Leserbriefe

"Erinnerung wachhalten"

Glückwunsch und Kompliment zur Sonderausgabe "50 Jahre Mauerbau". Ich habe als Angehöriger des Jahrgangs 1951 den Tag des Mauerbaus noch in lebhafter Erinnerung, weil meine Eltern und ich an diesem Tag nachmittags die Absperrungen in der Umgebung des Brandenburger Tores besichtigt haben. Dieser Tag gehört für mich mit der Nacht des Höhepunkts der Kuba-Krise, aber auch der ersten Mondlandung und des Mauerfalls zu jenen Daten, die sich unauslöschlich in die Erinnerung eingebrannt und das bisherige Leben geprägt haben. Besonders eindrucksvoll und nachdenklich stimmend fand ich die beiden Seiten mit den Namen der Todesopfer sowie der Nennung des eigentlich Schuldigen, was von vielen Linken sowie Grünen gern unter den Tisch gekehrt beziehungsweise verdrängt wird.

Bernhard Mellert, Charlottenburg

Freiheit ist ein Gut, das nicht nur angesichts der gegenwärtigen Diktaturen auf der Welt und der besonderen deutschen Geschichte niemals als Selbstverständlichkeit betrachtet werden darf. Jeder sollte sich dafür einsetzen, zumal die Bedrohung der Demokratie - weder von innen noch von außen - abgenommen hat.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Die Linke-Parteichefin Gesine Lötzsch irrt, wenn sie der Meinung ist, der Mauerbau sei das "Ergebnis des Zweiten Weltkrieges" und die Folge des Überfalls auf die Sowjetunion 1941. Kein Geringerer als SED-Chef Walter Ulbricht und sein Erfüllungsgehilfe Erich Honecker waren die treibenden Kräfte beim Bau der Mauer, die 17 Millionen Menschen in einem Gefängnis einsperrte. Die Linkspartei betreibt also weiterhin böse Geschichtsklitterung und kann ihre Hände als Nachfolgepartei von SED und PDS nicht in historischer Unschuld waschen. Es ist gut und wichtig, dass der Mauerbau von den Medien und der Politik in Erinnerung gehalten wird. Denn der Mauerbau hat gezeigt, wie ein totalitärer Staat seine Bürger über Jahrzehnte einsperren kann und ihnen die Freiheit genommen hat. Wie schnell der Wert einer Demokratie mit Einhaltung der Menschen- und Grundrechte verloren gehen kann, zeigt eine gesamtdeutsche Umfrage unter 16- bis 18-jährigen Gymnasiasten, nach der für 18 Prozent der Befragten Erich Honecker ein "alter Bandleader" einer Rockgruppe ist. Traurig ist aber, dass auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie 33 Prozent keine Antwort wussten und die Begriffe für fast identisch hielten.

Albert Alten, per E-Mail

Dass die Linke 22 Jahre nach Mauerfall immer noch auf einem Auge blind bleiben möchte, hat zur Folge, dass jeder Demokrat diese Partei nicht wählen kann, nicht wählen wird. Es scheint, als würden die Nachfolger von SED und PDS sich nicht eindeutig an den Unrechtsstaat erinnern wollen. Es muss immer wieder erinnert werden, dass die Freiheit das höchste Gut ist. Gute Gründe für den gezielten Todesschuss auf Flüchtlinge gab und gibt es nicht.

Elles Brauer, per E-Mail

Die Parteivorsitzende der Linken wird nicht müde, für die Verfehlungen des SED-Regimes Entschuldigungen zu finden. Selbst der Mauerbau vor 50 Jahren wird mit dem Zweiten Weltkrieg begründet. Das Verhalten der Linken zeigt der Öffentlichkeit deren Verschlagenheit. Kein Wort des Bedauerns, kein Schuldanerkenntnis.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Der Berliner Bischof Markus Dröge vergleicht die DDR-Mauer mit der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Da hat er etwas ziemlich falsch verstanden. Weder die USA noch Mexiko verhindern, dass Menschen ihr eigenes Land verlassen. Es wird aber von den USA massiv verhindert, dass ungebetene Gäste das eigene Land betreten. Und das ist das gute Recht eines jeden Staates. Die eigenen Leute wie in der DDR einzusperren ist jedoch Unrecht.

D. Käthner, per E-Mail

Alle in Deutschland gedenken der Mauertoten und legen eine Schweigeminute ein. Alle? Nein, ein paar Linke Betonköpfe in Mecklenburg-Vorpommern verweigern sich. Zeit, diese undemokratische Partei zu eliminieren.

Herbert Korte, per E-Mail

Korrektur

Zum Artikel: "Schmerzliches Erinnern an die geteilte Stadt: Gedenken an den Mauerbau" vom 14. August

In der Bildunterschrift des Fotos zum gemeinsamen Gedenken an der Mauergedenkstätte wurden nicht alle abgebildeten Personen genannt, eine Person wurde verwechselt. Die Andacht leitete Pfarrer Manfred Fischer und nicht Bischof Markus Dröge. Außerdem waren rechts neben Pfarrer Manfred Fischer auch Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundespräsident Christian Wulff zu sehen. Wir bitten für dieses Versehen um Entschuldigung.