Leserbriefe

"Schon jetzt gute Bedingungen"

Ich finde es sehr gut, wenn der Senat gefährdete Verkehrsteilnehmer besonders schützt. Berlin verfügt über ein Fahrradstraßennetz, das in Großstädten wohl seinesgleichen sucht. Nur müssen die Radfahrer, die viele Rechte bekommen, auch Pflichten übernehmen. Wenn es einen Fahrradweg gibt und der Fahrradfahrer angesprochen wird, zur eigenen Sicherheit auch dort zu fahren, so kommt nicht selten die Antwort: "Ich muss da nicht fahren." Andere Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger, werden von Radfahrern als Hindernis gesehen, an dem eng vorbeigefahren werden kann. Warum werden von der Polizei nicht mehr Fahrradfahrer überprüft? Warum werden Kinder nicht rechtzeitig für den Straßenverkehr geschult?

Michael Rosenkranz, Lichtenrade

Es mag sehr schön klingen, wenn mehr Sicherheit für Radfahrer gefordert wird. Viel notwendiger scheint mir, dass wesentlich mehr für die Disziplinierung der Radfahrer getan wird. So sollten etwa die Bußgelder bei Verkehrsverstößen bei Radfahrern denen der Auto- und Motorradfahrer angeglichen werden.

Detlef Schönfeld, per E-Mail

Das ständige Hoffieren der Verkehrsteilnehmer, die zu einem Großteil zu den Rücksichtslosesten überhaupt gehören, ist kaum noch zu ertragen. Da wird ein fast vollständig tauber Freund von mir auf dem Bürgersteig gnadenlos angebrüllt, weil er nicht für Radfahrer zur Seite springt, oder man wird angemotzt, weil man als Autofahrer vor einer roten Ampel hält und den Weg für Radfahrer versperrt, die weiterradeln wollen, als gäbe es für sie keine Verkehrsregeln. Ich bin in Norwegen gewesen, einem Land, das sehr ambitioniert hinsichtlich des Umweltschutzes ist. Selbst in entlegenen Städten weit im Norden sind inzwischen auf Stadtstraßen mehr Fahrspuren für Autofahrer vorhanden als in Berlin, ohne dass dort irgendwelche Rechte der Radfahrer beschnitten werden. Genau das Gleiche gilt für ebenfalls umweltambitionierte Städte in Kanada wie Vancouver, Toronto oder aber auch etliche Städte in Deutschland. Berlin ist die Stadt mit dem geringsten Anteil motorisierten Verkehrs pro Person in Deutschland (oder gar in Europa) und lobt sich dafür noch. Dabei ist das einfach nur ein Indikator für Armut. In Teilen Indiens oder in der Sahel-Zone wird der Anteil des motorisierten Verkehrs noch geringer sein. Der große Zirkus hier um die angeblich nicht guten Bedingungen für Radfahrer, die doch eh überall recht bekommen, ist für eine aus Resignation schweigende Anzahl von Berufstätigen nicht nachvollziehbar.

Nikolai Gretschuskin, per E-Mail

Weniger Reglementierung, mehr Parkplätze

Zum Artikel: "Die ganze City als große Parkzone" vom 11. Juli

Pankows Stadtrat Jens-Holger Kirchner, der aus der Ost-Berliner Bürgerbewegung stammt, ist eigentlich ein honoriger Mann. Dass er sich jetzt auch als grüner Menschheitsbeglücker versucht, ist tragisch. Wir Berliner brauchen kein Reglementieren des Autoverkehrs, sondern mehr Parkplätze in der Innenstadt. Einnahmen aus bereits vorhandenen Parkzonen sollten zum Beispiel in den Bau von Parkplätzen fließen, die unter oder gemeinsam mit Grünanlagen gebaut werden könnten. Das Geld der Autofahrer in den von diesen nicht genutzten öffentlichen Nahverkehr zu stecken wäre asozial. Es gibt zahlreiche Gründe, warum viele Berliner das Auto dem öffentlichen Verkehr vorziehen. Das sind vermutlich die fehlende Pünktlichkeit der Verkehrsmittel, die mangelhafte Sauberkeit und die Möglichkeit, unliebsame Menschen hautnah ertragen zu müssen.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Comeback der alten SPD-Herren scheint sicher

Zum Artikel: "SPD will K-Frage frühestens 2012 beantworten" vom 10. Juli

Das SPD-Sommertheater kann beginnen. Peer Steinbrück oder Frank-Walter Steinmeier, wer wird der nächste SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahlen 2013? Beide Herren liegen im "Politikbarometer" derzeit vor Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und während der selbstgefällige Peer Steinbrück Deutschland bereist und seine Weisheiten unter das Volk bringt, mimt der langweilige Frank-Walter Steinmeier den knallharten Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Das Comeback der Hartz-IV-Stalinisten und Rolling Stones der SPD scheint sicher: Stone(d)brück and Stone(d)meier are back. Oder wird es etwa doch Sigmar Gabriel, der Rest-SPD-Parteivorsitzende? Mit Spannung wird bereits heute der Entscheidung über den SPD-Kanzlerkandidaten entgegengefiebert, wenn Sigmar Gabriel, der Parteivorsitzende der alten Dame SPD, schließlich und endlich frühestens 2012 vor laufenden Kameras die frohe Botschaft verkündet, wer denn nun der Kandidat ist.

Roland Klose, per E-Mail

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