Leserbriefe

"Ursachen bekämpfen"

Die beklagte Gewaltbereitschaft, Respektlosigkeit und der Vandalismus der Schüler weiten sich zu einem Flächenbrand aus, dessen Ursachen bekämpft werden müssen. Einzelne Brandnester wie in der Rütli-Schule oder in der Heinrich-Mann-Schule zu bekämpfen, stellt eine Medikation ohne Diagnose dar und dient höchstens der Beruhigung des eigenen Tuns. Das Elternhaus muss Moral und Empathie vorleben und seine Erziehungsaufgaben leisten. Die Schule kann auf dieser Grundlage nur fortsetzen und ist nicht für fehlende Selbstverständlichkeiten verantwortlich. Wenn das Elternhaus für diese Lebensgrundlagen kein Interesse hat, so stellt auch das eine Vernachlässigung dar und sollte geahndet werden.

Dieter Meier, Tegel

Das Resignieren von Lehrern vor der Lebenswirklichkeit an Berliner Schulen ist letztlich ein Scheitern der Gesellschaft an den Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft.

Arnd Brenner, per E-Mail

Ein fähiger Richter hat ja befunden, dass Sekundarschulen sich ihre Schüler auch nach Durchschnittsnoten aussuchen dürfen. Damit ist für mich das Konzept der ausgewogenen Verteilung der Schüler auf die einzelnen Schularten und Schulstandorte, was ja eigentlich erreicht werden sollte, schon gescheitert. Was will man also erwarten, wenn für einige Schulen nur noch alle "ungewollten" Schüler übrig bleiben, von denen viele noch nicht einmal in ihrer vorschulischen Kindheit Respekt vor Autoritäten gelernt haben? Solange in einigen Schichten schon kleine Jungs beigebracht bekommen, dass sie ihre Mütter und Schwestern nicht als gleichberechtigt achten müssen, wird sich auch an den Schulen nicht viel ändern. Wo soll der Respekt vor den Lehrern herkommen? Die können mir nur leidtun.

Vivian Schütt, per E-Mail

Hilfloses Herumstochern der Polizei im Nebel

"Zwei Städte, zwei Strategien - Die Jagd auf Autobrandstifter" vom 24. August

Das hilflose Herumstochern im Nebel durch die Polizei und Bundespolizei muss aufhören. Dass es die scheinbar überwiegend linksautonomen Brandstifter auf eine allgemeine Verunsicherung der Bevölkerung abgesehen haben, ist offensichtlich. Für mich ist das offener, nichtmilitärischer Terrorismus. Folglich sind die Autoanzünder wie Terroristen zu behandeln, mit größtmöglicher Härte und allen Konsequenzen. Wer Autos anzündet muss wissen, dass er dabei von Polizeikräften legal erschossen werden kann. Diese Perspektive sollte den Chaoten auch von den Medien dringend nahegebracht werden. Mit windelweichen Konzepten und Soft-Strategien wird sich hier gar nichts ändern. Leider.

Dr. Helmut Pöltelt, per E-Mail

Nicht auf Armutsintegration in Deutschland einlassen

Zum Artikel: "Seit Wochen obdachlos im Görlitzer Park" vom 21. August

Die Aussage von Kreuzbergs Bürgermeisters Franz Schulz (Grüne) ist total unverständlich und befremdend, indem er für die obdachlosen Roma menschenwürdige Unterkünfte fordert. Zunächst müsste geprüft werden, ob diese Menschen für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen können. Ob die von den Roma angemeldete Selbstständigkeit auch zum Bestreiten des Lebensunterhalts reicht, kann über die Ämter geprüft werden. Danach ist feststellbar, ob sie sich in Deutschland niederlassen dürfen. Auf eine Armutsmigration sollten und dürfen wir uns in Deutschland, bei allem Verständnis für die Notlage dieser Menschen, nicht einlassen.

Maria Antonia Görs, Friedrichsfelde

Völlig überspannt, brutal und viel zu problembeladen

Zum Artikel: "TV-Quoten: Ein hanseatischer Ermittler in München war Publikumsliebling" vom 23. August

Der neue "Polizeiruf 110" war komplizierter als gewohnt. Matthias Brandt ist zwar ein exzellenter Schauspieler, doch das Drehbuch und die Inszenierung wirkten auf mich völlig überspannt, brutal und viel zu problembeladen. Regisseur Dominik Graf hat den schönen alten "Polizeiruf 110" zerstört und missbraucht. Die sonst gezeigte detaillierte Klein- und Ermittlungsarbeit der Polizei, die die ehemalige DDR-Serie, aber auch andere Fernsehkrimi-Klassiker wie "Der Kommissar", "Derrick" oder "Der Alte" einst auszeichnete, blieb völlig auf der Strecke zugunsten von Effekthascherei und übertriebener brutaler Spannung. Regisseur Dominik Graf wollte wohl daraus einen neuen Kriminalfall "Im Angesicht des Verbrechens" machen. Schon diese ARD-Serie habe ich seinerzeit abgelehnt, denn ein Krimi soll - für mich jedenfalls - nicht nur Spannung, sondern auch ein gewisses Maß an Entspannung bringen. Da lob' ich mir die Kriminalfälle, die Jürgen Roland seinerzeit als Regisseur in "Stahlnetz" meisterhaft inszenierte.

Thomas Henschke, Reinickendorf

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