Leserbriefe

"Äußerst bedenkliche Vorgänge"

Auch wenn es niemand hören will: Der Privatbetrieb Berliner Wasserbetriebe investiert zu wenig und zehrt nur von der Substanz, bis Berlin dumm genug ist, die maroden Wasserbetriebe zurückzukaufen und dann auf Kosten der Steuerzahler zu sanieren. Die gefundenen Keime sind sicherlich bedenklich, aber viel bedenklicher ist es, dass der derzeitige Stand der Wissenschaft es nicht erlaubt, Medikamentenreste und Tiermedikamentenreste aus dem Trinkwasser herauszufiltern. Nach Angaben der Wasserbetriebe seien die Mengen unbedenklich, die wir mit dem täglichen Trinkwasser zu uns nehmen, aber jeder Medikamentenrest, gleichgültig in welcher Dosierung zu sich genommen, ruft doch auf Dauer Folgen hervor. Darüber sollten wir uns Gedanken machen.

Regina Kröning, Falkenhagener Feld

In der Zeitung lese ich, dass das verseuchte Trinkwasser bei einer Routinekontrolle entdeckt wurde. Als Betroffener stellt sich mir die Frage, in welchen Abständen diese Kontrollen durchgeführt werden? Ist es täglich, wöchentlich oder monatlich? Zumal das Testergebnis erst etwa 18 Stunden später vorliegt. Das heißt, wie lange haben die Spandauer das verseuchte Trinkwasser schon getrunken, ohne dass es den Wasserbetrieben aufgefallen ist? Für den höchsten Wasserpreis in Deutschland erwarte ich Topleistungen in der Wasserhygiene und nicht nur das PR-wirksame Verteilen von Wassertüten.

Achim Sahr, per E-Mail

Wenn jetzt das Trinkwasser in ganz Berlin chloriert wird, dann ist auch die ganze Stadt betroffen. Die gegenwärtige Problematik greift freilich viel weiter, wenn der Aspekt der Medikamentenrückstände im Trinkwasser gerade vor dem Hintergrund der Überalterung der Gesellschaft und dem damit einhergehenden Medikamentenkonsum bedacht wird. Was wir brauchen, sind hochwertige Membranfilter. Doch diese sind den Konzernen zu teuer, die ja - und das wird leider in der Berichterstattung nicht erwähnt - die kaufmännische und technische Leitung der teilprivatisierten Wasserbetriebe vertraglich zugesichert bekommen haben.

Thomas Rudek, per E-Mail

Ich war als Biologielaborantin zehn Jahre lang in der Lebensmittelüberwachung und ebenso lange als Biotechnologin in der Pharmabranche tätig. Mir wäre neu, dass Trinkwasser grundsätzlich in Deutschland abgekocht werden muss. Trinkwasser unterliegt meines Wissens sogar strengeren Kontrollen und Standards als Flaschenwasser.

Nicole Dinse, per E-Mail

Tatsächliches Sparen ist dringend erforderlich

Zum Artikel: "USA vor Einigung im Schuldenstreit" vom 1. August

Die Einigung zwischen den Demokraten und Republikanern drohte zu scheitern. Es verblieben nur wenige Stunden, um das drohende Fiasko abzuwenden, was durch die Erhöhung der Schuldenobergrenze erreicht wurde. Mit der fatalen Folge, dass das Vertrauen in die größte Volkswirtschaft der Welt immer mehr schwindet und andere mit in den Strudel gerissen werden. Eine solide Finanzbasis ist das A und O einer jeden Volkswirtschaft. Früher oder später werden sich die USA dazu durchringen müssen, wirklich zu sparen.

Christian Lukner, per E-Mail

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie die amerikanischen Vertreter sich selbst versorgen. Auf der einen Seite ist es für sie akzeptabel, dass sozial Schwache keine direkte medizinische Grundversorgung erhalten, aber sie selber das Beste vom Besten für sich selbst beanspruchen. Hier ist es in Ordnung, dass der Staat zahlt. Ich wünsche dem Republikaner Grover Norqvuist, dem härtesten Gegner von US-Präsident Barack Obama, gewiss nichts Schlechtes, aber er würde sicherlich nach so viel Staat wie möglich verlangen, wenn er plötzlich ohne Einkommen, Versicherung und Pflege im Rollstuhl sitzend sich selber versorgen müsste.

Thomas Haegg, per E-Mail

Das Billionenschuldendrama der USA bleibt bestehen und wird auch in den nächsten Jahren die Weltwirtschaft bedrohen. Der Kompromiss zwischen den Demokraten und den Republikanern wird zwar die Kreditfähigkeit der Amerikaner weiterhin garantieren. Doch die Kreditwürdigkeit hat die letzte Weltmacht auf dieser Erde längst verloren. Denn an den internationalen Kapitalmärkten gelten die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer drohenden Staatspleite längst als eine Supermacht, die ihr volkswirtschaftliches Vertrauen für immer verspielt hat. Die USA agieren auf diesem Erdball als Weltsheriff und finanzieren ihre Kriege wie etwa in Afghanistan längst weiter auf Pump und haben mittelfristig bald kein Dollar mehr für ihr eigenes Sozial-, Renten- und Gesundheitssystem übrig.

Albert Alten, per E-Mail