Leserbriefe

"Eines Staatsmannes unwürdig"

Im Gegensatz zu Klaus Wowereit bin ich kein Katholik. Dennoch freut mich das Festhalten der katholischen Kirche an ihren sexualethischen Lehren, die ja letztlich auf dem unveränderlichen Wort Gottes fußen. Was wäre das auch für eine Kirche, würde sie jede Strömung des Zeitgeistes mitmachen? Sie hätte nicht 2000 Jahre lang bestanden, wäre sie nicht auch in diesen Dingen treu geblieben. Dass das Wowereit missfällt, bleibt sein gutes Recht. Als Amtsträger und Repräsentant der Stadt Berlin sollte er sich allerdings gut überlegen, wie ein solcher Umgang mit einem offiziellen Staatsgast nach außen wirkt. Wer Berlin vertritt, sollte seine Privatmeinung für sich behalten. Denn ändern wird Wowereits Stimmungsmache letztlich nichts.

Mathias Christiansen, Pankow

Kritik am Papstbesuch sollte ebenso möglich sein und toleriert werden wie zu allen anderen Anlässen. Außerdem hat doch gerade Spanien, das ja nun ein Land ist, in dem die Katholiken bekanntermaßen in der Überzahl sind, gezeigt, was vernünftiger Protest vermag. Bei allen Nachrichtensendungen vom Horn von Afrika werden verzweifelte Menschen gezeigt, die nicht das Nötigste zum Leben haben. Daran anschließend wird um Spenden gebeten. Das ist gut so. Aber da las ich doch, dass in einem Orden ein Ornat für den Papst, wenn er dann in Deutschland ist, mit Goldfäden bestickt wird. Mir fallen dazu nur Worte ein, die ich hier lieber nicht schreibe.

Ilona Oliver, per E-Mail

Staat und Kirche sind in Deutschland getrennt. So weit, so gut. Die Politik verbietet sich jegliche Einmischung der Kirchen in die Gesetzgebung (zum Beispiel Abtreibung). Auch gut. Ebenso aber äußern sich führende Politiker immer wieder zu Fragen des kirchlichen Lehramts. Und das ist nicht gut. Wir brauchen weder Herrn Wowereits noch sonst eines Nicht- oder Taufschein-Christen Ratschläge zur Lehre der römisch-katholischen Kirche. Wowereits Geschichtsverständnis ist ohnehin seltsam. Wann beginnt für ihn die "Neuzeit"? Vor oder nach Abschaffung des § 175 StGB? Und wann endeten die "letzten Jahrtausende", in die die Lehre der Kirche gehört? Am 1. August 2001, dem Tag des Inkrafttretens des Lebenspartnerschaftsgesetzes? Und welche Botschaft transportiert Berlins Regierender Bürgermeister durch diese Worte auch an Muslime seiner Stadt? Nichts anderes, als dass sie in ihrem Denken noch immer in den "letzten Jahrtausenden" hängen.

Dipl.-Theol. Michael van Laack, per E-Mail

Ich möchte meiner Empörung über die Äußerungen Wowereits bezüglich des Papstbesuchs Ausdruck verleihen. Sie zeigen nicht nur ein sehr einseitiges Toleranzverständnis sondern auch eine mangelnde Weltoffenheit, die Wowereit ja so gerne für sich reklamiert. Zudem hat der Papst in seiner Eigenschaft als Oberhaupt der Katholiken und Staatsoberhaupt des Vatikanstaats den Respekt verdient, den man eigentlich schon in der Kinderstube erlernen müsste und den auch Wowereit für sich selbst erwartet. Der versteckte Aufruf zum Protest ist eine Ungeheuerlichkeit und eines Staatsmannes unwürdig, zumal man weiß, welche politische Couleur diesem Aufruf folgt und wie er wahrscheinlich enden wird.

Ute Erdmann, Dallgow-Döberitz

Es ist skandalös, wie sich Klaus Wowereit zum Papstbesuch äußert. Natürlich sind Proteste gegen das Kirchenoberhaupt legitim. Nur vergisst Wowereit, dass er Regierender Bürgermeister von ganz Berlin, also aller Berliner ist. Der Papst hat das zu verkünden, was Jesus Christus gesagt hat und was im Neuen Testament festgelegt ist. Der Zeitgeist ändert sich immer wieder. Und wer bestimmt den Zeitgeist? Da muss es eine Linie geben, an die sich der Mensch halten sollte. Und das ist das Neue Testament. Die Katholische Kirche verurteilt ja nicht die Menschen, die anders veranlagt sind, sondern sie verkündet die Ordnung Gottes. Im Übrigen muss gefragt werden, ob es wirklich nur dieses eine Thema gibt, wenn es um die katholische Kirche und deren Vertreter geht. Auch beim neuen Erzbischof von Berlin wurde zuallererst dieses eine Thema angesprochen und dabei natürlich Vorurteile gepflegt. Es gibt aber insgesamt viele Themenbereiche, zu denen sich die Kirche äußert. Für Wowereit gibt es aber offensichtlich nur dieses eine Thema.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Schlechte Verkehrsanbindung und mangelhafte Internetpräsentation

Zum Artikel: "Katzenhäuser sind mit 842 Tieren so voll wie noch nie" vom 27. August

Jetzt rächt es sich, dass das Tierheim von Lankwitz ans andere Ende der Welt nach Falkenberg gegangen ist. Wenn ich das Tierheim besuchen will, sind die Verkehrsverbindungen extrem schlecht, für ein Taxi hin und zurück zahle ich annähernd 100 Euro. Außerdem ist das Berliner Tierheim altmodisch organisiert und hat keine brauchbare Internetseite.

Regina Kröning, Spandau