "mehr Europa" muss Angela Merkel daran erinnert werden, dass von den heutigen 27 Ländern nur (einschließlich Griechenland) 17 Euro-Länder sind und wir Deutschen es uns bei "unseren" immensen Staatsschulden, die nicht das Volk sondern unsere Politiker teils sehr leichtfertig angehäuft haben, nicht leisten können, auch noch von unehrlichen EU-Staaten geschröpft zu werden. Eine europäische Staatengemeinschaft wird in der Welt ihre Rolle auch ohne Nassauer spielen.

Martin Gewies, Frohnau

Erneut ist Wendehals Horst Seehofer (CSU) seinem Spitznamen gerecht geworden. Er irrt aber. Nicht die jungen Politiker haben in der Euro-Krise versagt, sondern die alten. Jetzt stehen Deutschland und Europa mit den irrsinnigen Rettungsschirmen vor dem Abgrund und dies sogar, indem die Verfassung gebrochen wird.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Unverständlich hoher Aufwand zur Rettung von Tieren

Zum Artikel: "Heidi hat Rücken - Opossum wird altersschwach" vom 30. August

Dass eine entlaufene Kuh wochenlang die Medien beschäftigt, ist mit gesundem Menschenverstand wirklich nicht mehr nachvollziehbar. Viel schlimmer aber noch ist der finanzielle Aufwand, der notwendig war, um sie zu suchen und wohlbehalten in einem Gnadenhof unterzubringen. Handelt es sich hier um ein seltenes, vom Aussterben bedrohtes Tier oder um eine ganz normale Kuh, die ohnehin auf dem Weg in den Schlachthof war? Da werden Hubschrauber und Wärmebildkameras eingesetzt, Artgenossen zur Gesellschaft in ihre Nähe gebracht, ganz zu schweigen von den nicht unbeträchtlichen Personalkosten. Was hätten wir mit dem Geld alles machen können? Ich muss hier nicht aufzählen, woran es in den Kommunen mangelt, das ist allseits bekannt. Viele arme Menschen ballen nur noch die Faust in der Tasche. Man denke an den Pinguin, der sich verirrt und Sand statt Schnee gefressen hatte. Das ist zwar traurig, aber nicht den Aufwand wert, der mit mehreren Operationen und einem kostspieligen Rücktransport getrieben wurde. Nun geht es Opossum Heidi schlecht. Was haben wir da zu erwarten? Wird sie ein neues Hüftgelenk bekommen und dann zur Reha geschickt?

E. Kaiser, Lichterfelde

Korrektur

Zum Artikel "Nach oben offen" vom 1. September

In unserem Bericht über Mietererhöhungen bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist uns ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Bei den namentlich genannten Mietern handelt es sich um Untermieter, deren Mietpreis von 400 Euro nicht vom Mietspiegel oder der Mietforderung der Degewo abhängt, sondern von der Forderung der Hauptmieterin. Die Hauptmieterin der Degewo zahlt für die 98 Quadratmeter große Wohnung eine Monatsmiete von 530 Euro nettokalt. Sie hat zuletzt zum Januar 2011 eine Mieterhöhung über 5,68 Euro monatlich für die Wohnung erhalten. Die Degewo hat nicht vor, die Miete von 20 000 Wohnungen um 2,3 Prozent zu erhöhen, sondern nur bei Wohnungen, bei denen sie ein Mieterhöhungspotenzial sieht.