Leserbriefe

"Wo ist die Polizei?"

Erst brannten die Kinderwagen und brennen noch immer. Seit etlicher Zeit sind es Autos - und nicht zu knapp. Kein Ende ist absehbar. Da muss man sich doch fragen, was als Nächstes in Brand gesteckt wird? Die Medien reagieren gelassen, die Politik hüllt sich in Schweigen. Da mutet es recht merkwürdig an, wenn der Regierende Bürgermeister erst jetzt und lapidar zu mehr Wachsamkeit aufruft. Wie meint er das? Sollen sich die Bürger nachts auf die Straße begeben und Wache halten, um ihr Eigentum zu schützen? Und wo bleiben die Bürger, die sonst bei jedem Ungemach aufbegehren? Trotz der miesen Haushaltslage sollte nicht an Dingen gespart werden, die der Sicherheit der Menschen dienen. Wenn die Polizei in unserem Stadtbild mehr Präsenz zeigen dürfte, wären Teile der Bevölkerung erleichtert. Und das nicht nur im Zusammenhang mit brennenden Autos.

Eleonore Klein, per E-Mail

Nach elf Autos am Vortag wurden am 16. August erneut 18 Autos in Berlin abgefackelt. Uns Autobesitzern ist es egal, ob es sich um politische Linke, Rechte oder um Trittbrettfahrer handelt. Uns interessiert es auch nicht, ob der Staatsschutz oder die Kripo ermittelt. Innensenator Körting und seine Polizei sind gefordert, diese Vorfälle zu verhindern und etwaige Täter zu ergreifen.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Jetzt werden nicht nur Luxuskarossen, sondern auch einfache Kleinwagen angezündet. Wo ist die Polizei, wo die Sicherheitsdienste? Jeder Falschparker wird kriminalisiert, aber diese Gewalttäter kommen ungeschoren davon. Es wird Zeit, dass die Politik handelt.

Christian Luban, per E-Mail

Es ist ein Hohn für jeden Berliner, der Angst um sein Eigentum hat, wenn sich der Innensenator hinstellt und verkündet, er parke sein Auto weiterhin auf der Straße vor seinem Haus. Es ist an der Zeit, dass der Bürger seinen Vertretern am 18. September mal klar zeigt, was er von dieser Senatoren-Arroganz hält. In England hätte man diesem Treiben nicht so tatenlos zugesehen.

Friedrich Sütterlin, Neukölln

Berlin ist erneut auf dem besten Wege, in die Negativschlagzeilen zu geraten. U-Bahn-Überfälle und brennende Autos gehören zum Alltag und erzeugen bei Bürgern gleichermaßen ein Gefühl der Wut und Angst. Angst vor allen Dingen deshalb, weil viele Autofahrer in existenzielle Nöte geraten. So kann es nicht weitergehen! Die politisch Verantwortlichen scheinen ratlos, gar ohnmächtig zu sein. Es dürfte kein Zufall sein, dass gerade jetzt, vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus, die Autos brennen.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Ob der Staatsschutz ermittelt oder die Polizei die Wracks akribisch untersucht: Die seit Jahren anhaltende Serie von Autobränden in Berlin und Hamburg zeigt, dass die Sicherheit und Ordnung in jeder Nacht gefährdet ist. Es gibt lediglich vage Hinweise, Vermutungen und Spekulationen, die nur auf Indizien beruhen. Autobesitzer sind die Dummen und müssen hilflos zur Kenntnis nehmen, wenn ihr abgefackeltes Auto, für das sie oft Jahre gespart haben, nur noch Schrottwert hat. Selbst harte Strafen haben keinerlei abschreckende Wirkung mehr. Wenn in Berlin seit diesem Jahr bereits mehr als 300 Autos gebrannt haben, dann ist das ein bürgerkriegsähnlicher Zustand.

Albert Alten, per E-Mail

Wenn Amtsgerichte nach dem Abfackeln eines Autos den Täter nur auf Bewährung verurteilen, dann bagatellisieren sie diese Straftat in unerträglichem Maß. Die deutsche Kuscheljustiz ist beispiellos in der Welt.

Bert H. Kemnitz, Leipzig

Alleiniges Augenmerk auf Fehlverhalten der Autofahrer

Zum Artikel: "Mitte: Ordnungsamt schreibt 4500 Anzeigen wegen Falschparkens" vom 9. August

Wir glauben, es wäre allmählich an der Zeit, einmal über die Aufgaben und den Umgang der Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit den Bürgern zu berichten. Wir haben des Öfteren bemerkt und auch selbst erlebt, dass sich manche Ordnungshüter aufführen, als wären sie der Bundesanwalt persönlich. Erklärungen oder Einwände der Bürger werden nicht geduldet. Legt man Beschwerde gegen das oft arrogante, freche oder ungerechte Verhalten dieser Knöllchenschreiber ein, hat man sofort ein Verfahren am Hals und zieht als Bürger immer wieder den Kürzeren. Durch die oftmals nicht geringe Geldbuße, die einem mit dem Verfahren aufgedonnert wird, füllt sich das Stadtsäckel erneut. So kann man - ohne Mühe - mithilfe der Autofahrer ordentlich die Kassen füllen, während man Problemen mit betrunkenen Randalierern oder Kampfhund-Besitzern lieber aus dem Weg geht. Wir würden jedenfalls gern wissen, welche Aufgaben das Ordnungsamt - außer der Jagd auf Falschparker - noch zu erfüllen hat und welche Kompetenzen die Mitarbeiter haben?

F. Gehrke, Friedrichshain