Leserbriefe

"Eine ausgebrannte Flamme"

Das ist ein großer Schock, Thomas Gottschalk jetzt quasi jeden Abend vor den Nachrichten auf der Glotze bei der ARD zu haben. Die ARD bekommt doch Unsummen vom Gebührenzahler und vom Staat, da müssen diese Sendezeiten auch noch vermarktet werden. Gottschalk ist doch eine ausgebrannte Flamme.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Es wäre Thomas Gottschalk zu wünschen, dass er mit seiner neuen Tagesshow im ARD-Programm Erfolg hat. Doch ich bin sehr skeptisch, ob die Mehrheit der Fernsehzuschauer für ein solches intelligenteres Format überhaupt aufnahmebereit sein wird. Zwar war auch ich - mit Einschränkungen - ein Anhänger von "Wetten, dass..?", doch die einmalige Sendung mit Marcel Reich-Ranicki, die Thomas Gottschalk seinerzeit moderiert hat, wird wohl eine Sternstunde im deutschen Fernsehen bleiben.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Erschreckende Häufung im Regierungslager

Zum Artikel: "FDP-Europapolitiker Chatzimarkakis verliert Doktortitel" vom 14. Juli

Auch wenn mir die Aufgeregtheit der wissenschaftlichen Gilde etwas zu schrill vorkommt - auch ich habe studiert -, so verweise ich auf den Titelhändler Konsul Weyer, dessen Lebensabend durch den Titelverkauf werthaltig gesichert sein dürfte und wo sich seinerzeit niemand sonderlich aufregte. Wenn Doktorväter blauäugig Pamphlete abzeichnen und mit summa cum laude adeln, so ist das deren Sache. Was mir allerdings jetzt auffällt ist, dass es eine Art fünfte Kolonne von Plagiats-Trüffelschweinen zu geben scheint, die lediglich Titel der Regierung abklopft, aber um die Opposition weite Umwege zu machen scheint. Dort gibt es auch Doctores, aber anscheinend wird man da nicht fündig - eigenartig oder gut so. Dabei will ich der Opposition keinesfalls versteckte Tretminen der Doktor-Plagiatus-Art unterstellen. Es gilt stets die Unschuldsvermutung.

Hans-Georg Reiss, Charlottenburg

Unterbesetzte Polizei erstickt in Bearbeitung

Zum Artikel: "Mehr Polizei - und auch mehr Straftaten" vom 16. Juli

Die Entwicklung der Kriminalität ist ein Indiz für die zunehmende Entzivilisierung der Gesellschaft und wird sich weiter verschlechtern. Ursache ist auch die Akzeptanz dieser Situation. Kriminalität wird als notwendiges Merkmal einer Demokratie wahrgenommen, mit dem man irgendwie leben muss. Doch schuld sind schlaffe Politiker, die es nicht wagen, entscheidend gegenzusteuern, und den Bürger nur beschwichtigen, statt klare Ziele und Konzepte zu setzen. In Deutschland existieren monströse Behörden, die nur noch versuchen, einem aufgeblasenen Regelwerk gerecht zu werden, und dabei ihre politische Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Die Justiz muss sich fragen lassen, ob sie noch eine Wirksamkeit besitzt. Die unterbesetzte Polizei erstickt in Bearbeitung und wird durch die Schwäche der Justiz überbelastet.

Michael-Alexander Radke-Sperling, per E-Mail

Merkwürdiges Engagement für einen Parteifreund

Zum Interview mit Innensenator Ehrhart Körting "Jetzt haben wir halt verloren" vom 15. Juli

Das Interview hat mich enttäuscht, sogar zornig gemacht. Hatte die Autorin nicht den Mut, Körting zu der bestehenden Dienstunfähigkeit des Kandidaten Hansen zu befragen, oder wurden diese Passagen wegen ihrer Brisanz nicht gedruckt? Es ist für mich als Beamter mit mehr als 48 Dienstjahren nicht nachvollziehbar, dass dieser Polizist aus gesundheitlichen Gründen untauglich für die Amtsausübung als Leiter einer größeren Polizeibehörde ist, aber für die Position des Polizeipräsidenten in Berlin sich urplötzlich bester Gesundheit erfreut. Entweder schätzt der Senat diese Tätigkeit als wenig belastend ein, oder es ist eine wundersame Heilung des Kandidaten eingetreten. Bei mir drängt sich der Verdacht auf, dass sich dieser Herr seine Dienstunfähigkeit auf sonderbare Weise zugezogen hat, zumal er sich, wohlversorgt, trotz der angeblich vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen, einer gut bezahlten Nebentätigkeit widmen konnte. Vielleicht sollte erst einmal eine amtsärztliche Untersuchung des Kandidaten erfolgen, ob er überhaupt gesundheitlich wieder in der Lage ist, ein derart verantwortungsvolles Amt auszuüben. Nahezu grotesk finde ich die Bemerkung Körtings zu der Kritik der Linken. Selbstverständlich ist dieses eine rein politische Entscheidung, auch wenn es um einen Beamten geht. Oder würden sich Wowereit, Körting und Co. etwa so vehement für diesen Kandidaten aufgrund seiner angeblich so tollen Eignung für das Amt einsetzen, wenn er Parteimitglied der CDU, FDP oder Grünen wäre?

Heinrich Staerk, Wittenau

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