Leserbriefe

"Rote Karte für den Innensenator"

Die gescheiterte Auswahl des neuen Polizeipräsidenten für Berlin beweist, dass Führungspersonal in der Hauptstadt stets nach parteipolitischen, nicht aber nach fachlichen Aspekten ausgewählt wird. Es wurde höchste Zeit, dass dies durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts offenbar wurde. Es ist schlimm, wie verfilzt und verwoben Dienststellen des Landes Berlin sind. Wenn immer wieder die Ineffizienz der Verwaltungen beklagt wird, dann ist genau diese parteipolitische Verzahnung mit ein Grund dafür, dass der öffentliche Dienst im Verhältnis zu den Ergebnissen zu viel kostet.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Es ist schon bezeichnend, mit welcher Chuzpe Innensenator Ehrhart Körting (SPD) versucht hat, in Gutsherrenart seinen Parteifreund Udo Hansen für den Posten des Polizeipräsidenten durchzudrücken. Bemerkenswert ist dabei, dass Körting noch nicht einmal die Mindeststandards eines Auswahlverfahrens für die Bewerber beachtet hat. Entscheidend ist, dass in einem transparenten Verfahren die Leistung, Eignung und Befähigung den Ausschlag gibt und nicht das richtige Parteibuch. Die jetzige Entscheidung der Justiz ist eine klare Absage an die undurchsichtigen Mauscheleien des Innensenators. Die Richter haben ihrem ehemaligen Kollegen Körting die Rote Karte gezeigt.

Andreas Hehn, Spandau

Endlich hat ein Gericht das fast schon anmaßende und selbstherrliche Gebaren des Innensenators und der SPD-Senatoren gestoppt. Selbstherrlich und ohne jede Spur von Fingerspitzengefühl wurde versucht, den ehemals dienstuntauglichen Bewerber Udo Hansen zum Polizeipräsidenten zu machen. Verwaltungsrichtlinien über die Besetzung höherer Leitungsposten, wie unabhängige Auswahlverfahren von mehreren Kandidaten, wurden mit Füßen getreten. Mit diesem Hauruckverfahren hat der Innensenator nicht nur sich und die SPD-Senatoren beschädigt, sondern vielmehr wird dadurch eine erhebliche Missachtung gegenüber den Führungskräften der Berliner Polizei deutlich. Hiervon hat sich Herr Keese allerdings nicht beeindrucken lassen. Allein ihm ist es zu verdanken, dass das SPD-Mitglied Udo Hansen vorerst nicht zum Polizeipräsidenten ernannt wird. Keese gebührt für seine Zivilcourage Respekt. Mit seinem fundiert eingeschlagenen Rechtsweg hat er ein hohes Maß an Kenntnis über die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung bewiesen. Darüber hinaus ist er ein in jeder Hinsicht aufrichtiger und höchst fachkundiger Polizist, der vor allem auch die einfachen Polizisten versteht.

Otto Dreksler, Leitender Polizeidirektor a. D.

Körting ist vom Gericht bescheinigt worden, dass er ungesetzlich gehandelt hat und er schon aus diesem Grunde nicht mehr als Innensenator geeignet ist.

Egon Franke, per E-Mail

Wenn ein Innensenator die Öffentlichkeit derart hintergeht, sollte er zumindest so viel Anstand besitzen, den Hut zu nehmen und zurückzutreten. Allerdings ist das bei Körting wohl zu viel verlangt. Ehre und Anstand hat dieser Mann für mich schon lange verloren.

Frank Lutz, Wedding

Nach Ansicht der SPD ist ein wichtiges Kriterium für die Auswahl des künftigen Polizeipräsidenten der höhere Dienstgrad. Nun frage ich mich, welchen Dienstgrad ein Frühpensionär eigentlich zu bieten hat und wie er aktuell und von wem beurteilt werden soll? Es spricht vieles dafür, dass als Qualifikation vonseiten des Innensenators nur zwei Dinge erwartet werden: ein SPD-Parteibuch und bedingungslose Loyalität, oder soll man sagen: Hörigkeit? Nun wird die SPD in ihrem Alleingang vom Verwaltungsgericht, welches erstaunlicherweise einmal gegen die Behörde entschieden hat, endlich gestoppt.

Uwe Blümel, per E-Mail

Bei den Behörden ist zumeist Nepotismus Trumpf, ein Parteibuch ist ebenfalls überaus nützlich. Fachkompetenz und Berliner Insiderwissen müssten bei dieser Stelle selbstverständlich über Parteienproporz stehen. Die beste und preiswerteste Lösung wäre es, die jetzige Vertretung Frau Koppers in diesem Amt zu belassen. Falls sie sich am nächsten Bewerbungsverfahren beteiligten sollte, wären ihre Chancen garantiert nicht schlecht.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Es ist nicht nur eine Posse, die sich hier in Berlin abspielt, sondern vielmehr ein politischer Skandal. Was soll noch alles passieren, damit der Innensenator endlich abtritt. Wer sich derartig vergaloppiert, ist nicht mehr tragbar. Wieder einmal mehr zeigt SPD-Innensenator Ehrhart Körting, dass er nicht mehr in das Amt gehört, dessen Anforderungen er auch aufgrund seines schon längst erreichten Pensionsalters nicht mehr gerecht werden kann.

Wolfgang Pickert, per E-Mail