Leserbriefe

"Zunehmender Verfall"

| Lesedauer: 4 Minuten

Eine derartige Prognose war zu erwarten. Jeder Nutzer unserer Straßen, egal ob Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, kann den ständigen Verfall der Straßen beobachten. Nur offensichtlich nicht die Senatsmitglieder. Sollte man sich nicht jetzt auch ernsthafte Gedanken über die extreme Lastwagennutzung machen und nicht über noch größere Lkw nachdenken? Die Erkenntnis, dass Straßen das Vermögen der Stadt sind, kommt ziemlich spät. Mal sehen, wie es weitergeht, der nächste Winter mit neuen Frostschäden kommt bestimmt.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Es bedarf keiner Einschätzung von Experten, um den maroden Zustand der Berliner Straßen zu konstatieren. Allein die sichtbaren Löcher und Verwerfungen sowie die deshalb notwendigen Langsamfahrstrecken sind ein sichtbares Zeichen für den zunehmenden Verfall der Berliner Verkehrsinfrastruktur.

Gisbert Selig, Hönow

Statt in die Infrastruktur zu investieren, wurde das Geld verplempert. Jetzt ist der Zustand der Straßen mehr als bedenklich. Auch als Radfahrer muss ich feststellen, dass die vielen Schlaglöcher gefährlich sind. Da ist es gut, wenn man ein Mountainbike hat.

Christoph Lauban, per E-Mail

Verbrieftes Streikrecht kann nicht ausgehebelt werden

Zum Artikel: "Gewerkschaft sagt Fluglotsenstreik für Donnerstag ab" vom 4. August

Erschreckend schwach ist das Erinnerungsvermögen sowohl der Öffentlichkeit als auch bei Politikern und bei den Flugsicherungs-Arbeitgebern. Erinnert sei an die Streiksituation bei der Deutschen Bahn AG. Für den Versuch, gegen den ordentlich organisierten Streik mit seinen Vorschriften gerichtlich vorzugehen, hat es bekanntermaßen eine herbe Bruchlandung gegeben. Auch die Arbeitsgerichte können verbrieftes Streikrecht nicht aushebeln. Ein derartiges Ergebnis würde das Vertrauen in den Rechtsstaat erheblich beschädigen.

Dietmar Lorenz, Lichtenrade

Ich gönne den 2000 Fluglotsen das Gehalt von etwa 100 000 Euro jährlich und auch die jetzt geforderten 6,5 Prozent mehr und zusätzlich gewährten Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit, somit insgesamt durchschnittlich 120 000 Euro im Jahr für 26 bis 37 Stunden hoch konzentrierte Arbeit pro Woche. Auch der Sicherheit im Flugverkehr gebe ich höchste Priorität. Höchste Priorität sollte aber im Rechtsstaat auch die Gewährleistung der Steuergerechtigkeit haben, selbst wenn unser Steuersystem unschlagbar kompliziert und undurchschaubar ist. So werden auch höchste Anforderungen an das Personal der Finanzämter gestellt. Doch diese Steuerfachleute bekommen im Durchschnitt nicht einmal halb so viel, teils sogar noch nicht einmal ein Drittel von dem, was die Fluglotsen schon heute erhalten. Das kann man nicht für gerecht halten.

Jean Wandkowski, Frohnau

Politik ist nicht in der Lage, Währung zu stabilisieren

Zum Artikel: "Die Märkte befinden sich im freien Fall" vom 5. August

Wie sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor wenigen Tagen, wir bekämen die Griechenland-Rettung "um ein Vielfaches zurück". Es sind nicht einmal zwei Wochen vergangen, da bekommen wir Bürger eine Ahnung davon, was das heißt. Die völlig verfehlte weltweite Geldpolitik fällt den Bürgern vielfach auf die Füße. Offenbar ist kein Politiker in der Lage, die Währungen nachhaltig zu stabilisieren, geschweige denn zu retten. Die Finanzmärkte befinden sich in der Hand von Spekulanten, die mit tatsächlichen oder herbeigeredeten Krisen kräftige Gewinne einfahren, für die wir Steuerzahler blechen müssen.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Regelwerk zur Ausrüstung muss eingehalten werden

Zum Artikel: "Erste Schiedsrichterin mit Kopftuch" vom 4. August

Da ich Schiedsrichter in Berlin bin, finde ich es zunächst gut, dass das Mädchen sich entschieden hat, Schiedsrichterin zu werden. Ich finde es aber bedenklich, sollte es der Berliner Fußballverband ihr gestatten, mit einem Kopftuch zu pfeifen. Nicht nur, weil nach dem Regelwerk auch die Ausrüstung der Schiedsrichter keine religiösen Symbole enthalten darf, es wäre auch gegenüber anderen Schiedsrichtern, die anderen Glaubens sind, ungerecht. Schließlich darf beispielsweise ein dem christlichen Glauben angehörender Schiedsrichter keine Kette mit Kruzifix beim Pfeifen tragen, weil Schmuck verboten ist. Auch das Kopftuch ist nichts anderes als Schmuck und gehört daher dem Regelwerk nach auch nicht zur Ausrüstung eines Schiedsrichters.

Daniel Klukas, Mahlsdorf