Leserbriefe

"Technik strenger kontrollieren"

Endlich glaubt man, den wahren Täter gefunden zu haben. Es waren schlicht die Vormieter. Macht man es sich da nicht zu leicht? Das Verstopfen der Abzugsrohre mit Zeitungen oder Stoff ist schlicht laienhaft, fahrlässig und als stümperhaft zu bezeichnen. Doch bei Wohnungsabnahme beziehungsweise -übergabe sollte eine funktionierende Wohnung gewährleistet werden. Wenn eine Sicherheitsprüfung - wie hier leider nicht geschehen - unterlassen wird, liegt die Verantwortung mit ziemlicher Sicherheit beim Vermieter. Sich jetzt auf die Vormieter zu berufen ist schlechter Stil und verrät kaum Verantwortungsbewusstsein. Man kann nur hoffen, dass die Vermieter aus dieser Tragödie lernen.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Es ist an der Zeit, dass eine technische Wohnungsabnahme durch Experten eingeführt wird. Für alles in Deutschland gibt es einen Technischen Überwachungsverein, aber nicht für Wohnungen. Jahrzehntelang werden Wohnungen vermietet, aber niemand prüft, ob diese auch den heutigen Sicherheitsanforderungen genügen. Ich darf ja auch kein Auto vermieten, das nicht verkehrssicher ist.

Wolfgang Rose, per E-Mail

Fluglärm wurde gegen mehr Autolärm eingetauscht

Zum Artikel: "Chaos statt Verkehrskonzept" vom 28. Juli

Da wurde das Gebiet um den Flughafen Tempelhof durch dessen Schließung gegen Fluglärm geschützt. Nun gibt es genau dort Klagen gegen den Lärm und den Verkehr durch die Nachnutzung des Flugfeldes. Es muss doch jedem klar gewesen sein, dass dieses riesige Gelände nicht zum Nulltarif bewirtschaftet werden kann und dass ernsthafte Überlegungen das Umfeld betreffend durch die damit befassten Verwaltungen nötig waren. Eine Freifläche für alle nur möglichen Vergnügungen ist zu begrüßen, nur kann keiner so blauäugig sein und erwarten, dass kein Autoverkehr dadurch entsteht. Wie soll eine Familie mit allen Utensilien für die Kinder in öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen? Wie sollen ältere Menschen komplett auf das Auto verzichten? Warum sollten sich Gäste hochkarätiger Events unter die U-Bahn-Fahrgäste mischen? Es zeigt sich wieder einmal - und das nicht zum ersten Mal - ganz klar das Versagen der zuständigen Behörden oder deren Unverständnis für die Belange der Bürger. Zurzeit ist es auch sehr ruhig um die laufenden Kosten geworden.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Dementieren, aussitzen, wegducken und abwarten

Zum Artikel: "Uni untersucht Althusmanns Doktorarbeit" vom 28. Juli

Der Plagiatsfall des niedersächsischen Kultusministers Bernd Althusmann (CDU), der auf Bundesebene auch noch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz ist, geht mit der Prüfung seiner Doktorarbeit in die zweite Runde. Wieder wird nach dem bekannten Motto von Politikern unter Täuschungsverdacht verfahren: dementieren, aussitzen, wegducken und abwarten, ob Gras über den Vorfall in der Öffentlichkeit wächst. Der enttarnte Lüneburger CDU-Politiker wird erneut in den Medien seinen verbalen Dementi-Apparat über Pressemitteilungen und persönliche Statements aktivieren und sich von jeglicher Fälschungsabsicht selbst freisprechen. Wie bisher auch. Und die prüfende Universität in Potsdam wird darauf achten, dass sie ihren guten Ruf nicht verliert, weil sie vor Jahren Althusmann die Doktorwürde verliehen hat. Eine Frage bleibt auf jeden Fall wohl für immer unbeantwortet: Warum sind niemandem die falschen Zitate und unterlassenen Literaturangaben in der Doktorarbeit - nicht einmal dem Doktorvater - aufgefallen?

Albert Alten, per E-Mail

Angemessener Zuschlag für ordentliche Arbeit in Krisenzeiten

Zum Artikel: "Kritik an geplanter Diätenerhöhung" vom 29. Juni

Unmut herrscht in der Bevölkerung, weil sich die 620 Bundestagsabgeordneten für 2012 und 2013 eine Diätenerhöhung von jeweils 292 Euro gegönnt haben. Das kostet den Steuerzahler monatlich mehr als 180 000 Euro, ab 2013 dann sogar 360 000 Euro mehr als derzeit. Die einhergehende Rentenerhöhung kostet den Steuerzahler mehr als eine Million Euro monatlich. Diese Kosten trägt der Steuerzahler, die arbeitende Bevölkerung. Und was erhält der Steuerzahler von seiner Regierung an Vergünstigung? Doch die Deutschen sollten dankbar sein, dass die Bundestagsabgeordneten gute Arbeit leisten und den Bundeshaushalt in geordneten Bahnen halten. Was wäre, wenn der deutsche Staat genauso pleite wäre wie der der Griechen? Die Renten würden gekürzt, genauso wie die Sozialhilfe, und es gäbe kein Geld für Kinder einkommensschwacher Familien.

Jürgen Hempel, per E-Mail