Leserbriefe

"Höchstmaß an Ignoranz"

Der Euro kam für Europa viel zu früh. Man hat dabei vollkommen vergessen, dass vor einer Gemeinschaftswährung erst eine Staatengemeinschaft nötig ist, wie die Vereinigten Staaten von Europa mit einer zentralen Regierung. Dafür muss zuvor jedes Mitgliedsland erst einmal seine Unabhängigkeit aufgeben. Erst dann kann der Euro als Gemeinschaftswährung eingeführt werden. Aus diesem Grund ist jetzt das Ende des Euro ganz nahe. Wir haben nur eine europäische Handelsgemeinschaft ohne Zölle, weiter nichts. Die Bürokratie von Brüssel kann wieder abgebaut werden.

Erik Wassenich, per E-Mail

Die Behauptung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Euro steckt nicht in der Krise, zeugt von einem Höchstmaß an Ignoranz und Arroganz gegenüber den berechtigten Sorgen weiter Teile der Bevölkerung. Schon bei der Einführung des Euro in Deutschland wurde Volkes Wille ignoriert - im Gegensatz zu anderen demokratischen Staaten wie Dänemark und Großbritannien, wo es über die Euro-Einführung Volksabstimmungen gab. Nun Probleme auszusitzen und wegzudiskutieren gibt Anlass zur Besorgnis, dass Frau Merkel nicht mehr Herr der Lage und damit als Bundeskanzlerin denkbar ungeeignet ist. Es ist notwendig, klar und deutlich und vor allem umgehend die Probleme in der Euro-Zone in den Griff zu bekommen. Angela Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble können das offenbar nicht.

Oliver Laudahn, per E-Mail

Angela Merkels Politik ist unglaubwürdig, genauso wie die Schönrederei der Abgeordneten. Offensichtlich haben Sie jeglichen Bezug zum Volk verloren. Der Euro war von Anfang an ein Flickenteppich genauso wie es führende Wissenschaftler vorausgesagt haben.

Karin Schneider, per E-Mail

Eine Vielzahl von Mängeln wurde von Soldaten benannt

Zum Artikel: "Die Reparatur dauert" vom 17. Juli

Da haben wir einen Bundesminister der Verteidigung, der die Bundeswehr aus dem Gerede gebracht und die Diskussion um die Bundeswehr wieder auf sachlichen Boden gestellt hat. Und nun das. De Maizière bestreitet Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr. In etwa zehn Jahren waren fast 150 000 Bundeswehrsoldaten im Afghanistan-Einsatz und haben eine Vielzahl von Mängeln benannt. Und nun soll dies alles nicht stimmen? Wie kann es sein, dass unsere Bundeswehr auch nach zehn Jahren über keinen Hubschrauber als Rettungsmittel verfügt?

Joachim Weiß, Oberstleutnant a.D., Kladow

Vom Aufschwung kommt beim Bürger nichts an

Zum Artikel: "Nußbaum gegen Abschaffung des Solidaritätszuschlags" vom 17. Juli

Finanzsenator Ulrich Nußbaum wird zitiert mit den Worten: "..., dass alle Ebenen, also auch der Bund, jetzt nicht auf Einnahmen verzichten können, wenn der Staat handlungsfähig bleiben soll." Erstaunlich. Wird nicht immer wieder gesagt, dass Deutschland eines der reichsten Länder der Erde ist? Muss ja wohl auch stimmen, da Millionen, gar Milliarden in alle Welt transferiert werden. Wenn es aber darum geht, die Bürger des eigenen Landes zu entlasten, ist angeblich sofort die Handlungsfähigkeit des Staates in Gefahr. Laut Medienberichten haben wir einen starken wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Als Berliner Beamter kann ich feststellen, dass die Bezüge 2008 und 2009 identisch waren und 2010 geringfügig gesunken sind. Definiert man so Aufschwung?

Reginald Hellwig, per E-Mail

Mehr Geld führt nicht zwangsläufig mehr Leute in Jobs

Zum Artikel: "Geld für Arbeitslose bleibt liegen" vom 17. Juli

Der Artikel basiert auf der Annahme, viel Geld hilft viel. Dass das nicht immer der Fall ist, erlebe ich als Arbeitsvermittler täglich. Meine Kollegen und ich sind bemüht, den Einzelfall zu prüfen und nicht das Geld rauszuhauen. So kann sich durchaus auch eine Unterschreitung der bereitstehenden Mittel ergeben. Dass ein Einsatz von mehr Geld zu mehr Integrationen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse geführt hätte, ist nicht zwangsläufig. Obwohl auch ich mich über Arbeitsentlastung durch mehr Kollegen freuen würde, sind die aufgezeigten Mängel in der Ausschöpfung des Verwaltungskostenetats nicht nur hausgemacht. Dass Stellen, für die Geld da ist, nicht besetzt werden, ist ein Unding. Hier spielt aber die Politik, die uns ständig Umstrukturierungsprozesse bescherte, eine entscheidende Rolle. Seit Mitte 2010 war eine Änderung in der Trägerschaft der Jobcenter absehbar, die die Kommunen stärken soll. Solche Veränderungen hemmen auch Personalentscheidungen.

Michael Milz, per E-Mail