Leserbriefe

"Selbst die Hoffnung stirbt"

| Lesedauer: 5 Minuten

In Afrika stirbt sogar die Hoffnung. Und die stirbt ja immer zuletzt. Was wir in den Industrienationen tagtäglich im Überfluss konsumieren, fehlt den Menschen in Afrika. Mit tödlichen Folgen. Denn Essen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, und wer nicht essen kann, der stirbt an Hunger. Und in Afrika sterben aktuell wieder sehr viele Menschen an Hunger. Auch weil den verantwortlichen Regierungen - wenn man diese so nennen kann - die Menschen und deren Schicksale egal ist. Sie lassen ihre Landsleute ganz einfach verhungern. Dies scheint uns jedoch nur bedingt zu interessieren. Dürren hat es schließlich schon immer gegeben, und wichtiger ist doch, dass wir möglichst bis zum Ladenschluss immer frische Ware im Laden kaufen können. Ist dies unsere Vorstellung von einer globalisierten Arbeitsteilung unter den Völkern? Die Privilegierten leben im Überfluss, und die Benachteiligten sterben, weil sie ihre Grundbedürfnisse nicht decken können? Kapitalismus nach dem Motto, das Recht den Stärkeren und für die Schwachen das Elend.

Pascal Merz, per E-Mail

Die Aktionen von Ärzte ohne Grenzen in allen Ehren. Dass es solche Menschen gibt, sei allen gedankt, die dies möglich machen. Aber ich denke, dass es sich Dr. Stöbe zu einfach macht. Bis etwa die Gespräche mit den Schabab-Milizen geführt worden sind, geht zu viel Zeit ins Land. Bis dahin sind die Menschen verhungert und verdurstet. Solange kann man nicht warten. Es muss sofort gehandelt werden. Für solche Fälle sind unter anderem auch die UN gegründet worden. Sie müssen dorthin entsandt werden, bewaffnet und mit scharfer Munition. Und sie müssen sicherstellen, dass die Luftbrücke sicher ist und dass die Hilfe - Essen, Trinken, Spenden - dort ankommt, wo sie gebraucht wird, sonst macht sich die Welt mitschuldig am Elend eines Teils von Afrika.

Lothar Wirth, per E-Mail

Kontrollen der Vermieter dringend erforderlich

Zum Artikel: ",Sie wollen mit Brandsätzen Menschen vertreiben'" vom 28. Juli

Seit Monaten werden in Hausfluren Kinderwagen, Werbemittel, Müll und anderer Hausrat in Brand gesteckt. Die Polizei macht seit Wochen darauf aufmerksam, dass dort keine brennbaren Gegenstände abgestellt werden sollen. Wo sind die Hausbesitzer oder Hausverwaltungen, die schon lange mit Kontrollgängen hätten reagieren müssen, um diesen Missstand zu beseitigen.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Oft Folge der schwachen Rechtsposition der Vermieter

Zum Artikel: "Touristenwohnungen - ein grauer Markt" vom 22. Juli

Es wird immer wieder gegen das Betreiben von Ferienwohnungen in Berlin gewettert. Für private Vermieter wird diese Art der Vermietung immer interessanter. Sicher nicht, weil dadurch das große Geld verdient wird. Mitschuld an dieser Situation hat die deutsche Rechtsprechung. Solange deutsche Gerichte sich bei ihren Urteilen überwiegend mieterfreundlich verhalten, wird dieser Missstand kein Ende finden. Als Vermieter hat man fast nur Pflichten und nur sehr beschränkte Rechte. Bei ausstehenden Mieten, Mietnomaden oder kleineren Mietproblemen bleibt meist ein erheblicher finanzieller Schaden beim Vermieter hängen. Ich vermiete zwei Wohnungen nur noch an Feriengäste, da ich zweimal von Dauermietern geschädigt wurde. Im einen Fall wurden Einrichtungsgegenstände derart stark beschädigt und die Miete nur sporadisch bezahlt. Die gerichtliche Auseinandersetzung dauerte fast sechs Jahre. Am Ende wurde mir ein Bruchteil als Schadensersatz zugesprochen, das Geld habe ich bis heute noch nicht. Im anderen Fall hatte ich in einer Wohnung einen Richter für Strafrecht als Mieter. Diesem gefielen eines Tages seine Betriebskosten nicht mehr, deshalb strich er sie aus seinem Mietvertrag und bezahlte sie nicht mehr. Angemessen neuer Wohnraum wird solange nicht geschaffen, wie die Rechtsprechung den Vermietern so wenige Rechte zubilligt. Mit Feriengästen hatte ich bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

M. Rodenburg, Lichtenrade

Konzessionen zum Sammeln von Flaschen in Parkanlagen

Zum Artikel: "Städte fordern Pfandpflicht auf Einwegverpackungen" vom 23. Juli

Die unprofessionell halbherzige Einführung des Dosenpfands durch den ehemaligen Bundesminister Jürgen Trittin (Grüne) war allein schon wegen der unverständlichen Ausnahmen eine Chaosaktion. Man sollte auf alle Verpackungen, alle Flaschen und Dosen Pfand erheben. Für die Beseitigung des Mülls in den Parks und öffentlichen Anlagen und Plätzen könnten die Kommunen Konzessionen an Arbeitslose vergeben, die die Einnahmen aus ihrer Pfandbeute steuerfrei behalten dürfen, dafür aber auch den Restmüll beseitigen müssen.

Regina Werpuschinski, Frohnau